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Kyritz: Supernasen trainieren Drogensuche

Rauschgiftspürhunde der Brandenburger Polizei Kyritz: Supernasen trainieren Drogensuche

Spürhunde der Polizei haben im Kyritzer Busdepot geübt, Drogen zu erschnüffeln. Eines der Tiere – der Belgische Schäferhund Artemis – sorgte vor einer Weile bei einem echten Einsatz für einen Sensationsfund.

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Der Malinois Artemis, ein Belgischer Schäferhund, und Herrchen Axel Redepenning beim Training.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Artemis hat den richtigen Riecher. Während die Dutzenden Polizeibeamten ihre Suche nach Drogen schon aufgeben wollen, lässt er nicht ab an diesem Wintertag vor zweieinhalb Jahren. Der Rauschgiftspürhund arbeitet sich durch den Keller der alten Kyritzer Molkerei am Bahnhof, bis er am Ende seiner Suche schließlich doch noch das Versteck findet.

Geheime Tür

Geheime Tür: Der Zugang zur Plantage war hinter einem schweren Regal versteckt.

Quelle: Matthias Anke

Die Sensation: Hinter einem fest mit der Wand verbundenen, unscheinbaren Metallregal kommt eine Tür zum Vorschein, die in einen ganz anderen, viel größeren Keller führt. Eine darin in zwei langen Gängen und mehreren Räumen vollautomatisch arbeitende Cannabis-Großplantage ist damit aufgeflogen. Rund 850 erntereife Pflanzen und schon vier Kilo verkaufsfertig sortierte Blüten zählt die Polizei in dieser Rauschgiftfabrik inmitten der Stadt. Artemis, der elfjährige Malinois-Schäferhund, ist einer von etwa 70 Diensthunden der Brandenburger Polizei. Es sind Fährtenhunde, Sprengstoffhunde oder eben Rauschgiftspürhunde. Unter ihnen ist Malinois Artemis der mittlerweile älteste im Polizeidienst. Trotzdem ist er nach wie vor auf Zack. Das bewies er kürzlich, als er bei einem bislang noch nicht öffentlichen Fall erneut in der Region auf ein gutes Kilo Cannabis stieß.

Das Kellerversteck für die Cannabis-Großplantage  inmitten der Stadt Kyritz wurde vom Rauschgiftspürhund Artemis entdeckt

Das Kellerversteck für die Cannabis-Großplantage inmitten der Stadt Kyritz wurde vom Rauschgiftspürhund Artemis entdeckt.

Quelle: Matthias Anke

Ein weiteres Mal zeigte er sein Können jetzt wieder in seinem Heimatort Kyritz: Es ist ein sonniger Vormittag, als Artemis und fünf andere Rauschgiftspürhunde auf dem Betriebshof der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft ORP eintreffen. Sie sind in den Polizeidirektionsbereichen Nord und West stationiert und können in ihren Autos kaum die Ruhe bewahren, wohl ahnend, dass es gleich losgeht. „Wir haben alles mit, was man für so eine Übung braucht“, sagt Frank Ulbrich, der für Diensthunde zuständige Koordinator an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg. „Dabei sind die Basisstoffe bei allerlei Drogen ja gleich.“ Bei Heroin, Cannabis und dem erst seit einigen Jahren verstärkt auftretenden Crystal Meth kennen sich Artemis und die anderen jedenfalls bestens aus. Das zeigen sie an und in den Bussen der Verkehrsgesellschaft. Alle versteckten Proben werden von ihnen gefunden.

Die Hunde sollen neue Situationen kennenlernen

„Es geht hierbei aber weniger darum, nur die Probe zu finden. Die können das ja schon. Sie sollen neue Situationen kennenlernen“, erklärt Ulbrich. Nach eineinhalbjähriger Ausbildung gelte es für jeden Diensthund, nicht nur seinen Stand zu halten, sondern regelmäßig auf neue Umstände trainiert zu werden. Der Vorteil im Busdepot sei dabei, in kurzer Zeit die Drogensuche an verschiedenen Busgrößen und Fahrzeugmodellen durchspielen zu können.

„Wohnungsdurchsuchungen oder normale Autos unterfordern ihn mittlerweile schon“, sagt der 48-jährige Axel Redepenning aus dem Kyritzer Ortsteil Lellichow mit Blick auf seinen Artemis. Der Rüde lebt wie fast alle Brandenburger Polizeihunde im Haushalt seines Herrchens. Märkische Drogenhunde wie er haben im Schnitt zwei bis drei Einsätze pro Woche. Sie helfen, Wohn- und Geschäftsräume, Gefängniszellen, Autos und Reisebusse zu durchsuchen. Einen echten Fund machen die Tiere bei der Busgesellschaft allerdings nicht. Wobei nicht ausgeschlossen gewesen wäre, tatsächlich auf womöglich verlorenen oder noch versteckten Stoff zu stoßen. „Das hat es alles schon gegeben“, sagt Frank Ulbrich.

Nur bestimmte Rassen kommen in Frage

Laut Innenministerium wird bis zum Jahr 2020 landesweit mit knapp 60 Diensthunden geplant. Mit Einführung der neuen Polizeistruktur wurde vorgesehen, dass die vier Direktionen je acht Fährtenspürhunde, zwei Sprengstoffspürhunde (in der Direktion West drei) sowie vier Rauschgiftspürhunde im Bestand haben. Für den Flughafen BER sollen zusätzlich sechs Sprengstoffhunde zum Einsatz kommen.

Diensthunde müssen nicht nur körperlich und gesundheitlich fit sein. Sie benötigen einen ausgeprägten Beute-, Bring- und Stöbertrieb. Polizeihunde, die monatlich bis zu 40 Stunden Weiterbildung über sich ergehen lassen müssen, sollten zudem selbstbewusst sein sowie Härte und Kampfbereitschaft zeigen.

Vielseitig einsetzbar sind der Deutsche und der Belgische Schäferhund (Malinois). Als zuverlässig gilt aber auch der Holländische Schäferhund (Herder). Zudem können Riesenschnauzer, Rottweiler, Dobermänner oder Airedale-Terrier die Polizeilaufbahn einschlagen. Kampfhunde und andere auf Angriff getrimmte Rassen sind jedoch vom Polizeidienst ausgeschlossen.

Von Matthias Anke

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