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Kyritz lehnt Ideen des Landkreises ab

Unterkunft für Flüchtlinge Kyritz lehnt Ideen des Landkreises ab

Einstimmig haben die Kyritzer Stadtverordneten am Mittwoch die Unterverpachtung des Borker Ferienlagergeländes an den Landkreis zur Unterbringung von Flüchtlingen abgelehnt. Bork sei schon angesichts seiner Infrastruktur damit völlig überfordert, hieß es.

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Auch das Gelände der kreiseigenen Busgesellschaft ORP ist für Unterkünfte im Gespräch.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Auch die Stadt Kyritz wird in nächster Zeit eine nennenswerte Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen müssen. Das ist das Fazit der Sondersitzung der Stadtverordneten vom Mittwochabend.

Angesichts des anhaltenden Zustroms komme der Landkreis nicht umhin, weiteren Wohnraum bereitzustellen, erklärte Kreissozialdezernentin Waltraud Kuhne. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr 1300 bis 1400 Flüchtlinge im Landkreis unterbringen müssen.“ Wie es danach weitergeht, sei noch völlig offen. Nach wie vor setze man zuallererst auf die Nutzung leer stehender Wohnungen. Ähnlich wie schon in Neustadt strebe man an, mehrere Wohnungen in einem gewissen Umkreis zu einem sogenannten Wohnverbund zusammenzufassen, deren Nutzer dann auch sozial betreut werden können. In Neustadt laufe das bisher problemlos.

Die gegenwärtig in Kyritz untergebrachten Asylbewerber könne man praktisch an einer Hand abzählen. Derzeit habe der Landkreis zwei Wohnungen der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft belegt. Weitere elf seien angemietet, würden aktuell aber noch hergerichtet, so Waltraud Kuhne. Perspektivisch könnte die Wohnungsbaugesellschaft bis zu 21 weitere gegenwärtig leer stehende Wohnungen für diesen Zweck an den Landkreis vermieten. Mit den anderen Vermietern in der Stadt sei man sich bislang nicht handelseinig geworden.

Kreisverwaltung will Festwiese nutzen

Angesichts der erwarteten Zuweisungen plant der Kreis, auch andere Immobilien zur Unterbringung zu nutzen. Öffentlich diskutiert wurde am Mittwoch, auf der kommunalen Festwiese am Stadtrand Unterkünfte zu errichten. Die Kreisverwaltung hatte vorgeschlagen, dort innerhalb der nächsten Monate Gebäude für rund 200 Menschen zu bauen – falls die Stadt die Fläche dafür zur Verfügung stellt. Doch dafür fand sich bei den Stadtverordneten am Mittwoch keine Mehrheit. Acht Befürwortern vor allem auf Seiten von SPD und Linken standen acht Gegenstimmen vor allem von der CDU und der Fraktion Kyritz Land entgegen. „Mich stört es als Kyritzer, dass wir uns da so einen Klotz ins Zentrum bauen lassen sollen“, begründete zumindest Jörg Dullin (CDU) seine Ablehnung. Weitere eventuell geeignete kommunale Flächen sind im Gespräch: unter anderem der ehemalige Schulsportplatz am Rehfelder Weg und bisher ungenutzte Areale im Gewerbegebiet am Leddiner Weg.

Einstimmig abgelehnt haben die Stadtverordneten die Unterverpachtung des Borker Ferienlagergeländes an den Landkreis. Der Ferienlagerbetreiber brauchte dazu die Zustimmung der Stadt, da dies im Pachtvertrag so festgelegt worden war. Die – wenn auch nur zeitweise – Einquartierung von bis zu 100 Flüchtlingen in dem Ortsteil mit seinen 75 Einwohnern wurde als Fehler bewertet, zumal Bork praktisch über keinerlei Infrastruktur verfügt. Thomas ­Michaelis (SPD) ergänzte: „Bork sehen wir sehr kritisch, weil die Anbindung so schlecht ist.“ Dann sei es sinnvoller, die ­Menschen in Kyritz einzuquartieren, das ja schließlich den Status eines Mittelzentrums für sich beanspruche. Bürgermeisterin Nora Görke betonte auf Nachfrage: „Es geht nicht darum, Flüchtlinge abzulehnen. Aber wir wollen mit unseren Mitteln Einfluss auf eine vernünftige Unterbringung nehmen.“

Die Urlaubsbungalows des „Blauen Ankers“ in Bork will der Landkreis trotzdem anmieten, um dort 50 Menschen einzuquartieren. Ausschlaggebend sei die schnelle Verfügbarkeit. Es handelt sich um eine Privatimmobilie. Für das Karnzower Waldschulheim ist ähnliches geplant (42 Plätze). Allerdings sind dort noch technische Fragen wie die Abwasserentsorgung ungeklärt.

Und schließlich will der Landkreis in absehbarer Zeit Freiflächen auf dem Gelände der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP) in der Perleberger Straße für den Bau von Unterkünften nutzen, kündigte Sozialdezernentin Waltraud Kuhne an. Die ORP ist ein Unternehmen des Landkreises.

Von Alexander Beckmann

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