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Architektin will Kyritz' Kleinhäuser sanieren

Nutzung als Singlewohnung oder Pilgerunterkünfte Architektin will Kyritz' Kleinhäuser sanieren

Eine Architektin schwärmt von den Kleinsthäusern in Kyritz. Sie hält sie für einfach und einmalig. Gerne will sie die Häuser sanieren. Dann könnten sie von Singles bewohnt werden oder als Pilger-Unterkünfte genutzt werden. Die Stadt reagiert noch zurückhaltend auf die Vorschläge.

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Die Kleinsthäuser sind in einem bemitleidenswertem Zustand.

Quelle: Axel Knopf

Kyritz. Die sogenannten Kleinsthäuser in der Kyritzer Weberstraße könnten nach einer Sanierung als Single-Wohnungen oder als Unterkünfte für Pilger genutzt werden. Architektin Bärbel Kannenberg stellte am Donnerstagabend auf einer Sondersitzung des Bauausschusses erste Ideen für eine Gestaltung der winzigen Gebäude vor. Ihr Vortrag wurde zugleich zu einem Plädoyer für den Erhalt von alter Bausubstanz. Alte Häuser würden in ihrer Einmaligkeit einen unglaublichen Wert darstellen, sagte sie.

Die Mini-Häuser standen lange Zeit leer und befinden sich in einem maroden Zustand. Die Wohnungen sind zwischen 30 und 50 Quadratmeter groß. Sie bestehen meist aus einem beziehungsweise zwei Räumen. „Die Besonderheit der Häuser ist nicht zu toppen“, sagte Bärbel Kannenberg. Sie sprach sich dafür aus, diese „in ihrer Kleinteiligkeit zu erhalten und nutzbar zu machen“. An der Rückseite der Gebäude befindet sich die Stadtmauer, an der die Häuser „fast wie Schwalbennester hängen“. Die erst später jenseits der Mauer auf beziehungsweise in den Wall hineingebauten Räume sollten abgerissen und die Grünanlage mit einfachem Bewuchs hergestellt werden.

Zu den Sanierungskosten konnte die Architektin auf Nachfrage von Ausschussmitglied Adrian Krüger (Linke) noch keine Angaben machen. Dazu sei es zu früh. Zuvor müssten verschiedene Untersuchungen gemacht werden. Um beispielsweise zu klären, woher die großen Risse kommen, soll der Baugrund analysiert werden. Die Substanz der Häuser sei auf jeden Fall nicht mehr oder weniger erschreckend wie bei vielen anderen alten Gebäuden.

Für die Untersuchungen sowie für eine Winterfestmachung der Gebäude, damit kein weiteres Wasser eindringt, sollen die 60.000 Euro verwendet werden, die Kyritz als Förderung aus dem Stadtumbau-Teilprogramm „Sicherung, Sanierung und Erwerb“ erhält. Die 100-prozentige Förderung setzt sich je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln zusammen. „Wir wollen dann Schritt für Schritt gucken, was auf uns zukommt“, sagte Bauamtsleiterin Katharina Iredi. Erst wenn ein bestimmter Punkt erreicht sei, solle eine Entscheidung über die Sanierung getroffen werden.

In derselben Sitzung gab Rainer Lehmann von der EWS-Stadtsanierungsgesellschaft einen Ausblick auf weitere Maßnahmen in der Altstadt. Das größte Vorhaben sei das ehemalige Kloster. Dort sind die Sanierung des ehemaligen Klausurflügels sowie in Anlehnung an die historische Bebauung zwei Neubauten geplant. Laut Lehmann könnte im Idealfall bereits im kommenden Jahr die Instandsetzung des Klausurflügels beginnen.

Ein weiteres großes Vorhaben ist der Bau der Kindertagesstätte in der Prinzenstraße, wozu innerhalb eines Wettbewerbsverfahrens zwölf Architekturbüros Entwürfe vorgelegt haben. Eine Jury wird am 14.Oktober die Preisträger küren.

Die Altstadtsanierung läuft seit 20 Jahren. Im Durchschnitt floss jährlich eine Million Euro an Fördermitteln nach Kyritz, wovon das Gros für die Wiederherstellung von Häusern verwendet wurde.

Von Axel Knopf

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