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Kyritz Von der Dosse an den Atlantik
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Von der Dosse an den Atlantik
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00:29 02.05.2018
Die Gäste aus Portugal beim Gruppenfoto am Eingang des Herbst'schen Hauses. Hier wurde 1820 August Eduard Wilhelm Hector Achilles geboren. Quelle: Frauke Borchardt
Wusterhausen

Das Wegemuseum in Wusterhausen richtete am vergangenen Sonnabend ein Familientreffen der besonderen Art aus. Das Außergewöhnliche: Der größte Teil der mehr als drei Dutzend Versammelten war aus Portugal über Berlin in die Dossestadt gekommen.

Schließlich galt es, im Herbst’schen Haus Am Markt Nr. 3 einen der Ihren zu würdigen. Genau hier wurde 1820 August Eduard Wilhelm Hector Achilles als das fünfte Kind von Ulrike Uden und Johann Friedrich Achilles geboren. Er lebte bis 1872 und konnte nach diesem halben Jahrhundert eine bemerkenswerte Biografie vorweisen. So verschlug es ihn „von der Dosse bis an den Atlantik“.

Ein Familientreffen der besonderen Art

Das ist auch der Titel einer Sonderausstellung des Museums, die Leiterin Katharina Zimmermann im Beisein von Bürgermeister Roman Blank, Wusterhausenern und den Besuchern von der iberischen Halbinsel eröffnete. Der Anstoß dazu kam aus der Familie selbst.

Besonders Guilherme d ‚Orey, Nachfahre in der fünften Generation und in Wolfsburg sesshaft geworden, zeichnete sich als Erforscher der Familiengeschichte aus. Als er vor einigen Monaten im Internet im Zusammenhang mit den Namen „Uden“ und „Achilles“ auf „Wusterhausen“ stieß, war die Kontaktaufnahme hierher quasi schon beschlossen.

Die Sonderausstellung beschreibt das teilweise abenteuerliche Leben eines Mannes, der vom Kaufmannssohn zum Weltbürger wurde. Quelle: Frauke Borchardt

In Absprache mit Katharina Zimmermann entstand dann die aus 14 illustrierten Schrifttafeln bestehende Schau. Sie zeichnen das bewegte Leben eines Mannes nach, der am Samstag als „Beispiel für den europäischen Geist“ schon im 19. Jahrhundert gewürdigt wurde.

Hector Achilles d’Orey beteiligte sich 1848 an der deutschen Revolution, musste nach der Niederlage in die Schweiz und nach London fliehen, heiratete 1852 in Portugal, wurde Geschäftsmann, pflegte Kontakte zu Alexander von Humboldt – und wurde immer noch gesucht.

Weil Achilles gesucht wurde, änderte er seinen Namen

Deshalb änderte er seinen Namen. Die neue Identität übernahmen seitdem alle Generationen. Die Familie, die eng zusammenhält, vielfach die deutsche Sprache und hierzulande gebräuchliche Traditionen pflegt, hat heute etwa 2000 Mitglieder. Sie leben verstreut über den ganzen Erdball.

Ob aus der Veranstaltung im Herbst’schen Haus weitere ständige Kontakte zu Wusterhausen entstehen, ist noch offen. In dem Buch, das eine brasilianische Schriftstellerin über Achilles d’Orey und seine weitläufige Verwandtschaft schreiben will, könnte das Haus Am Markt Nr. 3 aber Erwähnung finden.

Von Wolfgang Hörmann

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