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Kyritz Sanierung der alten Posthalterei gewürdigt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Sanierung der alten Posthalterei gewürdigt
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16:48 30.01.2019
Etwa 30 Besucher ließen sich gestern über die Geschichte er einstigen Posthalterei informieren. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Das Haus Nummer 26 in der Kyritzer Maxim-Gorki-Straße ist „Denkmal des Monats“ der „Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen“. Gestern wurde das Prädikat feierlich übergeben. Der Zusammenschluss Brandenburger Kommunen zeichnet damit bereits seit 2004 besonders erfolgreiche Beispiele für die Bewahrung des historischen Stadtbildes aus.

Das Haus in der Maxim-Gorki-Straße wurde um das Jahr 1800 errichtet und diente vermutlich ab etwa 1817 als Posthalterei: Reisende auf dem Weg zwischen Berlin und Hamburg machten hier Station. Man wechselte die Kutschpferde, verpflegte sich und übernachtete.

Orte der Begegnung im Fokus

Bernhard Bosecker begrüßte die Veranstaltungsgäste mit Posthornsignalen. Quelle: Alexander Beckmann

Bernhard Bosecker von den „Potsdamer Turmbläsern“ erinnerte per Posthornsignal bei der Veranstaltung an diese Geschichte. Sie passt bestens zum diesjährigen Motto der „Denkmale des Monats“: „Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“. Im Fokus der Aktion stehen historische Orte der Gastfreundschaft, der Mobilität und der Kommunikation.

Bürgermeisterin Nora Görke freute sich über die Anerkennung des Hauses und damit der Stadt: „Wir waren in den letzten Jahren immer mit bei den Denkmalen des Monats dabei und da sind wir stolz drauf.“

Kyritz als Aktivist im Denkmalschutz

Als Vorstandsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen“ führte Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde das noch weiter aus: Von den 233 „Denkmalen des Monats“, die in den 31 Mitgliedsstädten im Lauf der Jahre gekürt wurden, stehen 13 in Kyritz. „Das zeigt, das Kyritz überdurchschnittlich aktiv ist, wenn es um den Denkmalschutz geht.“

Golde würdigte die Anstrengungen der Eigentümer Ronald Zomm und Ulrich Kalg, die das Haus 2008 und 2009 mit Unterstützung durch Fördermittel saniert hatten.

Sanierung ist ein Wirtschaftsfaktor

„Wir vergessen oft, dass Denkmalschutz auch ein Wirtschaftsfaktor ist“, erklärte Golde. Schließlich zögen sanierte Innenstädte Touristen an. „In Kyritz sieht man, dass das Geld gut angelegt ist.“

Das bekräftigte die Kyritzer Bürgermeisterin noch. Sie verwies auf 4,7 Millionen Euro, die die öffentliche Hand 2019 in der Stadt investieren wolle. „Man muss sich auch klar sein, dass es damit für viele Firmen in der Region Arbeit gibt. Denn die verdienen die 4,7 Millionen.“

Fototafeln informierten über die Sanierungsgeschichte der um 1800 errichteten ehemaligen Posthalterei. Quelle: Alexander Beckmann

Rainer Lehmann vom Stadtsanierungsbüro EWS führte die gut 30 Besucher in die wechselhafte Geschichte des Hauses ein und wagte den Bezug zum Fontanejahr. Zwar sei der Dichter nie nachweislich in Kyritz gewesen, doch habe er Ereignisse wie die Geschichte um die Kyritzer Schulze und Kersten, die vom napoleonischen Militär erschossen wurden, in seinen Werken verarbeitet. „Wenn Fontane mit der Postkutsche nach Kyritz gereist wäre, dann wäre er hier an dem Haus angekommen.“

Von Alexander Beckmann

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