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Kyritz Unterricht zum Anfassen in der Stärkefabrik
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Unterricht zum Anfassen in der Stärkefabrik
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01:16 12.10.2018
Fabrikleiter Martin Schmidt (r.) erklärt Kindern regelmäßig die Abläufe der Kartoffelverarbeitung. Kürzlich besuchten Goethe-Grundschüler das Werk. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Wie Esspapier! Schmeckt nach gar nichts.

Die Kinder der Klasse 3 a der Goethe-Grundschule langen trotzdem ordentlich zu und knabbern darauf rum, was das Zeug hält. Martin Schmidt, der Leiter der Kyritzer Werkes der Emsland-Stärkeproduktion, reicht ihnen eine Hand voll dieser „kaltquellenden Stärke“ von der Trockenwalze nach der anderen. Zuvor durften sie ihre Finger auch schon in diverse Töpfe tunken und schlicht Mehlgeschmack feststellen.

Manches Wässerchen riecht nach altem Kaffee, mancher Luftzug über dem Gelände erinnert an unfertige Spaghetti. Und nicht nur in einer Lagerhalle stapeln sich Abertausende Säcke voller verschiedener Pulversorten bis unters Dach, bevor sie von Kyritz aus in alle Welt verschifft werden.

In der Stärkefabrik in Kyritz, in der alljährlich Kartoffeln verarbeitet werden, sehen sich oft auch Schüler um.

Dass das alles mal allseits bekannte Kartoffelknollen waren, wissen die Kinder nach diesem Besuch im Werk, der bei der Anlieferung samt Probenentnahme aus den Kartoffeln begann. Über die Waschanlage, den Aussortierern von Steinen und Kraut bis hin zur Packstation erklärte ihnen Fabrikleiter Schmidt kindgerecht, was sich hinter den sonst verschlossenen Toren an der Pritzwalker Straße während der Hauptsaison der Kartoffelverarbeitung so alles abspielt.

Örtlich vorhandene Industrie als Vorteil

„Wir behandeln laut Rahmenlehrplan gerade die Kartoffel im Fach Sachkunde, und da ist es natürlich toll, so etwas hier bei sich in der Stadt zu haben“, sagt Lehrer Jörg Moritz. Es gehe in dem Fach um die Natur an sich, um Bäume und auch Geschichte. So ist irgendwann der Apfel an der Reihe. Für das Thema sei in Kyritz die Mosterei Wietz der ideale Partner. „Wenn wir schon solche Betriebe hier vor Ort haben, besuchen wir sie natürlich auch.“

Produzierende Industrie für den Unterricht zum Anfassen in der Stadt zu haben, mache auch Bürgermeisterin Nora Görke stolz. Sie ließ es sich nicht nehmen, auch mal solchen Rundgang zu begleiten. Wenn sie sonst das Werk besucht, sind es in der Regel offiziellere Termine wie etwa die „Lange Nacht der Wirtschaft“ oder wenn es um neue Investitionen geht. „Hier sieht man, dass sich was entwickelt.“

Bald erster Spatenstich für neue Dextrinanlage

Das nächste Datum solcher Art dürfte nach der zuletzt entstandenen Eindampfungsanlage für Prozesswasser laut Martin Schmidt nun der 1. November sein. Dann ist der erste Spatenstich für die neue Dextrinanlage geplant. Mit dieser Investition im zweistelligen Millionenbereich soll das Stärkeabbauprodukt ­Dextrin gewonnen werden. Dieses wurde für Pommes-Frites-Mischprodukte bislang aus dem Emsland-Hauptwerk im niedersächsischen Emlichheim bezogen.

Mit der Anlage sollen der Standort Kyritz gestärkt und mehrere Arbeitsplätze geschaffen werden. Des Weiteren verringere sich der Lkw-Anlieferungsverkehr, da das Dextrin nicht aus einem anderen Werk bezogen werden muss.

Blumenthaler Grundschule erstmals dabei

Für die Schüler hielt Schmidt die Erklärung einfacher: Es entstehen aus den Kartoffeln keine eigenständigen Lebensmittel in Kyritz, sondern Zuschlagstoffe. Diese modifizierten Stärken sind beispielsweise für Glasnudeln gedacht. Sie finden für Soßen, Tortenguss oder Suppen Verwendung. Aber es werden eben auch Mischprodukte für Pommes frites werden hergestellt.

Nach der 3 a hören an diesem Tag auf dem Werksgelände noch die 3 b und 3 c davon. Eine Woche zuvor waren erstmals auch Schüler der Blumenthaler Grundschule in der Fabrik. „Goethe-Schüler kommen nahezu jährlich. Die Lehrer wissen ja, wann hier die Kampagne läuft und dass es gerade dann auch was zu sehen gibt“, berichtet Martin Schmidt. Und wer weiß: Womöglich findet der eine oder andere dieses Kyritzer Nachwuchses in ferner Zukunft ja auch mal seinen Arbeitsplatz an der Pritzwalker Straße.

Von Matthias Anke

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