Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Der letzte seiner Zunft erzählt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Der letzte seiner Zunft erzählt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 28.10.2018
Der Schuhmachermeister Alfons Zeh führte in der Kyritzer Heimatstube vor, wie ein Schuh in echter Handarbeit entsteht. Quelle: Fotos (2): André Reichel
Kyritz

 Leder schneiden und zusammennähen – dass es so einfach nicht getan ist, führte am Sonnabend der Schuhmachermeister Alfons Zeh in der Kyritzer Heimatstube vor.

Viele Museen in der Kleeblattregion beteiligten sich

An dem Aktionstag „Feuer und Flamme für unsere Museen“ in der Kleeblattregion beteiligten sich mehrere Museen mit besonderen Angeboten. Mit von der Partie waren neben dem Agrarflugmuseum in Heinrichsfelde auch das Wegemuseum in Wusterhausen, die Alte Brauerei in Dessow () und das Renaissance-Schloss in Demerthin ().

In der Kyritzer Heimatstube zeigte Alfons Zeh ab 14 Uhr sein Handwerk. Mehr als 30 Besucher kamen zur Veranstaltung in den Ausstellungsraum des Heimatvereins, der die Heimatstube betreut.

Die Handwerkspräsentation des 80 Jahre alten Kyritzers gehörte auch mit zum Begleitprogramm der seit dem 9. September in der Heimatstube laufenden Sonderausstellung „Handwerk Heute und Früher“, in dessen Rahmen vor zwei Wochen schon die Schneidermeisterin Waltraut Lucka ihr Handwerk zeigte.

Nach kurzer Begrüßung durch die Museumskoordinatorin berichtete Alfons Zeh vom Schuhmacherhandwerk allgemein und von seiner eigenen Handwerksgeschichte, die vor 64 Jahren ihren Anfang nahm.

Als es allein in Kyritz noch 44 Schuhmacher gab

Wie in der Sonderausstellung in einer Auflistung gut dargestellt, gab es im Jahr 1740 in der Stadt 44 Schuhmacher. Im Jahr 1800 waren es 43 und 1853 noch 39, die das Handwerk ausübten. Das 20. Jahrhundert war die Zeit des Niederganges. 1905 gab es nur noch 21 Schuhmacher in Kyritz.

„Als ich Mitte der 50-er Jahre meine Lehre machte, gab es in Kyritz noch elf Schuhmacher“, erinnert sich Alfons Zeh. Drei Jahre dauerte seine Lehrzeit, die er bei Meister Rangnow in der Hamburger Straße absolvierte. Drei Jahr durfte Alfons Zeh noch bei seinem Meister als Geselle arbeiten, dann wurde er entlassen, weil Rangnow nicht in die neu gegründete PGH eintreten wollte.

So arbeitete Alfons Zeh von 1960 an fünf Jahre lang beim Vermessungsdienst. 1966 holte ihn der Orthopädieschuhmachermeister Günter Ribbe aus Neustadt zurück in den Beruf. Bis zur Wende arbeitete Alfons Zeh dort und fertigte in dieser Zeit rund 5000 Paar Schuhe an. Bis zum Jahr 2002 war er dann selbstständig.

Von ihm hergestellte Schuhe sind in der Ausstellung zu sehen. Alfons Zeh zeigte am Sonnabend den Besuchern, wie man Schuhe herstellt. „Bis heute habe ich die Freude an meinem Handwerk nicht verloren“, sagte Alfons Zeh und bekam warmen Applaus.

Von André Reichel

Das halbe Dorf war am Freitag auf den Beinen, um beim Herbstfest der Feuerwehr dabei sein zu können. Die Drewener Feuerwehr organisiert das fest nun schon seit 25 Jahren.

28.10.2018

Beim jüngsten Betriebsausflug von der MAZ und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg durften die Besucher im Stärkewerk Kyritz mehr sehen als bei Führungen dort sonst üblich ist.

30.10.2018

Kennen Sie diese netten Menschen aus Ihrer Nachbarschaft? Wir stellen innerhalb unserer Serie „Hallo Nachbar“ Leute von nebenan vor. Jeden Tag kommen hier neue Nachbarn hinzu.

14:18 Uhr