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Kyritz Feuer nach Explosion? Brandursache gibt Rätsel auf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Feuer nach Explosion? Brandursache gibt Rätsel auf
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00:23 30.11.2018
Sular Sedo (r.) führt die Brandursachenermittler an die Stelle, wo der Brandschutt liegt. Quelle: André Reichel
Kyritz

Am Tag nach dem Brand, bei dem am Montag in Kyritz in der Friedensstraße zwei Wohnungen ausbrannten, nahm die Polizei am Ort des Geschehens die Ermittlungen auf. Die Brandursachenermittler aus Eberswalde trafen gegen 11 Uhr am Wohnblock in Kyritz West ein und begannen mit ihrer Arbeit.

Einen Tag nach dem Brand in Kyritz West werden die Folgen des Feuers ersichtlich. Die Wohnungen in dem Aufgang mit der Wohnung, in der es brannte, können zumindest vorerst nicht bewohnt werden.

Das Feuer war augenscheinlich in der Wohnung von Sular Sedo ausgebrochen. Der 20-Jährige befand sich am Dienstag vor Ort, als die Brandermittler eintrafen. Der junge Mann zeigte den Beamten die Stelle vor dem Haus, an der noch immer Brandschutt auf dem Rasen liegt. Die Gegenstände gehörten früher zum Inventar seiner Wohnung.

Sular Sedo war sichtlich geknickt, denn er hat bei dem Brand nicht nur sein ganzes Hab und Gut verloren, sondern auch seinen Hund. Wie es zum Brand kam, kann sich der Mann nicht erklären. „Ich bin nur kurz zum Einkaufen gegangen und als ich wiederkam, war da überall Feuerwehr und Polizei“, so Sular Sedo. Als er das ganze Ausmaß der Katastrophe erkannte, brach er regelrecht zusammen, berichtet der junge Mann, der vor drei Jahren als Flüchtling von Syrien nach Deutschland kam und zunächst in Königs Wusterhausen in einem Heim untergebracht war. Vor zwei Jahren zog er nach Kyritz in die Friedensstraße.

Er verbrachte die Nacht bei seinem Cousin

Die Nacht nach dem verheerenden Feuer durfte er bei seinem Cousin verbringen, der auch in Kyritz lebt. „Bei ihm kann ich zwar auch noch länger bleiben, doch wie es nun weitergehen soll, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht“, so Sular Sedo.

Vom Feuer zerstört wurde auch die darüber liegende Wohnung. Auch dessen Bewohner hat sein Hab und Gut verloren.

Für die Zeit des Feuerwehreinsatzes wurden alle Bewohner des Wohnblockes vorsichtshalber evakuiert. Jedoch durften die meisten bis zum Abend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Der Eingang, in dem das Feuer ausgebrochen war, blieb jedoch gesperrt. Die Bewohner kamen teils bei Verwandten unter oder erhielten ein Zimmer in Bluhms Hotel.

Auch Barbara Ocasek musste ihre Wohnung verlassen. Quelle: André Reichel

Auch Barbara Ocasek gehört zu jenen, die nun nicht mehr in ihre Wohnungen dürfen. Die 68-Jährige wohnt im Erdgeschoss und war gerade beim Adventsschmücken ihres Wohnzimmers, als es kurz nach 12 Uhr einen lauten Knall gab. „Dann regnete es Glasscherben und Trümmer vom Himmel und eine schwarze Rauchsäule stieg auf“, berichtet Barbara Ocasek.

Rasch war dann auch die Feuerwehr zur Stelle und begann mit ihrem Einsatz. Das Löschwasser fand dabei seinen Weg bis in die Wohnung von Bärbel Ocasek, die schon bald wie alle anderen Bewohner des Hauses aufgefordert wurde, ihre Wohnung zu verlassen. „Ich hab nur meine Handtasche gegriffen und bin dann raus“, so Barbara Ocasek, die bei ihrer Tochter in Holzhausen untergekommen ist.

Zurück ins Haus in Begleitung der Polizei

In Begleitung der Polizei durfte die 68-Jährige am Dienstagvormittag noch einmal in ihre Wohnung, um ein paar Sachen zu holen. Von der Zimmerdecke tropft das Löschwasser und auch die Teppiche sind nass, wie sie berichtete. „Es riecht zwar nicht nach Qualm, doch wer weiß, ob im Wasser irgendwelche Zusatzstoffe drin waren, die eventuell gesundheitsschädlich sind“, mutmaßt Barbara Ocasek.

Noch unklar ist bislang, wann sie und die anderen wieder in ihre Wohnung dürfen. „Ich fürchte ja, dass wir alle umziehen müssen“, sagt Barbara Ocasek.

Mieter sollen schnell in ihre Wohnungen können

Ganz so schlimm, wie von Barbara Ocasek befürchtet, wir es wohl nicht kommen, wie Gabriele Schuster, Chefin der Kyritzer Wohnungsbaugesellschaft, auf MAZ-Nachfrage meinte. „Sobald die Kriminalpolizei mit ihren Ermittlungen durch sind, dürfen wir zumindest die vier nicht direkt betroffenen Wohnungen des besagten Eingangs freigeben und die Mieter können dort in ihre Wohnungen zurück“, so Gabriele Schuster, die sich umgehend selbst ein Bild der Lage vor Ort machen möchte.

Bis Weihnachten, so hofft Gabriele Schuster, können fast alle in ihre eigenen Wohnungen zurück und auch für die Mieter der beiden nun erst einmal unbewohnbaren Wohnungen werde zeitnah eine neue Bleibe zu finden sein.

Unterdessen wird bei der Polizeidirektion Nord in Neuruppin abgewartet, was die Untersuchungen bringen und ob sich danach überhaupt beantworten lässt, was zu dem Feuer führte: ob die vermeintliche Detonation am Anfang des Brandes stand oder eine Folge davon war. „Wir müssen jetzt erst mal die Ermittler arbeiten lassen“, sagte Direktionssprecherin Dörte Röhrs.

Von André Reichel

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