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Kyritz Die Stadtmauer steht kurz vor der Sanierung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Die Stadtmauer steht kurz vor der Sanierung
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00:21 31.01.2019
In der alten Werkstatt endet ein mittelalterlicher Balken mitten in der Wand. Quelle: Sandra Bels
Kyritz

Von außen ist es nicht zu sehen. Aber es tut sich etwas im Kyriter Klosterviertel. Bauhistoriker untersuchen verschiedene Bereiche im Innern des Klausurflügels. In der ehemaligen Werkstatt haben sie zum Beispiel Teile des alten Klosterfußbodens freigelegt. Auch eine relativ neue Montagegrube für Fahrzeuge gibt es.

Holzstütze aus dem Mittelalter

Interessanter für die Archäologen ist aber der Holzbalken, der mitten in der Wand endet. Das Fundament darunter gehört mit Sicherheit nicht dazu. Darüber sind sich die Fachleute einig. Den Balken selbst datieren sie ins Mittelalter. Etwas versetzt daneben befindet sich ein weiteres Fundament. Das könnte eher dazu gehören.

Denkmalschutz entscheidet über die Funde

Was mit den Funden geschieht, ob sie nur dokumentiert oder erhalten werden müssen, das entscheidet der Denkmalschutz zusammen mit der Stadt. Marita Fricke aus dem Sachbereich Hochbau betreut die Arbeiten im Klosterviertel. Sie kennt die aktuelle Situation ganz genau. „Für die Stadtmauer und den Schornstein haben wir vor Weihnachten den Bauantrag beim Landkreis eingereicht“, sagt sie und hofft, dass die Baugenehmigung bis Ende Februar da ist.

Beschränkte Ausschreibung

Parallel dazu wurden die Arbeiten auf dem Vergabemarktplatz veröffentlicht. Nach zehn Tagen schreibt die Stadt Firmen an und holt Angebote ein. Es ist eine beschränkte Ausschreibung. Marita Fricke ist sich sicher, dass es nur eine Hand voll Firmen deutschlandweit gibt, die die Arbeiten an der Stadtmauer ausführen können.

Ausgeschrieben werden vier Lose. Los 1 beinhaltet das Setzen einer Bohrpfahlwand. Sie sorgt für die Statik. Die Mauer wird unterfangen. Bei Voruntersuchungen war festgestellt worden, dass die Stadtmauer derzeit keine Fundamente hat. Sie werden jetzt eingebaut.

Das zweite Los enthält das Setzen der so genannten Ischebeck-Pfähle alle zwei Meter außen an der Mauer entlang als Fundament. Diese Arbeiten wie das Setzen der Bohrpfahlwand sind sehr aufwendig. Los 3 und 4 beinhalten die Bauhauptleistungen für die Mauerwerkssanierung und die Rüstung.

Mauersanierung wird ein Jahr dauern

Marita Fricke erwartet, dass sie Anfang April das Ausschreibungsergebnis auf dem Tisch hat. „Wir wollen dann zeitnah beginnen, haben aber keine Erfahrungen mit solchen Arbeiten“, sagt sie. Sie geht davon aus, dass die Mauer bis zum Ende des Frühjahrs 2020 fertig wird.

Parallel dazu wird dann der Schornstein der alten Brennerei saniert. Noch ist nicht klar, wie tief sein Fundament in die Erde reicht. Diese Untersuchungen müssen noch erfolgen.

Pläne für die Stadtbibliothek

Marita Fricke ist weiterhin mit der Entwurfsplanung für die künftige Stadtbibliothek beschäftigt. Hier ist das Ziel, Ende März, Anfang April den Bauantrag zu stellen. Derzeit wird ein Ausstattungskonzept für die Bibliothek erarbeitet. Es ist Basis für die späteren Arbeiten an Elektro, Heizung, Lüftung und Sanitär. Dafür könnte die Stadt eventuell im Herbst die Baugenehmigung bekommen.

Auch die Entwurfsplanung für den Klausurflügel, das Veranstaltungsgebäude, das Café und die Klosterpforte ist in Arbeit. Dafür gibt es laut Marita Fricke einen sehr hohen Abstimmungsaufwand mit dem Denkmalschutz. Alle Beteiligten, zwischen 15 und 20 Leute, treffen sich im Vier-Wochen-Rhythmus, in dieser Woche bereits zum dritten mal.

Stück für Stück zum Bauantrag

Entschieden werden muss unter anderem, wo Wanddurchbrüche gemacht werden dürfen, wie Dielen und Fundamente behandelt werden müssen, wo Kabel verlegt werden können. „So kommen wir Stück für Stück zur Genehmigungsplanung“, sagt Marita Fricke. Sie denkt, dass es realistisch ist, im Herbst den Bauantrag zu stellen.

Bauhistorische Untersuchungen vorab

Die Rathausmitarbeiterin ist froh darüber, dass alle bauhistorischen Untersuchungen bereits vorab stattfinden. Dann gibt es später keine Überraschungen mehr, die möglicherweise für einen Stillstand der Arbeiten sorgen könnten, der für die Stadt sehr teuer werden kann. Die Archäologen werden aber auch die späteren Bauarbeiten begleiten.

Der Stadt liegt mittlerweile auch ein Arbeits- und Sicherheitsplan wegen der Kontaminierung des Bodes im Bereich der ehemaligen Wäscherei vor. Ein Bodenaustausch ist laut Marita Fricke hauptsächlich an der Stadtmauer notwendig. Es steht aber noch nicht fest, wie tief ausgehoben werden muss.

Geringe Belastung mit LCKW

Lediglich für das Veranstaltungsgebäude ist die Tiefe bekannt. Sie beträgt 3,50 Meter, weil das Haus unterkellert wird. Für die anderen Bereiche würden Spezielle Prüfungen noch ausstehen, so Marita Fricke. Das Sicherheitsprotokoll weise eine geringe Belastung mit leichtflüchtigen Chlorkohlenwasserstoffen nach. „Wir hatten mit schlimmeren Ergebnissen gerechnet“, so Marita Fricke.

Von Sandra Bels

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