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Kyritz Wer übernimmt, wenn der Chef geht?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Wer übernimmt, wenn der Chef geht?
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10:02 13.07.2018
Martin Wietz aus Kyritz hat zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kamilla Reussner die Mosterei seiner Eltern übernommen. Quelle: Sandra Bels
Kyritz

Marlies Köhler betreibt in Kyritz und Wittstock zwei Spielzeugläden. Bis zur Rente hat sie noch ein paar Jahre zu arbeiten. Aber dennoch macht sie sich schon jetzt Gedanken darüber, wie es für das kleine Unternehmen später weiter geht.

„Das heißt nicht, dass ich in absehbarer Zeit schließe“, sagt die Geschäftsfrau. Aber so eine Geschäftsübergabe muss ihrer Meinung nach wohl überlegt, langfristig und über mehrere Jahre vorbereitet werden. „Das funktioniert nicht von heute auf morgen“, sagt sie und freut sich über die Angebote, der IHK und der Handwerkskammer, Interessenten bei der Suche nach einem Nachfolger zu unterstützen.

Hilfe bei der Suche nach einem Nachfolger

Im Kyritzer Rathaus informierten die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer aus Potsdam nicht zum ersten Mal darüber, wie es gelingt, frühzeitig und mit kompetenter Unterstützung einen Nachfolger für den eigenen Familienbetrieb zu finden. Zu den Interessenten gehörte Marlies Köhler. Insgesamt waren gut 30 Zuhörer aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin dabei, darunter viele ältere Unternehmer, aber auch jüngere.

Zu ihnen zählte der Kyritzer Martin Wietz. Er übernahm zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kamilla Reussner im Jahr 2015 die Mosterei seiner Eltern. Welche Hürden er dabei zu nehmen hatte, darüber berichtete er auf Einladung der IHK und der HWK nicht zum ersten Mal. „Ich habe ein halbes Jahr vor der Übernahme angefangen, mich einzuarbeiten“, sagt Martin Wietz. Ganz unbekannt war ihm die Arbeit in der elterlichen Mosterei nicht. Er kannte die Abläufen aber nur im Groben.

Vater unterstützt den Sohn weiterhin

„Der Übergang dauerte insgesamt anderthalb Jahre“, erzählt der Inhaber. Für ihn hat die zeit ausgereicht, sagt er. Seine Mutter blieb bis zum Eintritt ins Rentenalter Angestellte im Unternehmen. Die familiäre Übergabe findet er gut. Sein Vater unterstützt ihn auch heute noch, wenn zum Beispiel Maschinen repariert werden müssen.

Wietz selbst sagt, dass er sich im neuen Job erst finden musste. In seinem vorherigen Arbeitsleben war er Bezirksleiter einer Supermarktkette. „Da hatte ich eher mit Mitarbeiterführung zu tun“, so Wietz. „Rohstoffeinkauf, Preiskalkulation, das war alles Neuland“, fügt er an.

„Familienbetriebe in Westbrandenburg sind gut beraten, wenn Sie ihre Nachfolge frühzeitig und mit kompetenter Unterstützung regeln.“ Das sagen Andreas Lehmann, Referent für Nachfolgeregelungen bei der IHK, und Heike Kaunath, Betriebsberaterin der Handwerkskammer.

Nachfolgebörse „Nexxt Change“ vorgestellt

Lehmann stellte die Unternehmensnachfolgebörse „Nexxt Change“ vor. Die Internetplattform will nachfolgeinteressierte Unternehmer und Existenzgründer zusammen bringen. Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Existenzgründer können dazu in den Inseraten der Börse recherchieren oder selbst Inserate einstellen.

Vorgestellt wurde außerdem das Notfallhandbuch und warum es für Unternehmen wichtig ist. Lehmann riet dazu, das Szenario eines plötzlichen Todes- oder Krankheitsfalls durchzuplanen, um sicherzustellen, dass der Betrieb auch weiter handlungsfähig ist.

Von Sandra Bels

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