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Kyritz Kaum Interesse am Wahlforum in Lellichow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Kaum Interesse am Wahlforum in Lellichow
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00:23 14.10.2018
In Lellichow stellten sich die drei Kandidatinnen zur Kyritzer Bürgermeisterwahl den Publikumsfragen. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Platz wäre für bis zu 40 Personen gewesen im Lellichower Feuerwehrhaus für das bislang erste Wahlforum mit den drei Kandidatinnen zur Kyritzer Bürgermeisterwahl. Im Vorfeld musste gar befürchtet werden, dass es in dem Raum viel zu eng werden könnte. Doch dann füllte er sich am Mittwochabend gerade mal zur Hälfte. Gut ein Drittel der Gäste ließ sich dabei auch noch Parteien zuordnen.

Die stärkste Gruppe bildeten dabei Vertreter der Linken, von denen die parteilose Kathrin Boleslawsky unterstützt wird. Neben Stadtfraktionschef Dieter Groß kamen beispielsweise auch Anja und Rita Büchner sowie Kreisverbandsgeschäftsführer Justin König. Von der CDU, die mit ihrer Stadtverbandsvorsitzenden Denise-Verena Ladewig-Hoffmann die Kandidatin stellt, war Jürgen Freier dabei, bekannt als Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung.

In Lellichow stellten sich die drei Kandidatinnen zur Kyritzer Bürgermeisterwahl den Publikumsfragen (v.l.n.r.): Kathrin Boleslawsky, Denise-Verena Ladewig-Hoffmann, Nora Görke. Quelle: Matthias Anke

Dabei hatte sich die Einladung an die Bewohner gleich mehrerer Dörfer gerichtet, und zwar neben Lellichow auch Bork, Teetz-Ganz und Drewen. Drewens Ortsvorsteher Volker Thiele und Borks Ortsvorsteher Mathias Strauß als Gastgeber sozusagen füllten weitere Plätze.

Allen drei Kandidatinnen wurde Zeit gegeben, sich vorzustellen. Dass auch bei den Antworten der Publikumsfragen jeder gleichberechtigt zum Zuge kommt, darauf achtete Moderator Mathias Krüger aus Wittstock, bekannt als Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes.

Moderator Mathias Krüger aus Wittstock, bekannt als Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Quelle: Matthias Anke

Von ihrer Sicht auf die Bedeutung der Stadtverordneten, die Möglichkeiten für einen Obersee-Tourismus und über die Frage, wie sich abgehängt fühlende Ortsteile besser einbezogen werden könnten, zog sich die Debatte bis hin zur Situation im Wohngebiet Kyritz West sowie die der Feuerwehren und damit einmal quer durch sämtliche Themenbereiche.

Schwimmhalle, Markthalle, Bürgerhaushalt und Realitäten

Der Amtsinhaberin Nora Görke (parteilos, unterstützt von der SPD) wurde von Denise-Verena Ladewig-Hoffmann angekreidet, dass sie in ihren Aussagen zu sehr auf bisheriges Geschehen verwies statt Visionen für die Zukunft zu formulieren.

Eine ganze Menge davon hatte Kathrin Boleslawsky parat: Neben ihrer Vorstellung von einer Schwimmhalle für Kyritz ließ sie mit hohen Budgets für mehr Eigenständigkeit der Dörfer und mit Anreizen für Feuerwehrleute aufhorchen und auch mit der Idee einer Markthalle am Ort des leerstehenden Supermarktes Kersten. Boleslawsky: „Und wir haben keine Disco und kein Kino und die Wirtschaftsförderung ist tot.“

Denise Ladewig sprach sich für eine „echte Mitbestimmung“ der Kyritzer aus und sieht in einem Bürgerhaushalt eine Lösung. „Wir müssen genauer Hinhören, was die Bürger wirklich wollen“, sagte sie.

Nora Görke machte mit ihrer Erfahrung aus der Realität jeweils deutlich, dass ihr sämtliche Themen bewusst seien und seitens des Rathauses auch gehandelt werde.

Woran nun aber das geringe Interesse der Bürger an dem Tag lag, blieb unklar. Im zurückliegenden Wahlkampf im benachbarten Wusterhausen indes drängelten sie sich in gleich drei Dorfgemeinschaftshäuser hinein. Am Ende füllten über 400 Zuhörer die Dosse-Halle. War die Wechselstimmung dort eine ungleich größere? Die Kandidaten strittiger?

Von einem aufsehenerregenden Wahlkampf ist in Kyritz bislang zumindest noch nicht viel zu spüren, abgesehen von den jeweiligen Nominierungen sowie Plakataktionen, einem CDU-Stammtisch, einer Sprechstunde der Bürgermeisterin diesen Freitag zwischen 9.30 und 11 Uhr auf dem Marktplatz und einem Straßenfest der Linken am Freitagnachmittag von 14 bis 17 Uhr an der Ecke von Friedensstraße und Werner Straße. Dabei ist in fast drei Wochen schon Wahltag: am Sonntag, 4. November.

„MAZ-Talk“ am kommenden Dienstag, 16. Oktober

Eine weitere Gelegenheit zur Diskussion naht aber. Es ist das für die Stadt zentrale Wahlforum der Aktionsgemeinschaft Kyritzer Gewerbe zusammen mit der Märkischen Allgemeinen. Die drei Kandidatinnen stellen sich bei diesem MAZ-Talk am kommenden Dienstag, 16. Oktober, ab 19 Uhr im Saal von Bluhms Hotel den Fragen.

Von Matthias Anke

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