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Kyritz Stadtverordnete lehnen neue Kita ab
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00:26 02.12.2018
Das Haus in der Kyritzer Bahnhofstraße 11 war als Standort einer neuen Kita im Gespräch. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Die Kyritzer Stadtverordneten lehnten am Mittwoch die Schaffung einer neuen Kita mit 26 Plätzen in der Bahnhofstraße mehrheitlich ab. Auf Vorschlag der Stadtverwaltung sollte die Einrichtung kurzfristig den Mangel an Betreuungsplätzen lindern. Das Rathaus geht davon aus, dass sich aktuell der Rechtsanspruch von 53 Kindern auf einen Kita- oder Hortplatz nicht erfüllen lässt. Zugrunde liegt dabei laut Stadtverwaltung insgesamt eine Zahl von 733 Kindern.

Bedarf in Frage gestellt

Diese Angaben und damit den Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen stellte Denise-Verena Ladewig-Hoffmann, die als sachkundige Einwohnerin im Bildungs- und Sozialausschuss mitarbeitet, in Frage. Sie habe sich beim Kreis und beim Landesamt für Statistik erkundigt. So verwies sie mit Blick auf den Rechtsanspruch auf 622 Geburten, zu denen 37 Zuzüge kamen. Zusammen sehe sie also längst keine 733 Kinder und damit eine ganz andere Differenz.

Die zuständige Amtsleiterin Veronika Lausch verteidigte die Angaben der Stadt. Sie beruhen auf Daten des Einwohnermeldeamtes. Der kommunalen Kitaverwaltung liegen nach eigener Aussage derzeit 24 Elternanträge vor, denen in diesem Jahr nicht entsprochen werden kann. Hinzu kommen 29 weitere Anträge für 2019, denen man ebenfalls nicht nachkommen könne. Die Einrichtungen freier Träger haben eigene Wartelisten.

Alle Einrichtungen voll belegt

Die Stadtverwaltung geht daher davon aus, dass sich der Bedarf derzeit nicht decken lässt. Die meisten Einrichtungen seien voll besetzt oder arbeiteten sogar über ihrer Kapazität. Auch in der jüngsten Einrichtung, der Stephanus-Kita in der Prinzenstraße, seien mittlerweile 72 der 75 Plätze besetzt.

Neue Kapazitäten soll das geplante Nachbarschaftshaus an der Kita „Kunterbunt“ in der Werner Straße bringen – allerdings nicht vor 2022, heißt es aus dem Rathaus.

Doch die bis dahin angestrebte Übergangslösung in angemieteten Räumen in der Bahnhofstraße fand bei der Mehrzahl der Stadtverordneten keine Zustimmung. Nur sechs von 19 stimmten für den Vorschlag. Das als Alternative angeregte Aufstellen von Containern wurde gar nicht weiter diskutiert: Die Kosten lägen noch deutlich über den für die Bahnhofstraße veranschlagten gut 50.000 Euro pro Jahr.

Problem bleibt vorerst ungelöst

Als Vorsitzender des Bildungs- und Sozialausschusses bedauerte Peter Bittermann (SPD) diese Entscheidung ausdrücklich: „Uns fehlen Kita-Plätze und ich finde es traurig, dass wir das Problem nicht gelöst haben.“ Er gehe davon aus, dass das letzte Wort in der Sache noch nicht gesprochen ist.

Franz Josef Conraths (Fraktion Kyritz Land/Grüne) fragte: „Entsteht mit der Ablehnung ein rechtswidriger Umstand, weil die Stadt den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz nicht erfüllen kann?“ Schließlich könnten Eltern einen Betreuungsplatz einklagen.

Bürgermeisterin Nora Görke befand: „Das tut der Stadt überhaupt nicht gut.“ Für junge Leute sei Kyritz nur attraktiv, wenn die Kinderbetreuung gewährleistet ist. Das werde ein Thema bleiben.

Dieter Groß (Die Linke) regte an, unbedingt weiter nach Übergangslösungen zu suchen.

Von Alexander Beckmann

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