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Kyritz Ein Kyritzer ist jetzt Europameister
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00:45 20.04.2018
Stolz präsentiert der Kyritzer Erik Röhrs nach dem 3:0-Endspielsieg gegen Tschechien den EM-Pokal und seine Goldmedaille. Quelle: privat
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Kyritz

Die Stimme heiser, die Beine schwer. Zwei Stunden Schlaf hat Erik Röhrs hinter sich, als er Montagmittag am Telefon über die letzten Wochen – und ganz speziell den vorigen Abend – spricht. Die Müdigkeit stört den 16-Jährigen aber nicht, schließlich hat er auf der achtstündigen Heimfahrt genügend Zeit, sich auszuruhen. Nur wenige Stunden zuvor gelang dem gebürtigen Kyritzer mit der deutschen U18-Volleyball-Nationalmannschaft etwas historisches. Als Kapitän führte er das Team von Bundestrainer Matus Kalny bei der Europameisterschaft (EM) in Tschechien und der Slowakei zum Titel. Im Endspiel wurde der Gastgeber, die tschechische Auswahl, mit 3:0 bezwungen. Zum ersten Mal krönte sich Deutschland in dieser Altersklasse zum besten Team Europas.

Seit dem 20. März waren die Nachwuchstalente des Deutschen Volleyball-Verbandes ununterbrochen zusammen, bereiteten sich anderthalb Wochen in Kienbaum (Oder-Spree), anschließend noch ein paar Tage in Púchov, dem slowakischen EM-Austragungsort, vor, ehe es ins tschechische Zlín ging, wo man in der Sechser-Staffel um die zwei Halbfinal-Tickets kämpfte.

Toller Start in das EM-Turnier

Träumen war natürlich erlaubt, die Ambitionen vor dem Turnier aber eher gedämpft. „Die besten sechs Mannschaften qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft. Das war ein Ziel, welches wir uns gesteckt hatten. Unser Start in das Turnier war aber blendend“, erklärt Röhrs, der mit seinem Team nach Erfolgen gegen Bulgarien (3:0), Weißrussland (3:1), die Türkei (3:2) und Griechenland (3:2) schon vor dem letzten Vorrundenspiel als Gruppensieger feststand. Gegen den späteren Finalgegner Tschechien wurde somit viel durchgewechselt, was Erik Röhrs wohlwollend zur Kenntnis nahm: „Vier Spiele in fünf Tagen gehen an die Substanz, eine Pause tat wirklich gut, auch wenn wir uns damit bei den Bulgaren nicht beliebt gemacht haben.“ Bei einem deutschen Sieg wären die Südosteuropäer ins Halbfinale vorgestoßen, nach der 1:3-Pleite jubelte aber Tschechien. „Wir mussten uns einige Sprüche gefallen lassen, ein Vater hat sogar nach uns gespuckt“, spricht Röhrs über hässliche Szenen, von denen sich die DVV-Auswahl aber nicht hat beeindrucken lassen.

„Als Teambuilding-Maßnahme haben wir uns alle vor dem Turnier die Haare geschoren, außerdem unsere Zimmerpartner ausgelost, damit keine Cliquen entstehen. Wir sind zu einer Einheit geworden“, bestätigt der Außenangreifer das vorbildliche „Wir-Gefühl“, welches nicht nur auf, sondern auch neben dem Spielfeld herrschte. Im Halbfinale am Sonnabend traf das deutsche Team auf die favorisierten Russen, die sich in der anderen Sechser-Gruppe gemeinsam mit Italien, das gegen Tschechien zur Überraschung aller den Finaleinzug verpasste, durchsetzen konnten. „Auch wir waren eher der Außenseiter, daher war es schön zu sehen, wie das vermeintlich schwächere Tschechien die Italiener bezwungen hat“, nennt Erik Röhrs einen entscheidenden Punkt für die 3:0-Gala gegen Russland. Mit der richtigen Taktik, einer großartigen Einstellung und enormem Kampfgeist gelang den deutschen Jungstars laut ihrem Kapitän „das beste Spiel des Turniers“.

Unterstützung aus der Heimat

Zlín, Sonntagabend, 18 Uhr – ein letztes Mal bei dieser EM sangen die zwölf DVV-Talente sowie der Staff die deutsche Nationalhymne, ehe es anschließend vor 2500 Zuschauern um Gold ging. „Der Auftakt ins Finale war phänomenal, bei uns hat einfach alles geklappt“, beschreibt Erik Röhrs die Gefühlslage bei den Zwischenständen von 13:3 und 23:14. Acht Punkte später schien der erste Satz beim 23:22 zu kippen, doch „wir haben uns noch rechtzeitig gefangen. Danach lief es wie geschmiert.“

Nach dem 3:0-Finalsieg war der Jubel grenzenlos – bei Erik Röhrs und seinem Team, bei Papa Andreas, Oma Marianne und Opa Ulrich auf der Tribüne sowie bei Mama Dörte und Bruder Hannes in der Heimat, wo beim Public Viewing Verwandte und Freunde mitfieberten. Eben dort, wo der frisch gebackene Europameister, der einer Kyritzer Volleyball-Dynastie um Papa Andreas sowie den Onkeln Christian und Karsten, die mit der heimischen Fortuna allesamt in der 2. Bundesliga spielten, entstammt, seine ersten Schritte machte, ehe sein Weg über den VC Potsdam-Waldstadt zum Berliner TSC, bei dem er nun in der Jugend aktiv ist, führte. Durch ein Zweitspielrecht schlägt der Sportschüler auch für den VC Olympia auf.

Eintragung in das Ehrenbuch der Stadt Kyritz

„Wichtig ist nun die Vorbereitung auf die WM 2019, dieses Turnier hat einen noch höheren Stellenwert“, so Röhrs, der sich nach und nach an Bundesliga-Niveau ran tasten will. Am Dienstag führte ihn in sein Weg aber erst einmal zurück auf die Schulbank. „Ich glaube, das komische Gefühl in meinem Bauch liegt nicht an den paar Bierchen, die wir nach dem Finale noch zusammen mit den Tschechen getrunken haben, sondern an der Tatsache, jetzt wieder in die Schule zu müssen. Zumal ich keine Ahnung habe, was dort gerade abgeht“, scherzt Röhrs, der sich demnächst sogar in das Ehrenbuch der Stadt Kyritz eintragen soll, wie Mama Dörte bestätigte.

Von Marius Böttcher

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