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Kyritz Neue Kita ist im Gespräch
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14:59 31.05.2018
Das Haus Nummer 11 in der Bahnhofstraße könnte zum Standort einer neuen Kita werden. Ein freier Träger hat Interesse daran bekundet. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Die Zahl der Kindertagesstätten in Kyritz könnte sich demnächst von sechs auf sieben erhöhen. Die Stadtverordneten befassen sich derzeit mit der Absicht eines freien Trägers, in der Stadt eine weitere solche Einrichtung zu etablieren. Sogar ein möglicher Standort ist schon im Gespräch: das Haus in der Bahnhofstraße 11.

Die gemeinnützige Gesellschaft „navitas“ aus Berlin bietet sich demnach an, die Trägerschaft für die neue Kita zu übernehmen. Hintergrund ist die Nachfrage in Kyritz. „Der Bedarf ist da“, schätzt die zuständige Amtsleiterin des Kyritzer Rathauses Veronica Lausch ein. „Wir können derzeit nicht allen Anträgen von Eltern entsprechen.“

Etwa 50 Kitaplätze fehlen

Der Stadtverwaltung zufolge fehlen ab September schätzungsweise 50 Betreuungsplätze in der Stadt. Dabei arbeiten viele der bestehenden Einrichtungen seit Jahren über ihrer Kapazitätsgrenze. Die entsprechenden Sondergenehmigungen sollen demnächst wieder verlängert werden. Auch die vor zwei Jahren eröffnete Stephanus-Kita in der Prinzenstraße rechnet damit, dass sie im zweiten Halbjahr voll belegt ist. Die Stadt plant zwar den Bau eines „Nachbarschaftshauses“ an der Kindertagesstätte „Kunterbunt“ in der Werner Straße, doch bis zur Realisierung dieser Erweiterung werden voraussichtlich noch Jahre vergehen.

Bei Gesprächen zwischen Vertretern der Stadt und der Kreisverwaltung über die Situation, kam es offenbar zum Kontakt mit dem Berliner Unternehmen. „Der Kreis arbeitet schon länger mit diesem Träger zusammen“, sagt Veronika Lausch.

Träger mit interkulturellem Hintergrund

„navitas“ entstand 2006 aus dem Zusammenschluss zweier gemeinnütziger Träger in Berlin. Erfahrungen hatte man vor allem in der Suchthilfe, Kinder- und Familienhilfe und später auch in der interkulturellen Integrationsarbeit. Heute arbeiten rund 150 Menschen für die gemeinnützige Gesellschaft. Im Land Brandenburg widmet sie sich unter anderem Menschen mit psychischen Erkrankungen oder körperlichen Beeinträchtigungen.

Für Kyritz bietet „navitas“ nun an, bereits zum 1. September in der Bahnhofstraße 11 eine Einrichtung für 26 Kinder ab dem ersten Lebensjahr zu eröffnen. In dem Haus stünden etwa 130 Quadratmeter zur Verfügung. Es gäbe einen kleinen Garten. Ein direkter Zugang zum Rosengarten samt Spielplatz ließe sich einrichten. Die Stadt Kyritz müsste dazu einen langfristigen Mietvertrag mit dem Eigentümer des Hauses abschließen. Vorgespräche habe es dazu bereits gegeben, berichtet Amtsleiterin Veronika Lausch.

Stadt würde Kosten fürs Quartier übernehmen

Kyritz müsste die Kosten für das Gebäude und dessen technischen Betrieb tragen. „Die Gemeinden sind ja laut Kita-Gesetz dazu verpflichtet, die Kinderbetreuung zu finanzieren“, erklärt die Amtsleiterin. Das gelte auch für die Einrichtungen freier Träger – immer unter der Maßgabe, dass ein entsprechender Bedarf besteht. Für die neue Kita in der Bahnhofstraße rechne man derzeit mit Ausgaben von rund 52 000 Euro jährlich.

Eben deshalb müssen sich die Stadtverordneten mit dem Vorhaben befassen. Als erstes hatte in dieser Woche der Bildungs- und Sozialausschuss das Thema auf der Tagesordnung. Zu einem Urteil kamen die Ausschussmitglieder allerdings noch nicht. Sie wollen zuvor noch mit dem eventuellen Kita-Träger ins Gespräch kommen. Einen Termin dafür gibt es bereits. „Der Betreiber will sich bei der nächsten Hauptausschusssitzung vorstellen“, kündigt Veronika Lausch an.

Von Alexander Beckmann

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