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Kyritz Linke nominieren Kathrin Boleslawsky
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Linke nominieren Kathrin Boleslawsky
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00:23 31.08.2018
Kathrin Boleslawsky (2.v.r.) ist die Kandidatin der Linken in Kyritz für die Bürgermeisterwahl am 4. November. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Drei Frauen sind es jetzt, die sich am 4. November in Kyritz zur Bürgermeisterin wählen lassen wollen. Denn nach der erneuten Unterstützung der parteilosen Amtsinhaberin Nora Görke seitens der SPD und der Nominierung von Denise-Verena Ladewig-Hoffmann vorigen Donnerstag vom Stadtverband der CDU ist seit Montagabend nun Kathrin Boleslawsky die Kandidatin der Partei Die Linke.

Die 47-Jährige ist seit 23 Jahren verheiratet, längst Mutter dreier Kinder und seit gut zwei Jahren parteilos. Zuvor war sie Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und dabei seit 2008 auch Mitglied der Stadtverordnetenversammlung – bis die Anzahl der Stadtverordneten reduziert wurde und für die Bündnisgrünen nur noch ein Platz mit Franz J. Conraths übrig blieb.

Bei Bündnis 90/Die Grünen wegen Politik auf Bundesebene ausgetreten

„Ich bin dann ausgetreten, als ich mit der Politik auf Bundesebene nicht mehr mitgehen konnte. Wenn mehr als 50 Prozent von den eigenen Vorstellungen abweichen, geht das einfach nicht mehr“, erklärte Kathrin Boleslawsky vor den Teilnehmern der Linken-Mitgliederversammlung. Auf der kürten alle 13 Stimmberechtigten sie zur alternativlosen Kandidatin. Dass die Nominierung überhaupt auf sie fallen konnte, hing mit der ebenso bevorstehenden Wahl in Wusterhausen zusammen: „Ich war gefragt worden, ob ich nicht dort kandidieren wolle. Doch das ist gar nicht meine Stadt. Aber wenn’s Kyritz wär’...“ So habe sich das in Parteikreisen anschließend wohl herumgesprochen. „Kyritz ist meine Heimatstadt“, betonte Kathrin Boleslawsky.

Als sie und ihre Schwester geboren wurden, hielten sich ihre Eltern des Studiums wegen gerade in Berlin auf. So wurde sie zur gebürtigen Berlinerin. Doch schon Ende der 1970er Jahre zog die Familie wieder zurück nach Kyritz. Kathrin Boleslawsky studierte später Betriebswirtschaftslehre und arbeitete in Kyritz dann bei einer Firma unter anderem für Software-Betreuung zusammen mit Holger Kippenhahn. Der ist heute Vorsitzender des Linken-Regionalverbands Kyritz-Neustadt-Wusterhausen und in Heiligengrabe selbst längst Bürgermeister.

Kontakte zu vielen Betrieben, Einrichtungen, Vereinen

Seit 2002 arbeitet Boleslawsky beim Kyritzer Autozierteile-Zulieferer Matino, nunmehr Alutrim, als Controllerin. Zwischenzeitlich nutzte sie einigen Abstand zum Unternehmen, um sich als Unternehmensberaterin selbstständig zu machen. Seither ist sie zudem auch Inhaberin des Studios „Wellness bei Tiffany“ in dem von ihr und ihrem Mann sanierten sogenannten Alten Speicher in Kyritz.

„Ich möchte einfach etwas für meine Stadt tun“, erklärte die Frau, die gerne liest, Volleyball und Gitarre spielt: „Ich verfüge über viele Kontakte zu Betrieben, Einrichtungen, Vereinen und sagte mir, ich will nicht nur meckern, sondern machen.“ Was sich bewegen lässt, habe sie vor Jahren auch als Mitbegründerin der Kyritzer Friedensinitiative erfahren, aus welcher der runde Tisch für Flüchtlinge in der Stadt resultierte.

Die Dörfer und auch die „Kleeblatt-Kommunen“ im Blick

Mit Blick auf die bestehende Stadtverwaltung sagte sie: „Viele sind schon so lange da. Die sind alle fit, verfügen über viel Wissen. Da muss man als Bürgermeister nicht das einzige Sprachrohr sein.“ Und sie wolle „in die Dörfer gehen, mehr Kontakt zu den Ortsbeiräten halten“.

Die Kreisvorsitzende der Linken, Rita Büchner, ergänzte: „Die Dörfer wurden jahrelang nur abgespeist.“ Statt 500 Euro im Jahr als Kulturförderung mal eine höhere Prozentsumme des gesamten Investitionsvolumens regelmäßig in die Dörfer zu geben, „das wäre mal was. Damit ließe sich wirklich was schaffen“.

Kathrin Boleslawsky zog den Bogen noch weiter über die Kleeblatt-Kommunen Neustadt, Gumtow und Wusterhausen: So sei es zwar löblich, dass 51 Kyritzer Vereine in diesem Jahr mit insgesamt knapp 24500 Euro gefördert wurden. Doch da Kyritz als Mittelzentrum alljährlich 800 000 Euro vom Land bekommt, wäre es „ein echtes Zeichen“, würde ein Teil davon etwa auch an sämtliche Vereine des gesamten sogenannten „Kleeblatts“ gehen.

„Hier aber bringt es die Stadt auch noch fertig, gegen Vereine zu klagen“, ergänzte Dieter Groß, Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung, mit Blick auf den zuletzt jahrelangen Streit mit dem Anglerverein.

Am Donnerstag ist Bewerbungsschluss

Die Wahlbekanntmachung ist online unter www.kyritz.de bei Veröffentlichungen/Bekanntmachungen zu finden. Wie dem Bekanntmachungstext zu entnehmen ist, können bis diesen Donnerstag, 30. August, Wahlvorschläge eingereicht werden.

Wahlvorschläge können von Parteien, politischen Vereinigungen, Wählergruppen und Einzelbewerbern eingereicht werden. Weitere Anforderungen an den Inhalt der Wahlvorschläge und die Unterstützungsunterschriften werden in der Wahlbekanntmachung beschrieben.

Von Matthias Anke

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