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Kyritz Peter Kulisch: Trompeter aus Leidenschaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Peter Kulisch: Trompeter aus Leidenschaft
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00:22 18.03.2019
Peter Kulisch aus Kyritz Quelle: André Reichel
Kyritz

Peter Kulisch ist Autoschlosser und macht seine Arbeit sehr gern. Doch seine wahre Leidenschaft ist das Musikmachen, genauer gesagt das Trompete spielen. Unlängst erst konnte man den 45-jährigen bei einem Auftritt der Kyritz-Musikanten im Wusterhausener Stadtsaal erleben. Vergangenes Wochenende war er mit dem Shantychor „Stella Maris“ im Kyritzer Kulturhaus, wo er in der Shanty-Band die Trompete spielt.

Zur Musik kam Peter Kulisch bereits im Alter von sieben Jahren. „In der 1. Klasse habe ich bei Herrn Pahl Blockflöte spielen gelernt“, erzählt er. Doch dann hörte er im Radio ein Trompetenstück und schon war bei ihm das Interesse zu diesem Instrument geweckt. Ab der 3. Klasse bekam er erstmals eine solche in die Hand gedrückt.

Sein damaliger Musikschullehrer Siegfried Feul hatte ihm alle Kniffe und Tricks beigebracht, damit er später einmal das Instrument perfekt beherrscht. Das Leihinstrument konnte der junge Musikschüler schon bald gegen ein eigenes eintauschen. „Meine Eltern brachten mir eine Trompete aus Tschechien mit und die spiele ich bis heute“, so Peter Kulisch.

Peter Kulisch(r.) beim Auftritt der Musikschule in Kyritz bei der 750-Jahrfeier 1987. Quelle: André Reichel

Das dauerte naturgemäß eine ganze Weile. Bis zur 10. Klasse blieb Kulisch in der Musikschule. In der Zeit hatten die Musikschüler auch schon den einen oder anderen öffentlichen Aufritt. So spielte er im Juni 1987 zusammen mit anderen Schülern und dem Musiklehrer bei der 750-Jahrfeier in Kyritz vor Publikum.

Nach mehr als 30 Jahren hatte Peter Kulisch die Gelegenheit, seinem damaligen Musikschullehrer zu beweisen, was er kann. Gemeinsam mit anderen einstigen Musikschülern spielte Kulisch bei der Feier zum 90. Geburtstag von Siegfried Feul auf. „Wir hatten ihn damit überrascht und er freute sich sehr darüber“, sagt sein Schüler.

Nach der Schule hatte Peter Kulisch erst einmal genug von Noten üben und Trompete spielen. „Da waren die Mädels erst einmal wichtiger und außerdem fing ich mit meiner Lehre an“, berichtet er.

Die Kyritz Musikanten bei einem Stadtfest im Jahr 2010 auf dem Marktplatz, mit Peter Kulisch (3.v.l.). Quelle: André Reichel

Doch bald schon sprach ihn Siegfried Feul an, ob er interessiert sei, mit ihm bei den Ruppiner Blasmusikern mitzumachen. „Ich musste nicht lange überlegen und sagte zu“, so Kulisch. Zwischen Neuruppin, Fehrbellin und Gransee spielte die neunköpfige Combo an fast jedem Wochenende in allen möglichen Sälen. Nach sechs Jahren stieg er bei den Ruppiner Blasmusikern aus. „Mir wurde das alles irgendwann zu viel“, erinnert sich Peter Kulisch.

Doch auch diesmal wurde es nichts aus einer musikfreien Zeit. Die Kyritzer Stadtverwaltung fragte nach, ob er bei von der Stadt organisierten Aktionen, etwa den Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag, mit seiner Trompete aufspielen würde. Peter Kulisch ließ sich nicht lange bitten. Bis heute sorgt er bei all solchen Aktivitäten für eine würdige musikalische Umrahmung.

Auch bei der Partyband „Eiscreme“ spielte Peter Kulisch gelegentlich als Gastmusiker mit. Bei einem dieser Auftritte – bei einem Karnevalsfest in Meyenburg – lernte der Kyritzer seine aus Plau am See stammende Frau kennen, mit der er inzwischen zwei Töchter hat.

In mehreren Ensembles musikalisch unterwegs

Vor etwas mehr als zehn Jahren kam eine Anfrage von Hans Richter, dem inzwischen verstorbenen Begründer der Kyritz-Musikanten, der Kulisch für sein Ensemble gewinnen wollte. „Ich sah das als Herausforderung an, denn längst nicht jeder der meist schon sehr betagten Musiker traf noch jeden richtigen Ton auf seinem Instrument“, so Kulisch.

Nach dem Tod von Hans Richter übernahm Peter Kulisch die musikalische Leitung der Gruppe. Seither ist er eifrig dabei, das Programm moderner zu gestalten und viele Lieder aus dem Programm hat der 45-Jährige Kyritzer selbst neu arrangiert. „Beim Publikum kommt das gut an, das habe ich neulich beim Auftritt in Wusterhausen gemerkt“, stellt Kulisch erfreut fest.

Kurz nachdem Kulisch bei den Kyritz-Musikanten eingestiegen war, kam schon die nächste Offerte. Hartmut Paschen versuchte, ihn für den Shantychor „Stella Maris“ zu gewinnen. Kulisch sagte zu, aber mit einer Einschränkung. Schließlich ist er bereits musikalischer Leiter der Kyritz-Musikanten. „Wenn dort ein Auftritt ansteht, geht der Termin für mich vor“, so Kulisch. Die Gruppe ist besonders in den Sommermonaten rund um Kyritz viel unterwegs.

Stella Maris bei einem Auftritt im Kyeritzer Kulturhaus im Jahr 2012, mit Peter Kulisch in der Bildmitte. Quelle: André Reichel

Mit „Stella Maris“ kommt der engagierte Trompeter noch viel weiter in der Weltgeschichte herum. So treten sie bei der Grünen Woche in Berlin auf und auch bei verschiedenen Shantytreffen an Nord- und Ostsee und bei den jährlichen Hansetagen sind sie oft eingeladen. Aus Kyritz selbst bleiben Einladungen für städtische Veranstaltungen rar, merkt Peter Kulisch kritisch an. Doch davon will er sich die Freude am Musizieren nicht verderben lassen.

So lange er Familie, Arbeit und Hobby ohne Probleme unter einen Hut bekommt, will er weiter machen, denn Musik ist für ihn eine Art Lebenselixier. „Meine Frau unterstützt mich voll und ganz und dafür bin ich ihr auch sehr dankbar“, sagt Peter Kulisch.

Von André Reichel

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