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Kyritz „So wunderbar menschlich“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz „So wunderbar menschlich“
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10:00 17.07.2013
Peter Schroth, der Leiter der Schöller-Festspiele. Quelle: Axel Knopf
Neustadt

MAZ: „Schöller trifft Loriot“ lautet das Motto der Schöller-Festspiele. Wie passen die beiden Stücke zusammen?

 
Peter Schroth: Beide haben einen präzisen Humor und beide handeln vom Scheitern: Sowohl die Hauptfigur in der Pension Schöller, der Kyritzer Gutsbesitzer Phillipp Klapproth, als auch Loriots Figuren scheitern an sich selbst. Das ist ein großes Vergnügen, weil es sie so wunderbar menschlich macht.
 
Sind Sie dem 2011 verstorbenen Loriot einmal persönlich begegnet?

 
Schroth: Leider bin ich ihm nie begegnet, aber ich habe immer mit großem Staunen seine Arbeit wahrgenommen und mir deshalb gewünscht, einen Loriot-Abend zu machen. Dieser lässt sich nun in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Cottbus realisieren.
 
Außer Loriot – Was gibt es in diesem Jahr sonst noch für Besonderheiten bei den Schöller-Festspielen?

 
Schroth: 2012 haben wir unser Grundformat entdeckt und ausgearbeitet. Innerhalb des Festivals wollen wir dem Publikum jedes Jahr die „Pension Schöller“ sowie eine neue Komödie anbieten. Außerdem behalten wir als weiteren Höhepunkt immer am zweiten Sonnabend die lange Schöller-nacht im Programm. Dabei ist es uns wichtig, mit regionalen Partnern zusammenzuarbeiten. In diesem Jahr wird das die Holzband aus Neustadt sein, die abends zum Tanz spielt, damit die Theaterbesucher bis in die Nacht feiern können.
 
Im vergangenen Jahr kam die mobile Theaterbühne mit den Vorstellungen in Demerthin, Kyritz und Wusterhausen toll beim Publikum an. Woher stammt die Idee für das Teatro mobile?

 
Schroth: Das Vorbild für die mobile Bühne ist das Theater auf den Marktplätzen im Mittelalter. Von daher lag es durchaus nahe, diese Idee aufzugreifen. Außerdem zog mein Urgroßvater im 19. Jahrhundert selbst mit einer mobilen Bühne durchs Land.
 
Was wird auf der mobilen Bühne gespielt?

Schroth: Nach der „Titanic“ im vergangenen Jahr gibt es diesmal „Frauen an die Macht“ – ein Stück über die Geschlechterfrage, den Sinn und Unsinn der Sexismusdebatte, das Ganze verbunden mit viel Spaß und Musik.
 
Sie haben sich das Ziel gesetzt, mit den Schöller-Festspielen mehr Touristen in die Region zu locken. Wie wollen Sie das schaffen?

 
Schroth: Wir konnten erstmals frühzeitig unsere Fühler in Richtung der Reiseveranstalter ausstrecken. Da verzeichnen wir erste Anmeldungen und erste Erfolge. Aber ähnlich wie die Schöller-Festspiele selbst braucht auch so ein Projekt Zeit zum Wachsen.
 
Im vergangenen Jahr besuchten 2000 Menschen das Komödienfestival. Ist diese Zahl die Messlatte für 2013?

 
Schroth: 2000 Besucher waren ein sehr gutes Ergebnis. Wenn das Wetter mitspielt, so sind wir aber ehrgeizig genug, diese Latte reißen zu wollen.
 
Von Kyritzer Stadtverordneten gab es mehrfach den Vorschlag, dass die Schöller-Festspiele nicht immer nur in Neustadt, sondern auch einmal in der Knatterstadt stattfinden sollen. Würde der Kyritzer Marktplatz nicht eine tolle Kulisse darstellen?

 
Schroth: Natürlich ist der Kyritzer Marktplatz ein wunderbarer Ort, aber er stellt für uns ein logistisches und somit auch ein ökonomisches Problem dar. Während wir in den Neustädter Gestüten alles, was im Backstagebereich benötigt wird, wunderbar unterbringen können, müssten wir dazu in Kyritz für 14 Tage Räume anmieten und zudem den Markt zwei Wochen lang absperren. Außerdem müssten wir dort im Vergleich zu Neustadt ein viel größeres Sicherheitskonzept fahren, um Bühne und Technik vor Diebstählen und Vandalismus zu schützen. Das rechnet sich nicht.
 
Bleibt Schöller also dauerhaft in Neustadt?

 
Schroth: Ja. Die Schöller-Festspiele sind ein Teil der Kleeblattregion, und wir haben auch das Teatro mobile erfunden, damit jede Stadt zu ihrem Recht kommt. Darüber hinaus, so denke ich, sind die Entfernungen in der Kleeblattregion aber überschaubar, sodass ohne Weiteres ein Besuch in Neustadt möglich ist. Wir wollen mit unseren Aufführungen dafür werben, dass die Kleeblattregion als Ganzes wahrgenommen wird.
 
Ist für ein Komödienfestival ein fester Spielort wichtig?

 
Schroth: Die Schöller-Festspiele werden mit drei Dingen verbunden: mit der Kleeblattregion, mit dem Haupt- und Landgestüt in Neustadt sowie mit den Marktplätzen in der Gemeinde Gumtow, Kyritz und Wusterhausen.

Interview: Axel Knopf

Das Programm: Vom Büffel im Schlafrock über die Pension Schöller bis zu Frauen an die Macht

Der große Loriot-Abend „Büffel im Schlafrock“: Freitag, 26. Juli, 19.30 Uhr; Sonntag, 28. Juli, 14.30 Uhr – Familiensonntag, Loriot ab 16 Uhr; Freitag, 2. August, 19.30 Uhr; Spielort ist immer der Landschaftspark der Neustädter Gestüte.
Pension Schöller: Sonnabend, 27. Juli, 19.30 Uhr; Sonnabend, 3. August, 18 Uhr – Die lange Schöller-Nacht; Sonntag, 4. August, 14.30 Uhr – Familiensonntag, Schöller ab 16 Uhr; Spielort ist immer der Landschaftspark der Neustädter Gestüte.
Frauen an die Macht – Teatro mobile: Dienstag, 30. Juli 19.30 Uhr, Marktplatz Kyritz; Mittwoch, 31. Juli, 19.30 Uhr, Schloss Demerthin; Donnerstag, 1. August, 19.30 Uhr, Marktplatz Wusterhausen.
Theater für Kinder: 27. Juli, 15 Uhr, Zu zweit ist schöner alleine – Tacki & Noisly (Premiere); 28. Juli, 15 Uhr, Die kleine Hexe – Sabine Mittelhammer, Handmaids;
3. August, 15 Uhr, Die gestiefelte Katze – Daniel Wagner, Theater Zitadelle; 4. August, 15 Uhr – Hans im Glück – Puppen- und Musiktheater Martin Lenz.   Eintrittskarten gibt es in den MAZ-Geschäftsstellen in Neuruppin, Tel. 0 33 91/45 75 40, und Pritzwalk, Tel. 0 33 95/76 21 43 (Rabatt für MAZ-Card-Inhaber), im Kyritzer Tourismusbüro, Maxim-Gorki Straße 32, Tel. 03 39 71/5 23 31 , und im Internet unter www.schoeller-festspiele.de.

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