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Kyritz Künftiges Museum geht in die Schule
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Künftiges Museum geht in die Schule
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02:16 31.05.2018
Unterricht am realen Objekt: Museumskuratorin Susan Hoyer führte Kyritzer Schüler durch die Stadtgeschichte. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Ganz Kyritz ist Museum. Diesen Eindruck wusste am Montag die Kyritzer Museumskuratorin Susan Hoyer zu vermitteln. Noch hat die Stadt zwar kein Haus der Geschichte, aber zu erzählen und zu entdecken gibt es jede Menge.

Bei einem gut einstündigen Rundgang führte Susan Hoyer am Montag erstmals Schüler der 10. Klassen des Kyritzer Gymnasiums in die mittelalterliche Stadtgeschichte ein. Im kommenden Schuljahr steht für sie das Thema Stadtentwicklung dann auch auf dem Lehrplan.

Geografielehrerin Birgit Zeugner hält das Angebot jedenfalls für ausgesprochen hilfreich. Ihre Schüler bekämen so noch vor der Theorie einen praktischen Einblick auf heimischem Terrain. „Frau Hoyer nimmt mir einen großen Teil Arbeit ab. Das ist ganz toll.“

Von der Gründung bis zum Stadtbrand

Die Museumskuratorin machte den Rundgang zu einer Art Museumsführung. Kyritzer Bauten wurden zu Exponaten. „Wie plante man so eine Stadt im Mittelalter?“ war eine der Fragestellungen. „Mitte des 12. Jahrhunderts haben sich hier die ersten deutschen Handwerker und Siedler niedergelassen“, berichtete Susan Hoyer. „Vorher haben wir ja zum slawischen Siedlungsraum gezählt.“

Entlang des Hauptweges, also einer Handelsroute oder Poststraße, so führte die Expertin aus, habe sich ein Marktplatz etabliert. Erst in der Folge sei die Umgebung dann parzelliert und nach und nach bebaut worden. „Bis ins 15. Jahrhundert gab’s in Kyritz kaum Stadtbrände, weil die Stadt einfach noch nicht so dicht bebaut war.“

Profitabel sollte es zugehen

Wichtig sei das Stadtrecht gewesen. Es bedeutete, dass Handwerker sich in Gilden organisieren durften wie im Kyritzer Fall beispielsweise die Gewandschneider. Rechte waren damit verbunden, wie das auf Holzeinschlag und Fischerei, später auch das Münzprägerecht oder die Mühlengerechtigkeit. „Ein Ort mit Stadtrecht war ein bedeutender Handels- und Wirtschaftsstandort.“ Und damit profitabel für die Landesherrschaft. Kyritz lieferte unter anderem landwirtschaftliche Produkte, Tuch und Lederwaren bis nach Lübeck – und nicht zuletzt Bier.

Die Stadtmauer diente als Schutz in politisch wechselhaften Zeiten. Kyritz sei trotz diverser Versuche nie gewaltsam besetzt worden – jedenfalls sei davon nichts überliefert. „Das Problem ist, dass die meisten Unterlagen und Dokumente verbrannten, als das Rathaus brannte“, so die Museumskuratorin.

All dies demonstrierte sie anhand von Spuren im Stadtbild. Weiteres Anschauungsmaterial wird erst das geplante Museum liefern können.

Termine für weitere Führungen

Die rund 20 Schüler schrieben eifrig mit. In der nächsten Woche wird eine weitere Gruppe mit Susan Hoyer unterwegs sein. Sie kann sich durchaus vorstellen, dieses Angebot für den Unterricht auf Dauer zu etablieren.

Mindestens einen Mitstreiter gibt es dabei schon. Jörg Mose wird den Schülern in zwei Wochen die Stadtentwicklung vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart erläutern. „Aufhänger ist natürlich, dass ich Quartiersmanager in Kyritz West bin: ein typisches Beispiel sozialistischen Wohnungsbaus“, erklärt der studierte Geograf.

Von Alexander Beckmann

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