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Kyritz Stellenkürzung beim Tisch für Bedürftige
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Stellenkürzung beim Tisch für Bedürftige
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00:37 19.05.2018
Anna Schmidt, Marlies Butzke, Detlef Luckfiel und Barbara Matschul (v.l.) sind bei der Gab-Tafel tätig. Sie haben Glück, denn ihre Stellen werden nicht gestrichen. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Rentner und Arbeitslose, deren Einkommen zum Leben kaum ausreicht, haben bei der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (Gab) seit Jahren einen für sie sehr wichtigen Anlaufpunkt. Hier können sie beim „Tischlein deck dich“ für wenig Geld Lebensmittel erhalten oder im Laden gebrauchte Möbel und Bekleidung kaufen. Außerdem gibt es dort Hilfe beim Ausfüllen von Formularen.

45 Menschen sind bei der Gesellschaft beschäftigt

Auch für die 45 bei der Gab in Kyritz beschäftigten MAE-Kräfte, die in sieben Maßnahmen den Betrieb aufrecht erhalten, ist diese Einrichtung immens wichtig. Hier haben sie das Gefühl wiederbekommen, gebraucht zu werden, hier kommen sie mit anderen Menschen in Kontakt und auch auf den kleinen Verdienst im Ein-Euro-Job können sie kaum verzichten.

All dies ist nun für die meisten MAE-Leute in akuter Gefahr, denn das Jobcenter ist dabei, massiv diese Stellen zusammenzustreichen. „Wie es aussieht, bleiben uns am Ende nur noch zwölf Leute“, berichtet die Kyritzer Gab-Chefin Nicole Dorau. Nicht wenige ihrer MAE-Kräfte sind alleinerziehende Frauen. „Auf dem ersten Arbeitsmarkt haben sie kaum Chancen, umso mehr verstehe ich die Stellenstreichung seitens des Amtes nicht“, so Nicole Dorau.

Der Bund gibt weniger Geld

Auf MAZ-Nachfrage hieß es dazu beim Jobcenter des Kreises Ostprignitz-Ruppin, dass die Geldzuweisungen des Bundes aufgrund der stetig sinkenden Zahl der Bedarfsgemeinschaften beziehungsweise der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten rückläufig sei. Betrugen die Zuweisungen des Bundes im Vorjahr noch 7,88 Millionen Euro, sind es 2018 nur noch 6,46 Millionen Euro. Dies sind rund 20 Prozent weniger Eingliederungsmittel als im Vorjahr und erkläre die Reduzierung der MAE-Stellen.

Von den bislang sieben Maßnahmen zur Eingliederung Langzeitarbeitsloser werden bei der Gab in Kyritz im Sommer nur noch zwei übrig sein: die Gebrauchtartikelbörse und das „Tischlein deck dich“ – und das aber auch nur mit personeller Minimalbesetzung.

Alltagswerkstatt für Alleinerziehende

Einen Vorgeschmack auf das, was auf die Gab in Sachen Stellenstreichung zukommen wird, hat die Gesellschaft schon bekommen. Eine der Maßnahmen, die Alltagswerkstatt für Alleinerziehende, ist bereits Ende März ausgelaufen. „Da waren acht Leute beschäftigt, die nun alle zur Untätigkeit verdammt sind“, sagt Nicole Dorau. Einige versehen ihren Dienst nun zwar ehrenamtlich, um weiter unter Leuten zu sein, doch eine akzeptable Lösung auf Dauer sei das für keine Seite, weder für die Arbeitslosen, noch für die Gab. „Wir wollen ja niemanden ausnutzen“, sagte die Kyritzer Gab-Chefin.

Monika Behling ist eine von denen, die nun ehrenamtlich aushelfen. Die 54-Jährige hatte bis März eine MAE-Stelle, die bereits vom Amt gestrichen wurde. Am liebsten steht Monika Behling in der Gebrauchtartikelbörse an der Kasse und berät die Leute, die in den Laden kommen. „Ich kenne hier ja fast jeden“, so Monika Behling.

Hilfe beim Ausfüllen von Formularen

Im Juni läuft als Nächstes die Maßnahme „Arbeitsloseneinrichtung“ aus. Dort helfen Petra Krenz und eine weitere Kollegin bei der Stellensuche und dem Ausfüllen von Anträgen und Formularen. „Dass man uns diese Stellen streicht, ist mir unverständlich, denn nicht selten schickt uns das Jobcenter Leute vorbei, damit wir ihnen mit den Formularen und Bewerbungen helfen“, so Nicole Dorau.

Ebenfalls im Juni wird mit der Lederwerkstatt Schluss sein und auch die Werkstatt für Therapeutisches Spielzeug wird es ab November nicht mehr geben. Ebenso betroffen von der Stellenstreichung sind die Standorte der Gab in Protzen und Wittstock.

Hoffnungsschimmer für das Jahr 2019

Einen Hoffnungsschimmer sehen Nicole Dorau und ihre MAE-Kräfte aber am Horizont: „Ab 2019 sollen eventuell wieder Maßnahmen bewilligt werden“, so hofft Nicole Dorau. Das klingt jedoch ziemlich vage und seitens des Landkreises wurde dies auch nicht bestätigt. Bis dahin heißt es für die Leute von der Gab: durchhalten!

Von André Reichel

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