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Teurer Brocken für Neuruppin

Bau der Rettungswache blockiert andere Investitionen des Kreises Teurer Brocken für Neuruppin

Der Landkreis hat im nächsten Jahr kaum Geld für Investitionen. Grund ist der geplante Neubau einer Rettungswache an der Holländer Mühle in Neuruppin. Landrat Ralf Reinhardt (parteilos) rechnet dafür mit Kosten von knapp zwei Millionen Euro – im Investitionsplan des Kreises für 2014 sind jedoch lediglich 1,5 Millionen Euro eingeplant.

Neuruppin. „Das Projekt übersteigt unser Investitionsvolumen“, räumte Reinhardt beim Kreis- und Finanzausschuss am Donnerstagabend ein. Gleichwohl hält der Landrat am Bau einer neuen Rettungswache fest. Denn die alte in der Neustädter Straße ist zu klein. Deshalb hätten auch die Krankenkassen auf einen Neubau gedrungen, so Reinhardt. Wie der Kreis das Geld für die neue Wache aufbringen will, das will der Landrat den Abgeordneten beim Kreistag am 12. September erklären. Dann legt Reinhardt den Entwurf für den Nachtragshaushalt für das Jahr 2014 vor. „Darin sind die einzelnen Positionen aufgeschlüsselt“, sagte am Freitag Kreissprecherin Britta Avantario.

Klar ist, dass trotz der Finanznot des Kreises im nächsten Jahr auch an anderen Stellen investiert werden soll. Denn wenn die Kreisumlage von 46 auf 48 Prozent steigt, will das Land Investitionshilfen in Millionenhöhe gewähren (die MAZ berichtete). „Die Kreisstraßen haben dabei Priorität“, sagte Reinhardt beim Kreisausschuss. So sollen 2014 mit dem Geld aus Potsdam unter anderem die Straßen zwischen Rheinsberg und Zühlen sowie zwischen Fehrbellin und Lentzke saniert werden.
Dem Kreistagsabgeordneten Lutz Scheidemann reicht das nicht aus. Der Wittstocker Liberale drängt auf eine Reparatur des Radweges zwischen Sewekow und Wittstock.

Der 16 Kilometer lange Abschnitt gehört zur Tour de Brandenburg. Die 1111 Kilometer lange Tour gilt als der längste Radfernweg Deutschlands, für den das Land bundesweit um Touristen wirbt. Nur ist die Piste auf mehreren Abschnitten nicht mehr befahrbar. „Da sind so viele Wurzelaufbrüche, das ist für Radler gefährlich“, sagte Scheidemann. Die meisten Radler weichen deshalb bereits auf die benachbarte Kreisstraße aus. Dabei dürften sie das gar nicht, weil der Radweg ausgeschildert ist, so der FDP-Mann.

Der Landkreis hatte das Problem erkannt. 70 000 Euro waren für die Sanierung im nächsten Jahr geplant – wenn das Land das Projekt fördert. Doch vom Wirtschaftsministerium gab es eine Absage. Lapidar sei darauf verwiesen worden, dass nur der Neubau von Radwegen gefördert werde, aber nicht die Sanierung. „Das ist unbefriedigend“, sagte Landrat Reinhardt. Als leidenschaftlicher Radfahrer ärgere er sich selbst über Aufbrüche und Schlaglöcher auf den Radwegen. Wenn die Piste nicht saniert werden kann, muss die Tour de Brandenburg zwischen Wittstock und Sewekow auf der viel befahrenen Straße verlaufen. „Vielleicht weckt das beim Land ja jemanden auf“, sagte Reinhardt.

av

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