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Kyritz Die Park-Architektin
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01:16 03.03.2019
Gestaltet Grünanlagen nicht nur aus beruflichen Gründen: Anja Brückner in ihrem Garten hinter dem Pfarrhaus von Zernitz. Quelle: Matthias Anke
Zernitz

Ein Fuß trifft das Tischbein. Schneeweiße und dunkelviolette Blüten beginnen zu wippen. Auch die langen Blätter schwingen, als wolle sich plötzlich die ganze Blume melden und was erzählen. Und diese Pflanze könnte eine ganze Menge berichten, ist sie derzeit doch der tägliche Begleiter auf dem Bürotisch von Anja Brückner in Zernitz.

Sie hat aktuell wieder mehrere Projekte gleichzeitig zu laufen. Es sind unter anderem der Gutspark in Plänitz zwischen Neustadt und Wusterhausen, der Schlosspark Demerthin und die zum Schlosspark Rheinsberg gehörenden Wälder.

Auch privat Gartenarbeit als Leidenschaft

„Das ist eine Schachbrettblume, die hole ich gerne mal rein, wenn sie so schön blüht“, erzählt die Landschaftsarchitektin, die in ihrer Freizeit einer großen Leidenschaft nachgeht: Gartenarbeit. „Das ist mein Ausgleich.“

Ihr Beruf sei eben viel Theorie. Was sie auf dem Papier erstellt, führen später ja andere aus. Doch als gelernte Gärtnerin kennt sie das.

Als Anja Brückner und ihr Mann in den 1990er Jahren ins Pfarrhaus zu Füßen der Zernitzer Feldsteinkirche zogen, war der Garten noch ein Wald aus Brennnesseln. Ob er das irgendwann wieder wird?

Mit dem Dienstende ihres Mannes zieht das Paar, dessen zwei Töchter längst aus dem Haus sind, nach Jederitz bei Havelberg. Dort hat Anja Brückner seit langem schon ihr eigentliches Büro. Dort wird gezeichnet, dort stapeln sich die Akten. Und davon kamen eine Menge zusammen in den zurückliegenden mehr als zwei Jahrzehnten, in denen sie in vielen Orten Brandenburgs wertvolle Gärten und Parks gestaltet hat.

Der Kyritzer Rosenpark, auch Rosengarten genannt, war eines der ersten und bis heute wichtigsten Projekte von Landschaftsarchitektin Anja Brückner aus Zernitz. Quelle: Matthias Anke

In Kyritz unternahm sie ihren ersten größeren Schritt, indem sie am Wettbewerb zur Gestaltung des Rosengartens in Kyritz teilnahm und diesen 1996 gewann. Viele Jahre später durfte sie die Pläne umsetzen.

Die Skulptur „Woge“ und die Kyritzer Anlage im Norden an der Bahnhofstraße. Quelle: Matthias Anke
Im Süden des Kyritzer Rosengartens schließt ein Spielplatz den Park zur Hagenstraße hin ab. Quelle: Matthias Anke

„Es gab auch Projekte, bei denen ich nur in den Anfangsphasen dabei war. Für den Tempelgarten in Neuruppin hatte ich damals die Zielstellung erarbeitet. Weitergeplant wurde er von jemand anderem.“

Ein weiteres Herzensprojekt sei in der Prignitz der Landschaftspark von Hoppenrade gewesen. „Dort bin ich heute noch im Förderverein Mitglied. Und es ist ja so: Ich muss immer auch persönlich hinter dem Projekt stehen, sonst würde ich es gar nicht erst machen.“

Die Projektnamen sind keine Unbekannten: Kirchplatz und Amtsfreiheit Neustadt, Schinkelplatz Gransee, Park Liebenberg, Gedenkturm Fehrbellin-Hakenberg, Havelpromenade Ketzin, Klostergarten Kyritz, Archäologischer Park und Schlosspark Freyenstein, Schlosspark Nackel, Hohenzollernpark Friesack, Stadtfriedhof Wittstock und und und.

In Potsdam zwischen Sanssouci und Neuem Garten aufgewachsen

Ihre wichtigsten Projekte sah sie in der Restaurierung der Schlossparks Steinhöfel  (Oder-Spree) und Krumke bei Osterburg (Sachsen-Anhalt) und im Humboldthain von Brandenburg/Havel.

„Ich wuchs eben in Potsdam zwischen Sanssouci und Neuem Garten auf, da musste das wohl so kommen“, erklärt sich die Landschaftsarchitektin ihr Faible.

Es reicht von Studien und Gutachten über die Planungen von Freiflächen und Landschaften bis zur Verschönerung von Dorf- und Stadträumen. Je nach Projekt arbeitet Anja Brückner mit weiteren Experten zusammen, mit Kunsthistorikern, Biologen, Wasserbauern zum Beispiel.

„Einen Gartentraum am Ende umzusetzen, ist was ganz Tolles. Ich habe dabei immer das Gefühl, etwas weiterzugeben“, erklärt sie: „Oft arbeite ich ja mit schon uralter Substanz“, sagt Anja Brückner mit Blick auf die Nachwelt –  die da nun so einiges zu pflegen habe.

Vortrag demnächst in Rheinsberg

Am Freitag, 29. März, referieren Anja Brückner und Kunsthistorikerin Ines Oberhollenzer ab 18 Uhr in der Schlossküche Rheinsberg zum Thema „Der Boberow, Teil des Rheinsberger Gartenreiches“. Anmeldungen werden unter 033931/71 60 erbeten. Für den folgenden Sonnabend, 30. März, laden die „Freunde des Rheinsberger Gartenreiches“ ab 9.30 Uhr zum Arbeitseinsatz ein. Treffpunkt ist der Vier-Alleen-Platz.

Von Matthias Anke

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