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Kyritz Die Flurneuordnung geht weiter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Die Flurneuordnung geht weiter
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00:21 05.08.2018
Mancher Weg führt über viele Flurstücke. Solche Gebietsstruktur aber lässt sich vereinfachen – auch mit Blick auf einen Wegeausbau. Quelle: Archivfoto Geisler
Stüdenitz/Neuruppin

Gäbe es Fälle wie Stüdenitz nicht, würden weite Teile der Öffentlichkeit kaum wissen, was ein Bodenordnungsverfahren ist. Dabei gibt es in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin rund 30 davon. Landesweit sind es etwa 135. Und gerade kommen im Nordwesten des Landes zwei weitere Verfahren hinzu: in Christdorf (Wittstock) und Rapshagen (Meyenburg).

„So einen Diskussionsbedarf, den es in Stüdenitz gab, kenne ich von anderen Verfahren nicht. Das läuft sonst in der Regel geräuschlos ab“, erzählt Birgit Frömer vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung mit Dienstsitz in Neuruppin. Sie ist für das seit 2004 laufende Stüdenitzer Verfahren zuständig. So wurden auch dort etliche ländliche Wege unter Zuhilfenahme von Fördergeldern ausgebaut. Ein Teil der Kosten wurde auf alle in dem Gebiet befindlichen Grundstückseigner umgelegt. Auch Vermessungskosten gehörten dazu. Das sorgte für Wirbel. Nicht jeder fühlte sich hinsichtlich eines von ihm mehrere Kilometer entfernten Weges, den er persönlich nicht nutzt, in der Pflicht.

Meyenburg, Lichtenberg-Karwe und Tarmow abgeschlossen

Doch nun ist Licht am Horizont: Anfang 2019 soll der neue Bodenordnungsplan samt aller erfolgten Änderungen vorliegen. Es werden alle rund 430 Betroffenen, die seit nun schon 14 Jahren automatisch eine Teilnehmergemeinschaft bilden, angeschrieben. Nach Erörterungsterminen und Widerspruchsmöglichkeiten steht nur noch die sogenannte Schlussfeststellung an.

Bisher gelten in der Region drei solcher Verfahren als abgeschlossen: Meyenburg, Lichtenberg/Karwe und Tarmow. Das Ziel dürfte dort jeweils als erreicht gelten: „Ziel der Landentwicklung ist die Planung, Vorbereitung und Durchführung aller Maßnahmen, die dazu geeignet sind, die Wohn-, Wirtschafts- und Erholungsfunktion vor allem im ländlichen Raum nachhaltig zu erhalten und zu verbessern und damit die dauerhafte Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum zu bewirken.“ So formuliert wird es seitens des Verbandes für Landentwicklung und Flurneuordnung (VLF).

Insgesamt ein Gebiet, das acht Prozent der Landesfläche entspricht

Als der Verband im Jahr 2000 gebildet wurde, bestand er aus 18 Teilnehmergemeinschaften. Ende 2015 waren es schon rund 100. Heute bilden alle der mehr als 130 Verfahren zusammen eine Fläche von über 230 000 Hektar ab. Das entspricht acht Prozent der Landesfläche Brandenburgs mit rund 125 000 betroffenen Bürgern.

Die Landeigentümer rund um Christdorf kommen nun dazu. „Ich gehe davon aus, dass das Verfahren noch dieses Jahr angeordnet wird“, sagt Petra Nawrocki. Sie ist im Landesamt Regionalteamleiterin für die Bodenordnung in der Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel.

„Konflikte“ in der Landschaft sollen ausgeräumt werden

In einer Präsentation des Landesamtes zusammen mit dem VLF als erste Information hieß voriges Jahr nun auch zum Christdorfer Verfahren und den Gründen für die Bodenordnung, dass „Konflikte in der Landschaft“ zu minimieren sind. Damit gemeint sind zu kleinteilige Flurstücks-Strukturen und dass Wege oder Gewässer über fremden Boden führen, aber auch, dass Wege oder Gräben nicht mehr als solche genutzt werden oder Flurstücke zerschnitten und mitunter nicht oder nur unzulänglich erschlossen sind. Das Eigentum an Grund und Boden soll im Zuge der Flurbereinigung wieder „verfügbar“ und zudem besser erschlossen werden. Rechtliche Fragen sind zu klären hinsichtlich des vorhandenen Wegenetzes. In erster Linie aber geht es eben um ländlichen Wegebau.

Das Prozedere dazu ist überall gleich. Die Stichworte lauten Wertermittlung, Planwunschgespräche über Tauschflächen und Zuteilungen, Besitzeinweisungen, Vermessung der neuen Grundstücke, Einweisung der Beteiligten, Erstellung des Bodenordnungsplanes, Berichtigung der öffentlichen Bücher.

Bodenordnungsverfahren dauern 12 bis 15 Jahre

„Wir sprechen in unserer Region dabei von durchschnittlich 3000 Hektar großen Gebieten mit jeweils durchschnittlich 500 Teilnehmern. In der Regel umfasst das dann 700 Grundbücher. Und das nimmt Zeit in Anspruch“, erklärt Petra Nawrocki, weshalb ein Bodenordnungsverfahren zwölf bis 15 Jahre dauert.

„Wir sind da noch mittendrin“, sagt beispielsweise Burkhard Schultz aus Biesen. Er gehört dem Vorstand des Verbandes für Landentwicklung und Flurneuordnung an und ist zugleich Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Wernikow und Vorstandsmitglied der Teilnehmergemeinschaft Wulfersdorf. Beide Gebiete umfassen den Nordwesten Wittstocks. „Strukturen, die in Jahrhunderten entstanden sind, lassen sich eben nicht innerhalb nur eines Jahres umkrempeln“, sagt Schultz mit Blick auf die Verfahrensdauer auch bei ihm.

Von Matthias Anke

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