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Kyritz Widerstand gegen Deponievorhaben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Widerstand gegen Deponievorhaben
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00:23 01.11.2018
Die Kiesgrube bei Holzhausen soll zur Deponie werden. Quelle: Matthias Anke
Holzhausen

Der Kreisverband Ostprignitz-Ruppin von Bündnis 90/Die Grünen lehnt die geplante Nutzung der ehemaligen Kiesgrube bei Holzhausen als Abfalldeponie ab. Er schließt sich damit dem Holzhausener Ortsbeirat, der Kyritzer Bürgermeisterin und der Bürgermeisterin der benachbarten Gemeinde Zernitz-Lohm an.

Wie der Grünen-Kreisverband konstatiert, soll die Kiesgrube zwischen Holzhausen und Zernitz nach dem Willen ihrer Besitzer demnächst als Deponie der Klasse 1 Abfälle mit niedrigem Schadstoffgehalt und einem geringen Anteil organischer Stoffe dienen. Das könnten nach Auffassung der Grünen beispielsweise auch Industrieabfälle und Hausmüll sein. Offiziell ist aber nur von Bauschutt und Bodenaushub die Rede.

Experte registrierte seltene Arten

In einer von der Stadt Kyritz in Auftrag gegebenen Expertise zur Tier- und Pflanzenwelt in der Kiesgrube und ihrer Umgebung kommt der Fachgutachter und Ornithologe Jürgen Kaatz zu dem Schluss, dass dort mit dem Steinschmätzer mindestens eine vom Aussterben bedrohte Vogelart sowie vier Vogelarten vorkommen, die entweder unter europäischen (Rohrweihe, Neuntöter, Heidelerche) oder besonderen nationalen Schutz fallen (Heidelerche und Grauammer). 26 der 55 auf dem Gelände festgestellten Brutreviere wurden von Vogelarten besiedelt, die nach der „Roten Liste und Liste der Brutvögel des Landes Brandenburg“ als gefährdet gelten. Hinzu kommen seltene und gefährdete Reptilien und Amphibien sowie Pflanzen.

„Insgesamt kann man feststellen, dass in der Kiesgrube Lebensräume existieren, die für verschiedene Tier- und Pflanzenarten überlebenswichtig sind“, stellt Anja Wolff vom Grünen-Kreisverband fest. „Der Verdacht, dass streng geschützte Vögel, Amphibien und Reptilien gezielt beseitigt wurden, um in der Kiesgrube eine Deponie errichten zu können, muss alarmieren. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, müssen die Verantwortlichen ermittelt und bestraft werden.“

Bedarf in Frage gestellt

Auch die aktuelle, illegale Nutzung der Kiesgrube für den Motorsport macht den Grünen Sorge: „Dass Motocross-Fahrer das sensible ökologische Gleichgewicht stören, ist problematisch. Hier muss Abhilfe geschaffen werden.“

Nach Auffassung des Kreisverbandes ist der Bedarf für eine neue Deponie dieser Art sowieso fraglich. „In jedem Fall müssen Artenschutz und Abfallvermeidung vorgehen.“

Zudem seien die Bedenken der Einwohner der umliegenden Orte ernst zu nehmen. Sie befürchten, dass der Lkw-Verkehr durch ihre Dörfer erheblich zunimmt.

Die beiden Bürgermeisterinnen von Kyritz und Zernitz-Lohm laden für kommenden Donnerstag, den 1. November, zu 17 Uhr zu einer Informationsveranstaltung vor Ort ein.

Von Alexander Beckmann

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