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Kyritz Fallstricke für Landwirte im Straßenverkehr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Fallstricke für Landwirte im Straßenverkehr
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00:20 14.02.2019
Was auf dem Acker keine Rolle spielt, kann auf der Straße problematisch werden – und zwar je größer die Technik wird. Quelle: Frank Bürstenbinder
Kyritz

Für die einen sind sie ein Ärgernis, für die anderen unvermeidbar: Landmaschinen auf der Straße. In Kyritz ließen sich am Montag etwa 50 Landwirte über die für sie wichtigen Rechtsgrundlagen im Straßenverkehr informieren.

Sie alle waren Teilnehmer der ersten diesjährigen Winterschulung des Kreisbauernverbandes Ostprignitz-Ruppin. Seit vielen Jahren bietet der Wirtschaftsverband seinen Mitgliedern und anderen Interessierten im Winter Informationsveranstaltungen mit Experten diverser branchentypischer Fachrichtungen an.

Die Mitglieder regen zu den Schulungsthemen an

„Es geht immer um Themen, die von unseren Mitgliedern an uns herangetragen wurden“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, Maria Mundry, die ihren Sitz in Kyritz hat.

Am kommenden Dienstag, dem 19. Februar, steht ab 9 Uhr in „Bluhms Hotel“ in Kyritz beispielsweise die Düngeverordnung auf dem Plan. Eine Woche darauf ist ebenfalls ab 9 Uhr am gleichen Ort eine Fortbildung im Pflanzenschutz im Angebot. Die Teilnahme ist generell kostenlos.

Über Fallstricke für Landwirte auf der Straße

Am Montag klärte Polizeihauptkommissar Matthias Goodmann von der Polizeidirektion in Neuruppin ausführlich über die Fallstricke auf, denen Landwirte auf der Straße ausgesetzt sein können.

Bei der Winterschulung des Kreisbauernverbandes Ostprignitz-Ruppin in Kyritz erklärte Polizeihauptkommissar Matthias Goodmann, was Landwirte auf der Straße beachten sollten. Quelle: Alexander Beckmann

Einen Schwerpunkt formulierte einer der Zuhörer dabei treffend so: „Je größer die Technik wird, desto komplizierter ist es.“

Das betonte auch Matthias Goodmann. Die allermeisten landwirtschaftlichen Fahrzeuge überschreiten heutzutage die normal zulässige Maximalbreite. „Ganz wichtig ist, dass Sie Ausnahmegenehmigung und Streckenerlaubnis haben“, legte der Polizeihauptkommissar den Landwirten unter anderem ans Herz. Und: „Lesen Sie die Erlaubnis einmal von vorne bis hinten durch!“ Wer gegen die darin formulierten Auflagen verstößt, laufe ganz schnell in Gefahr, belangt zu werden.

Wenn ein Fahrzeug breiter als 3,50 Meter ist

Nicht immer seien die Forderungen praktikabel, das gestand auch der Polizist ein und hatte selbst Beispiele parat: „Sobald Sie breiter als 3,50 Meter unterwegs sind, ist Polizeibegleitung angesagt. Da gibt’s nichts anderes“, stellte er die Regel klar. So eine Begleitung sei spätestens 48 Stunden vorher zu beantragen. Doch genau da sehe die Realität oft anders aus. Der Landwirt wisse eben nicht in jedem Fall zwei Tage im Vorfeld, auf welchen Acker er seinem Mähdrescher einsetzen muss. Schließlich spielt da auch das Wetter eine Rolle.

In der Praxis wird vielleicht nicht jede einzelne Vorschrift absolut strikt durchgesetzt. Matthias Goodmann ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass bestimmte Punkte nicht verhandelbar sind. Maßgabe sei für ihn als Polizist in jedem Fall die Sicherheit auf der Straße.

Strenge Auflagen für 25-km/h-Anhänger

Oft unterschätztes Konfliktpotenzial birgt nach Einschätzung des Polizeibeamten die Nutzung von 25-km/h-Anhängern. Der Gesetzgeber mache damit für Land- und Forstwirte eine große Ausnahme. „Sie dürfen als Einzige draußen mit Anhängern fahren, die keine Hauptuntersuchung, keine Versicherung und keine Zulassung haben.“

Das sei an strenge Auflagen gebunden: unter anderem an die Kennzeichnung mit dem 25er-Schild, an die ausschließlich gewerbliche Nutzung, an rein landwirtschaftliche Maschinen als Zugfahrzeug, an das strikte Tempolimit. „Wird nur eine Voraussetzung nicht erfüllt, ist der Anhänger sofort zulassungspflichtig“, betonte Matthias Goodmann. Und das habe auf der Straße weitreichende Folgen. Die 70 Euro Bußgeld und der eine Flensburg-Punkt für den Fahrer seien noch die geringste. Denn im gleichen Zuge untersagen die Polizeibeamten die Weiterfahrt und erstatten Strafanzeige wegen Fahrens ohne Pflichtversicherung. Hinzu komme der Tatbestand der Steuerhinterziehung. Denn nur reguläre 25er-Anhänger sind steuerbefreit.

Vielen der Zuhörer, das wurde deutlich, bot der mehrstündige Vortrag, der zugleich Raum für Nachfragen bot, das eine oder andere Aha-Erlebnis.

Von Alexander Beckmann

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