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Kyritzer Brandstifter erneut vor Gericht

Revision Kyritzer Brandstifter erneut vor Gericht

Seit Dienstag steht ein 29-Jähriger erneut vor dem Landgericht Neuruppin. Ihm wird vorgeworfen, am 22. Juni 2013 auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses in Kyritz Feuer gelegt und dadurch einen Sachschaden von 26 000 Euro verursacht haben. Er war 2014 frei gesprochen worden. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft mit Erfolg Revision eingelegt.

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Großeinsatz der Feuerwehr.

Quelle: FOTO: DPA

Kyritz. Daniel G. steht seit Dienstag erneut vor Gericht. Der 29-Jährige war 2014 vom Landgericht Neuruppin vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen worden. Die Richter waren sich damals nicht hundertprozentig sicher, dass G. derjenige war, der in der Nacht zum 22. Juni 2013 auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses in der Kyritzer Pestalozzistraße ein Feuer gelegt hat. Der Sachschaden lag bei rund 26 000 Euro, sämtliche Bewohner mussten evakuiert werden (die MAZ berichtete).

Angeklagter beteuert seine Unschuld

Bereits während der ersten Verhandlung hatte Daniel G. immer wieder seine Unschuld beteuert. Die Staatsanwaltschaft dagegen hielt ihn für den Täter. Sie ging in Revision. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf, unter anderem mit der Begründung, das Landgericht habe nicht „eine erforderliche Gesamtwürdigung aller für und gegen die Täterschaft des Angeklagten sprechenden Umstände tatsächlich vorgenommen“. Die muss nun eine andere Kammer des Landgerichts Neuruppin vornehmen. Die Richter stehen dabei vor ähnlichen Schwierigkeiten wie ihre Kollegen damals. Der Angeklagte streitet die Tat ab, Zeugen erscheinen nicht oder haben nichts gesehen .

Wortreich und heftig gestikulierend stritt Daniel G.am Dienstag wieder ab, etwas mit dem Brand zu tun gehabt zu haben. „Ich habe einmal Feuer gelegt und nie wieder.“ 2010 hatte er in einem Haus in Hamburg gezündelt, aus Kränkung über die Abfuhr seiner damaligen Freundin. Damals war er total betrunken. Er hatte die Brandstiftung gestanden und hatte zwei Jahre in einer Entziehungsanstalt verbracht. Sein damaliges Geständnis war für Verteidiger Thomas Penneke Grund, an die Unschuld seines Mandanten zu glauben. Daniel G. stehe zu dem, was er getan habe. Den Brand in Kyritz habe er nicht gelegt. In der Tatnacht hatte der Angeklagte nach eigenen Angaben Qualm bemerkt, war mit einem Topf voll Wasser nach oben gelaufen, um zu löschen. Das Feuer war aber bereits zu weit fort geschritten. Seine Nachbarin Sara K. hat vermutet, dass er den Brand gelegt hat. Darauf habe sie ihn kurz darauf angesprochen. „Ich habe sie gefragt, ob sie noch ganz dicht sei“, sagte Daniel G. Dass die junge Frau ihren Verdacht noch in der Tatnacht ihrem Verlobten Michel K. gegenüber geäußert hat, habe er erst in der Verhandlung erfahren, so Daniel G.

Nachbarin hielt Angeklagten für den Täter

Michel K. bekam einen Anruf von seiner Verlobten, dass ihr Nachbar den Dachboden angesteckt habe. „Ich wusste, dass damit Daniel gemeint war“, sagte der 29-Jährige. Er sei sofort von Meyenburg nach Kyritz gefahren. Als er ankam, war die Feuerwehr voll im Einsatz. Er war dabei, als Sara K. den Angeklagten im Laufe eines gemütlichen Zusammenseins auf den Brand ansprach. Daniel G. habe im betrunkenen Kopf die Tat zugegeben. Demnach habe er im Auftrag von Remo B. für 500 Euro den Brand gelegt. „Das war für mich nur so dahingeredet“, so Michel K. Ihm sei gesagt worden, dass Daniel G. sauer gewesen sei, weil Remo B. sich bei Sara K. aufhielt – b Bei der Frau, mit der Daniel G. ein kurzes Techtelmechtel gehabt hatte. Das trug ihm Michel K. nicht nach: „Der Seitensprung mit Daniel war ein Ausrutscher.“ Am Tatabend tauschten Sara K. und Daniel G. Handynachrichten aus, in denen sie sich wechselseitig beleidigten, bis die junge Frau nicht mehr antwortete. Sara K. konnte am Dienstag nicht gehört werden. Sie ist krank.

Am Montag wird in der Sache weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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