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Kyritzer Brandstifter muss in Haft

Revision Kyritzer Brandstifter muss in Haft

Am Dienstag wurde ein 29-Jähriger vor dem Landgericht Neuruppin wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Er hatte im Juni 2013 auf dem Dachboden eines von ihm mitbewohnten Mehrfamilienhauses in Kyritz Feuer gelegt und einen Sachschaden von 26 000 Euro verursacht. Im ersten Verfahren war er frei gesprochen worden.

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Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: Dreieinhalb Jahre für den Angeklagten wegen schwerer Brandstiftung.

Quelle: dpa

Neuruppin. Im August 2014 war Daniel G. vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft war dagegen in Revision gegangen, mit Erfolg. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und verwies die Sache an eine andere Strafkammer des Landgerichts Neuruppin. Diese verurteilte am Dienstag den 29-Jährigen wegen schwerer Brandstiftung zu einer Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren. Darin ist ein vorangegangenes Urteil enthalten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Daniel G. hat in der Nacht des 22. Juni 2013 in der Kyritzer Pestalozzistraße auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses Feuer gelegt hatte. Für die Richter gab es keinen Zweifel an der Täterschaft des gebürtigen Neuruppiners, der die Brandlegung bis zuletzt vehement bestritten hatte. Zu viele Indizien sprachen gegen ihn.

Angeklagter hat schon einmal Brand gelegt

Unter anderem hatte Daniel G. 2010 in Hamburg ebenfalls auf einem Dachboden eines Hauses gezündelt, in dem eine Frau lebte, von der er sich verstoßen fühlte. Damals ging ein Gutachter von seiner Schuldunfähigkeit aus. Daniel G. wurde in einer Entziehungsanstalt untergebracht. Nach seiner Entlassung zog er nach Kyritz in ein Mehrfamilienhaus, in dem es laut Richter Udo Lechtermann eine „Gemengelage von Beziehungsgeflechten“ gab. Der Angeklagte bändelte mit seiner Nachbarin an, die dort mit ihrem Verlobten und ihren Kindern lebte. Aus dem einmaligen Seitensprung entwickelte sich zum Leidwesen von Daniel G. nicht mehr. Die Krönung war dann für ihn offensichtlich, dass in der Tatnacht sein „Hausfreund“ bei der Auserwählten übernachtete. Daniel G. überhäufte daraufhin die junge Frau mit Handymitteilungen mit teils drohenden Inhalts. „Dann legte er den Brand, so, wie er es schon einmal gemacht hat“, sagte Staatsanwältin Dorit Herrmann. Das hatte er im angetrunkenen Zustand auch gegenüber seiner Nachbarin und deren Verlobten zugegeben. Und sein Geständnis nüchtern noch einmal wiederholt, allerdings mit dem Zusatz, von dem „Hausfreund“ dazu beauftragt worden zu sein.

Mit dem Verlobten der Nachbarin Einbrüche begangen

Das Techtelmechtel mit der Nachbarin hat offensichtlich die Beziehung von Daniel G. zu deren Verlobten nicht getrübt. Die beiden Männer brachen einige Zeit nach dem Brand gleich zwei Mal in einen Imbiss in Kyritz ein und stahlen dort Alkohol. Dafür war Daniel G. vom Neuruppiner Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Brandstiftung als Ventil für Fruststau

„Das Motiv für den Brand hat er selbst geliefert. Es ist das älteste der Welt: Verschmähte Liebe“, so die Staatsanwältin. Das sei ihm nicht Persönlichkeitsfremd und auch die Vorgehensweise sei die wie bei dem Brand, in Hamburg so Richter Lechtermann. Nach Auffassung des psychiatrischen Gutachters befreit sich der Angeklagte von seinem Fruststau durch das Anzünden von Gegenständen. „Das hat er auch hier gemacht. Wir sind von der Schuld des Angeklagten überzeugt“, sagte Lechtermann. Das Gericht hielt Daniel G. zugute, dass er zur Tatzeit in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt war, schlechte Startchancen im Leben hatte, leicht Intelligenz gemindert ist und durch zwei Hauptverhandlungen belastet war. Außerdem hat er bereits acht Monate in Untersuchungshaft gesessen. Anders als von der Staatsanwaltschaft beantragt, sah das Gericht davon ab, den Angeklagten sofort hinter Gitter zu bringen.

Von Dagmar Simons

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