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Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Feuerteufel hatte den falschen Freund
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Feuerteufel hatte den falschen Freund
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00:36 15.08.2015
Wo im Oktober 2000 die Wusterhausener Bootshäuser niederbrannten, stehen mittlerweile neue. Der heutige Kyritzer Brandstifter soll mit dem Täter in derselben Jugendwehr gewesen sein. Bildquelle: Wolfgang Hörmann
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Kyritz

Ganze 15 Jahre liegen zwischen den beiden bislang verheerendsten Serienbrandstiftungen in der Region. Und doch gibt es offenbar eine Parallele. Denn der vor einer Woche in Kyritz festgenommene 31 Jahre alte Feuerwehrmann, der laut Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben seit Herbst vorigen Jahres sieben Brände in der Stadt legte, soll den einstigen Feuerteufel vom benachbarten Wusterhausen bestens gekannt haben. Wie MAZ-Recherchen ergaben, besuchten beide damals die Jugendfeuerwehr in Wusterhausen.

Ein 15-jähriger Schüler aus der Dossestadt schlug dort im Oktober des Jahres 2000 insgesamt acht Mal zu. Unter anderem brannte er die historischen Bootshäuser am Klempowsee nieder. Die Schadenshöhe erreichte damals in Wusterhausen wie auch heute in Kyritz schnell die Millionengrenze.

Dauerte es jetzt jedoch ganze zehn Monate, bis der mutmaßliche Täter geschnappt wurde, vergingen im damaligen Fall nur 21 Tage. Dabei war ein immer gleicher Personenkreis mehrfach befragt worden, hieß es seinerzeit von der Polizei.

Neben dem daraufhin tatverdächtigen und dann auch geständigen 15-jährigen Schüler dürfte ebenfalls der heutige Kyritzer mutmaßliche Täter unter jenen Befragten gewesen sein. Er war zu der Zeit ebenfalls 15 oder 16 Jahre alt. Während sich sein Freund aufgrund seines Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor einem Gericht verantworten musste, zog es ihn irgendwann nach Kyritz, wo er erneut in eine Feuerwehr eintrat.

Eines der ausgebrannten Boote. Quelle: Wolfgang Hörmann

Der leitende Oberstaatsanwalt in Neuruppin, Wilfried Lehmann, sagt über einen solchen Zusammenhang: „Das ist für die strafrechtliche Ermittlung zunächst ohne Bedeutung.“ Anders sei dies hinsichtlich der Suche nach Mittätern. Zu solchen lägen der Polizei derzeit aber keine Hinweise vor.

Bislang war zum Kyritzer Serienbrandstifter bekannt, dass er einer geregelten Beschäftigung in einer ortsansässigen Firma nachging. Und er war sogar bereits für seine 20-jährige Feuerwehrmitgliedschaft geehrt worden.

Als nunmehr Verdächtiger soll er der Polizei gegenüber privaten Frust als Tatmotiv genannt haben. Im Unterschied dazu hieß es im Geständnis des damals 15-jährigen Wusterhauseners indes, dass dieser gerne Feuer gesehen und deshalb gezündelt haben wollte.

Wie lange es dauert, bis Anklage erhoben wird, könne Oberstaatsanwalt Lehmann nicht genau sagen. „Ich denke aber, das wäre in diesem Jahr möglich.“ Lehmann spricht von „noch mehreren Wochen“, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Mit dem Geständnis sei die Arbeit der Kripo schließlich längst nicht beendet. „In jedem Fall werden seine Angaben überprüft, es wird geguckt, ob sie plausibel sind“, erklärt Lehmann.

Der 31-jährige mutmaßliche Täter hatte gestanden, auch für die schweren Brände verantwortlich zu sein. Dabei waren im Herbst 2014 Fahrzeuge vor Autohäusern in Flammen aufgegangen. Auf dem Parkplatz „Wässering“ soll er ein Bus in Brand gesetzt haben. Ein daneben stehender Gefahrguttransporter explodierte. Wenige Tage später brannte die Abfallstation „Strüwe“ ab.

Unterdessen bleiben viele andere Fälle unaufgeklärt. So will der Festgenommene laut Polizei etwa mit den im Frühjahr nahezu wöchentlichen Waldbränden rund um die Kyritzer Ortslage Karnzow nichts zu tun haben.

Von Matthias Anke

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