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Kyritzer Flugplatz bald privat?

Landeplatz soll wirtschaftlicher werden Kyritzer Flugplatz bald privat?

Die Stadt Kyritz will bei der Hochschule Wildau ein Konzept erarbeiten lassen, wie der städtische Verkehrslandeplatz Kyritz-Heinrichsfelde künftig wirtschaftlicher betrieben werden kann. Vieles deutet dabei schon jetzt auf eine Privatisierung hin.

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Den meisten Flugverkehr in Heinrichsfelde verursachen der Trainingsbetrieb und Maschinen, die zur Wartung kommen.

Quelle: André Reichel

Kyritz-Heinrichsfelde. Für etwas mehr als 25 000 Euro soll das Technologietransfer- und Weiterbildungszentrum der Technischen Hochschule Wildau im Auftrag der Stadt Kyritz ein Konzept erarbeiten, wie der bisher komplett städtische Verkehrslandeplatz in Kyritz-Heinrichsfelde zukünftig betrieben werden kann. Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses konnten sich bei ihrer Sitzung am Montagabend auf einen solchen Auftrag einigen. Beschließen müssen ihn jedoch die Stadtverordneten bei ihrer nächsten Sitzung. Hintergrund ist, dass die Stadt die Kosten für den Flugplatz senken will.

„Läuft ein solches Konzept auf eine Privatisierung hinaus?“, wollte Georg Salditt (CDU) im Ausschuss wissen. „Wir brauchen eine Gesellschaftsform, die es ermöglicht, wirtschaftlicher zu werden. Ja, das kann auch eine Privatisierung bedeuten“, antwortete Bürgermeisterin Nora Görke (parteilos). Sie hatte den Auftrag zum Konzept von den Stadtverordneten zwar bereits im April beschließen lassen, da aber ging die Stadtverwaltung noch von 15 000 Euro dafür aus.

Noch sitzt im Tower Personal, das von der Stadt Kyritz bezahlt wird

Noch sitzt im Tower Personal, das von der Stadt Kyritz bezahlt wird.

Quelle: André Reichel

Nachdem eine Beratungsfirma zwischenzeitlich mehr als 70 000 Euro für ein solches Konzept verlangte, stieß man auf die Wildauer. „Diese Hochschule hatte bereits im Jahr 2012 eine betriebswirtschaftliche Untersuchung über den Flugraum am Verkehrslandeplatz Kyritz erstellt und besitzt auch die fachlichen Voraussetzungen für die Erarbeitung eines solchen Konzeptes“, heißt es nun seitens der Verwaltung. Zudem sei dieses Vorhaben auch schon mit der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg erörtert worden. Diese habe „ein erhebliches Interesse daran, dass der Verkehrslandeplatz auch in Zukunft zuverlässig und sicher betrieben wird“. Die Bewertung des Angebotes soll aus Sicht der Luftfahrtbehörde ergeben haben, „dass es gegen die Gründung einer Betreibergesellschaft aus fachlicher Sicht keine grundsätzlichen Einwände gibt“.

Der Stadt geht es laut Bürgermeisterin darum, den Zuschuss von 60 000 Euro zu minimieren, dazu Personal-, Reparatur- und Investitionskosten. „Ziel könnte sein, dass es gar keiner Bezuschussung durch uns mehr bedarf“, sagte Nora Görke und betonte dabei, dass es im Falle einer Privatisierung ausschließlich um den Flugbetrieb gehe und nicht etwa um das Gelände an sich.

Marlies Ferner, die Kyritzer Wirtschaftsförderin, verwies auf ein ausschlaggebendes Beispiel aus Magdeburg. Demzufolge sei es „praktisch möglich, die Struktur hin zu mehr Effektivität zu verändern“, um Einsparungen zu erzielen.

„Warum machen wir das dann nicht einfach auch so?“, hinterfragte erneut Georg Salditt mit Blick auf diese nun für dieses Jahr überplanmäßige Ausgabe im Stadthaushalt für das Konzept. Grund laut Nora Görke: Das Magdeburger Beispiel „trifft auf die Kyritzer Begebenheiten nicht ganz zu“. Auf Franz Conraths (Bündnisgrüne) Nachfrage hin, wie es zur ersten Schätzung für das Konzept über nur 15 000 Euro kam, erklärte sie, es sei lediglich ihr „Bauchgefühl“ gewesen.

Von Matthias Anke

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