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Kyritzer Flugsportclub sucht Nachwuchs

Saisonstart in Heinrichsfelde Kyritzer Flugsportclub sucht Nachwuchs

Gute 57 Mitglieder hat der Flugsportclub Kyritz, davon 30 aktive. Sie starteten am Sonnabend auf dem Verkehrslandeplatz Kyritz-Heinrichsfelde bei bestem Wetter in die neue Saison. Doch um sich längerfristig Nachwuchs zu sichern, müsste es mehr Flugschüler geben. Aus einigen, die einst in Kyritz als Segelflieger anfingen, wurden sogar schon Berufspiloten.

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Claus Wildebrandt am Sonnabend als Starthelfer. Sein Vater Horst und Heinz Schulz begannen in den 1950er Jahren mit dem Segelflug in Kyritz.

Quelle: Matthias Anke

Heinrichsfelde. Wer mit einer Boing 747 in den Überseeurlaub fliegt oder mit einem Airbus A 320 einen Städtetrip rund um Europa dreht, könnte die Chance haben, dass am Steuer einer sitzt, der auch das kleine Städtchen Kyritz von oben in- und auswendig kennt. Die jungen Berliner Max Sandberger und Robert Böttcher sind solche Berufspiloten, die schon als Jugendliche ihre ersten Runden über der Knatterstadt absolvierten, allerdings in einem Segelflugzeug des dortigen Flugsportclubs. Beide gehören auch heute noch zu den derzeit 57 Mitgliedern, von denen 30 als aktive gelten. Am Wochenende sind sie viele von ihnen in die Saison 2016 gestartet.

„Den habe ich mit hergenommen, da war er so groß“, sagte Detlef Albrecht am Sonnabend auf dem Verkehrslandeplatz Heinrichsfelde stehend mit Blick auf seinen jungen Berliner Nachbarn Max und wies mit flacher Hand auf seine Hüfthöhe. Albrecht war einst Chef des Flugsportclubs, dem nun längst Kay Rillcke vorsitzt, ein Kyritzer. „Wir haben sehr viele Mitglieder aus der weiteren Region, aus dem Raum Rathenow, Neuruppin, Nauen, aber eben auch Berliner“, erklärte Rillcke und begab sich in den startklaren Doppelsitzer.

Am Start wünschte Kay Rillcke (l) allen eine erfolgreiche Flugsaison 2016

Am Start wünschte Kay Rillcke (l.) allen eine erfolgreiche Flugsaison 2016.

Quelle: Matthias Anke

Drei Flüge muss man bei jedem Saisonstart absolviert haben, um nachzuweisen, dass man geübt geblieben ist. Erst dann dürfen Gäste mitgenommen werden. Für Lizenzpiloten steht jährlich auch ein sogenannter Checkflug an, bei dem ihn ein anderer Fluglehrer beobachtet. Sechs Fluglehrer gibt es derzeit im Verein. Und für alle gibt es alljährlich vor dem ersten Start zunächst erst mal auch eine Belehrung. Schließlich gibt es ständig Neuerungen im Luftsport, über die man informiert sein muss. Den besten Mann dafür haben sie in Kyritz: Eike Novatschek ist nicht nur dort der Ausbildungsleiter, sondern auch im Luftsport-Landesverband.

Eike Novatschek (l) bei der alljährlichen Fluglehrerbelehrung

Eike Novatschek (l.) bei der alljährlichen Fluglehrerbelehrung. Er ist Ausbildungsleiter in Kyritz, aber auch für den Luftsport-Landesverband.

Quelle: Matthias Anke

Sechs Vereinsmitglieder gelten derzeit noch als Schüler. Der jüngste ist 16, der älteste wird 50 Jahre alt. „Zu wenig“, sagt Kay Rillcke. Um sich längerfristig Nachwuchs für den Verein zu sichern, sollten es mehr sein.

Was viele nur nicht wüssten: Die Ausbildung zum Piloten lässt sich schon mit 14 Jahren beginnen, und die Kosten sind überschaubar, nicht zuletzt dank der vereinseigenen Segelflugzeuge. Daher setzt der Flugsportclub weiter auf Öffentlichkeitsarbeit. So ist man natürlich auch bei der am 28. und 29. Mai wieder auf dem Verkehrslandeplatz Kyritz-Heinrichsfelde stattfindenden Regionalmesse „Prima“ mit einem Infostand dabei. Es werden Schnupperflüge angeboten zu kleinen Preisen, für die sich die Landschaft von oben sonst nicht bestaunen lässt.

Aus der Luft lässt sich bereits der neue Kreisverkehr erahnen, in den  die Kyritzer sogenannte Europakreuzung derzeit verwandelt wird

Aus der Luft lässt sich bereits der neue Kreisverkehr erahnen, in den die Kyritzer sogenannte Europakreuzung derzeit verwandelt wird.

Quelle: Matthias Anke

Wer sich für Segelflugsport interessiert, kann sich ansonsten jederzeit bei Kay Rillcke melden unter Tel.  0160/8 81 35 05 oder im Internet informieren unter www.fckyritz.de oder facebook.com/FC.Kyritz.

Von Matthias Anke

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