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Kyritzer Händler visieren das Frühjahr an

Festhalten am Winterschlussverkauf Kyritzer Händler visieren das Frühjahr an

Die meisten Bekleidungshändler in der Kyritzer Innenstadt halten auch zwölf Jahre nach der Abschaffung des gesetzlich geregelten Winterschlussverkaufs an der Rabattaktion um diese Jahreszeit fest. Ihre Erfahrungen damit sind allerdings recht unterschiedlich.

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Winterschlussverkauf in Kyritz

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Kyritz liegt voll im Trend. „Insgesamt schätzt der Handelsverband Deutschland, dass auch in diesem Jahr wieder etwa drei Viertel der Einzelhändler den großen Werbeeffekt des WSV für sich nutzen werden“, heißt es aus der bundesweiten Interessenvertretung und für die Kyritzer Innenstadt traf das recht genau zu. Bis 2003 war der Winterschlussverkauf (WSV) ja per Gesetz detailliert geregelt, doch auch jetzt nutzt die Mehrzahl der Textilgeschäfte den Jahresbeginn für gezielte Rabattaktionen.

Offiziell startete der zweiwöchige sogenannte freiwillige WSV am 25. Januar. Doch oft begann die Rabattschlacht schon früher. „Ich hab gleich nach Weihnachten angefangen“, berichtet beispielsweise Cornelia Rieger. „Stilbruch“ heißt ihr Geschäft in der Hamburger Straße in Kyritz. „Ich orientiere mich da an den Großstädten.“ Inzwischen ist in dem Bekleidungsladen nur noch wenig von Rabattwerbung zusehen. „Jetzt müssen wir für Ostern dekorieren“, sagt Cornelia Rieger. Ob der WSV wirklich mehr Umsatz bringt, da ist sie nicht ganz sicher. Das Kunden speziell wegen dieser Aktion kommen, konnte sie nur selten beobachten. Aber der WSV sei ja auch Tradition. Und: „Man muss immer was machen, damit das Geschäft läuft.“

Franziska Seidenschnur von „Charmant-Moden“ in der Johann-Sebastian-Bach-Straße hingegen findet: „Die Kunden nehmen das gut an.“ Und es lohne sich auch für den Händler: „Wir wollen Platz schaffen. Die neue Saison steht vor der Tür.“ Die Terminempfehlung für den WSV sieht auch sie eher als grobe Orientierung. „Ich hab schon Anfang Januar angefangen.“ Und Rabatte für Winterkleidung werde es weiter geben – obwohl die nun langsam ausgeht.

Claudia Trillck vom „Wäschegeschäft Diedrich“ einige hundert Meter weiter hält es ganz ähnlich. Zwar sei Wäsche nicht ganz so dem Wechsel der Jahreszeiten unterworfen, „aber Unterwäsche passt sich ja den Farben der Oberbekleidung an“. Vor allem sei der WSV eine wichtige Werbeveranstaltung: „Der eine oder andere bekommt es eben doch mit und wird auf unser Geschäft aufmerksam.“

„Der WSV macht Sinn“, bestätigt Waltraud Lucka in der Boutique am Marktplatz. „Viele Leute kommen ganz gezielt.“ Ansonsten gehe es natürlich auch darum, Platz für die neue Kollektion zu schaffen. „Wir machen noch ein bisschen weiter“, kündigt Waltraud Lucka an. „So lange der Winter anhält, gibt’s auch Rabatte.“ Einzelne im Preis reduzierte Stücke gebe es sowieso das ganze Jahr über.

Rolf Eggeling vom „Herrenladen“ in der Hamburger Straße will den WSV ebenfalls noch fortsetzen: „Die Sachen müssen ja weg. Du kannst nicht alles hinten ins Lager legen.“ Dabei sei die Nachfrage trotz der Rabatte eher verhalten. „Männer kaufen, wenn sie was brauchen. Da ist es egal, ob du Winter- oder Sommerschlussverkauf oder sonst was machst.“ Hinzu komme das milde Wetter: „Eine Frau weiß ja, dass wieder ein Winter kommt. Männer sind da anders.“

Von Alexander Beckmann

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