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Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Initiative fühlt sich brüskiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Initiative fühlt sich brüskiert
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02:17 01.08.2015
Das ist nicht das Knatterblatt-Bild, sondern ein Modell. Es soll die tatsächlich geplante Gartenbebauung veranschaulichen. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

„Unterstützen Sie die schnellstmögliche Umsetzung des überzeugenden Konzeptes und die damit verbundene Investition in die touristische und kulturelle Zukunft der Stadt!“ Mit diesem Aufruf auf dem Titel des vom Rathaus verantworteten und an alle Haushalte ergehenden „Kyritzer Knatterblatt“ wendet sich Bürgermeisterin Nora Görke jetzt an die Öffentlichkeit. Das Heft dient zugleich als amtliches Bekanntmachungsorgan, da es das Amtsblatt beinhaltet. Laut Impressum ist es eine „Bürgerzeitung“. Doch ein Teil der Bürger ist angesichts dieses Aufrufs empört.

Nora Görke wirbt für die von den Stadtverordneten beschlossene Klosterentwicklungsvariante A, ergänzt um die Bemerkung „teilweise Wiederbebauung des Klostergartens“. Doch gegen dieses Vorhaben ist derzeit ein Bürgerbegehren im Gange, das einen Bürgerentscheid zur Folge haben soll. Über 2000 Unterschriften wurden im Rathaus abgegeben, fast dreimal mehr als nötig gewesen wären. Nach deren Prüfung wird über die Zulässigkeit des Begehrens am 26. August geurteilt.

Aber nicht nur, dass sich das Stadtoberhaupt trotzdem schon jetzt werbend in dieser Form einschaltet, sondern vor allem das Foto zum Aufruf echauffiert Vertreter der entsprechenden Bürgerinitiative (BI): „Es ist ein wunderschönes Frühjahrsbild mit grünen und blühenden Bäumen zu sehen. Das ist völlig irritierend und lässt die Bürger in dem Glauben, es würde unserem Kleinod nichts passieren“, sagt Heike Grüttner als eine von zwei Vertrauensleuten in diesem Prozess. Das Bild täusche falsche Tatsachen vor. Denn diese Aufnahme zeige ausgerechnet den so idyllischen Zustand, für dessen Erhalt die BI kämpft, und zwar bei gleichzeitiger Rettung des maroden Klausurflügels. Gerade die im Aufruf beworbene Gartenbebauung aber zerstöre eben diese abgebildete Ansicht.

Warum das Bild dennoch gewählt wurde, ließ sich von der Bürgermeisterin am Mittwoch nicht erklären. Sie weilt im Urlaub. Dafür reagierte im Rathaus die Amtsleiterin für den Bereich Stadtentwicklung und Bauen, Angela Schulz. Sie sagt: „Das Foto zeigt die Nordwand der früheren Klosterkirche. Dieses historisch wertvolle Gebäudeteil wird nach der Umsetzung des Klosterviertel-Konzepts nicht länger versteckt sein. Die Besucher können die wunderbare Ansicht von dem dann öffentlich zugänglichen Kirchgarten aus genießen.“

Von Matthias Anke

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