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Ostprignitz-Ruppin Diskussion: Bald mehr Verkehr in der Innenstadt?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Diskussion: Bald mehr Verkehr in der Innenstadt?
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08:58 08.02.2018
In der Hamburger Straße der Kyritzer Innenstadt herrscht tagsüber oft reger Verkehr. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Die Pläne der Stadt Kyritz, die Verkehrsregeln in der Innenstadt zu entschärfen und auch auf dem Marktplatz einige Pkw-Stellplätze einzurichten, werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert.

Schon Ende 2015 hatten sich die Stadtverordneten einstimmig dafür ausgesprochen, den 2001 eingerichteten „verkehrsberuhigten Bereich“ in der Altstadt durch einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ in Form einer Tempo-20-Zone zu ersetzen.

Anlass waren vor allem verkehrsrechtliche Erwägungen. Denn bei einer formalen „Verkehrsberuhigung“ dürfte es keine Kurzzeitparkplätze geben. Schließlich führen die ja immer wieder zu Fahrzeugbewegungen. Und gerade das soll so ein Bereich vermeiden. Außerdem wird im „verkehrsberuhigten Bereich“ üblicherweise auf die bauliche Trennung von Flächen für Fußgänger und Fahrzeuge durch Bordsteine verzichtet. Doch so ist die Kyritzer Innenstadt nicht gebaut.

Neue Kurzzeitstellplätze sollen entstehen

Über die Tempo-20-Zone hinaus hatte der Kyritzer Bauausschuss in seiner Sitzung in der vergangenen Woche auch noch einstimmig empfohlen, Änderungen an der Parkplatzaufteilung vorzunehmen. Unter anderem sollen auch direkt auf dem Markt vor der Apotheke fünf bis sechs Kurzzeitstellplätze entstehen.

Die Nutzer der lokalen Facebook-Gruppe „Du bist ein echter Kyritzer, wenn du . . .“ sehen die Vorhaben vorwiegend skeptisch. „Davon halte ich gar nichts“, schreibt beispielsweise die Nutzerin Sigrid Pahlmann. „Es nehmen schon jetzt viele Autofahrer keine Rücksicht auf Fußgänger. Die Fußgänger, vor allem die älteren Menschen, haben das Nachsehen. Und Parkplätze haben wir in Kyritz mehr als genug. Komisch, dass es in anderen Orten funktioniert.“

Die Nutzerin Helene Döring teilt die Sorgen: „Dann können sie durchbrettern von der Schulstraße bis zur Hamburger.“ Und Bjoern Lorenz fragt: „Welche Innenstadt mit Einkaufsbereich hat denn bitte Tempo 20/30? Völlig absurd, das zu machen – wegen zehn Parkplätzen. Problem ist doch viel eher, dass hier zu wenig kontrolliert wird und Verstöße geahndet werden.“

Wie viel Verkehr braucht die Altstadt?

Die Kyritzer Innenstadt wird voraussichtlich nicht mehr lange „verkehrsberuhigter Bereich“ mit Schritttempo sowie „Vorfahrt“ für Fußgänger und Radfahrer bleiben. Dafür gibt es vor allem verkehrsrechtliche Gründe. Als Ersatz schlägt die Stadtverwaltung derzeit die Einrichtung einer Tempo-20-Zone vor. Zugleich sind zusätzliche Pkw-Stellplätze direkt auf dem Marktplatz im Gespräch.

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Der Nutzer Christian Skirka ist einer von mehreren, die zumindest die neuen Parkplätze auf dem Markt begrüßen würden: „Die Idee, den Marktplatz auch als Parkfläche zur Verfügung zu stellen, find ich gut. Vor allem wenn man mal schnell zur Apotheke oder Döner holen will, da ja vor der Bibliothek auch sehr oft alles voll ist.“

Doch Sandra Warminski steht mit ihrem Widerspruch ebenfalls nicht allein: „Im Sommer finde ich es immer schön, unter der Eiche auf der Bank ein Eis zu schleckern. Wenn dann auf dem Marktplatz so viel Verkehr ist, dann kann man das mit Kindern nicht mehr genießen.“

Kyritzer diskutieren auch auf Facebook

Mändie Kryngl hält zusätzliche Stellplätze für überflüssig: „Es gibt so viele Parkplätze, auch ohne Kosten! Man läuft auch keine drei Minuten von der Wässering zum Markt. Wer da unbedingt auf dem Markt parken möchte . . . traurig.“

Zugleich sehen die Facebook-Nutzer Probleme der aktuellen Regelung: „Am schlimmsten sind die Radfahrer, die einem in der Hamburger Straße entgegenkommen, mitten auf der Straße fahren und dann nicht mal an die Seite fahren, damit ich mit dem Auto weiter fahren kann“, schreibt beispielsweise Christian Skirka.

Am Dienstag wird sich der Hauptausschuss mit dem Thema befassen. Er tagt ab 18.30 Uhr im Kyritzer Rathaus. Am 28. Februar soll dann die Entscheidung der Stadtverordneten fallen.

Von Alexander Beckmann

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