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Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Kindervisionen auf der Bühne
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Kindervisionen auf der Bühne
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00:32 08.11.2015
Nicht so einfach: Die Ballons durften auf keinen Fall auf den Boden fallen und sie sollten nicht mit der Hand berührt werden. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Was wäre wenn? Wer hat sich diese Frage nicht schon einmal gestellt und darüber nachgedacht? Fünft- und Sechstklässler aus Kyritz beschäftigen sich noch bis Juli des kommenden Jahres jede Woche damit. Sie nehmen an einem Theaterprojekt teil, das von Theaterpädagogin Claudia Stricker und Sozialarbeiterin Sarah Reinecke geleitet wird. Dabei entsteht ein Theaterstück zum Thema „Was wäre wenn“. Es wird am 8. und 9. Juli 2016 aufgeführt.

Angefangen wird bei Null. Es gibt keine Vorlage, kein Drehbuch, keinen Text, keine Requisiten, nichts. Alles entsteht in den kommenden Monaten. Die 20 Mädchen und Jungen treffen sich immer mittwochs ab 13.45 Uhr im Stadtsaal des Kyritzer Mehrgenerationenhauses seit September. Ein Shuttlebus bringt sie dort hin.

Für 25 Teilnehmer ist das Projekt ausgelegt. Claudia Stricker und Sarah Reinecke haben es sich ausgedacht. „Die Idee, ein außerschulisches Theaterprojekt zu starten, ist über ein Jahr gewachsen“, sagen die beiden. Die Suche nach Geldgebern habe etwas gedauert. Schließlich fanden die beiden Frauen sie über das Programm „Kultur macht stark“ vom Bundesbildungsministerium, bei dem Partner vor Ort Bündnisse für die Bildung von Kindern und Jugendlichen schließen. Im Fall des Theaterprojektes kooperieren der Verein Esta Ruppin, die Stadt Kyritz und die Goethe-Grundschule miteinander.

In der Schule gab es Anfang des neuen Schuljahres ein Schnupperangebot, bei dem Claudia Stricker und Sarah Reinecke ihre Ideen vorstellten und erste Übungen mit den Schülern machten. „Danach meldeten sich spontan 20 Mädchen und Jungen für das Projekt an“, sagt Claudia Stricker.

Geldbörse wird Brille: Sarah Reinecke (r.) half, Objekte umzudeuten. Quelle: Sandra Bels

Sie vermittelt den Schülern zunächst Grundlagen des Theaterspiels. Bei der Probe in dieser Woche ging es unter anderem darum, Objekte, wie eine Kuchenform, eine Geldbörse oder einen runden Deckel spontan zu etwas anderem zu machen und den erdachten Gegenstand ohne Worte zu erklären. ­Objekte umwandeln nennt Claudia Stricker die Übung. „Ab Dezember steigen wir ins Thema ein“, sagt die Theaterpädagogin. Dann werden die ersten Texte entwickelt. „Wir wollen dabei auch mit Videosequenzen arbeiten“, so die Schauspielerin.

Was wäre, wenn du Bürgermeisterin oder Schulleiter von Kyritz wärst? Was wäre, wenn du alt wärst? Was wäre, wenn hier Krieg wäre und du flüchten musst? Was für ein Leben lebst du, wenn du erwachsen bist? Diese und viele andere Fragen sollen in dem Projekt gestellt werden. „Wir sind gespannt auf die Antworten“, sagt Claudia Stricker.

Sie hat für die Gruppe auch einen Besuch im Grips-Theater in Berlin geplant. „Dort nehmen wir nach der Vorstellung an einem Theaterworkshop teil“, erzählt sie. Auch ein sogenanntes Intensivwochenende soll es geben. „Mit dabei ist eine Tänzerin, die mit den Mädchen und Jungen probt“, verrät die Theaterpädagogin. Sie hat bereits Erfahrung mit solchen Projekten. Erst in den Sommerferien leitete sie ein zweiwöchiges Theatercamp, bei dem Kinder und ­Jugendliche die Geschichte von Peter Pan nach ihren Vorstellungen als Theaterstück entwickelten und im Garten des ehemaligen Gantikower Gutshauses aufführten.

Das aktuelle Projekt dauert zwei Jahre. Wenn die jetzigen Sechstklässler am Ende des Schuljahres ausscheiden, rücken die Fünftklässler nach und neue kommen dazu. Hanna und Stella hoffen, dass sie bis dahin ihre Schüchternheit ein wenig überwunden haben. Mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln, das ist es, warum sich die beiden Mädchen unter anderem für das Projekt angemeldet haben. Antonia ist fasziniert vom Theaterspiel und möchte es selbst gern ausprobieren. „Deshalb habe ich das Angebot angenommen“, sagt sie. Christine hingegen hat schon einmal Theater gespielt, bei der Aufführung zum Bassewitztag in der Kyritzer Kirche. „Das hat mir großen Spaß gemacht“, erzählt das Mädchen.

Von Sandra Bels

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