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Kyritzer Konferenz zu Flucht und Integration

Über Herausforderungen und Chancen Kyritzer Konferenz zu Flucht und Integration

Am Ende hieß es: „Es war eine gute Veranstaltung.“ Den ganzen Montag lang hatten Vertreter von Verwaltungen, Politik, Verbänden und Vereinen sowie Ehrenamtler aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Kyritz über die Situation im Umgang mit Flüchtlingen diskutiert. Heraus kam vor allem ein Lagebild.

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Arbeitsgruppen präsentierten zum Abschluss ihre Thesen.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Zuwanderung als Herausforderung bewältigen und als Chance verstehen – auf diese zwei Punkte lässt sich das Fazit des „Zukunftsdialogs Willkommenskultur und Integration in Ostprignitz-Ruppin“ vom Montag im Kyritzer Kulturhaus reduzieren. Den ganzen Tag lang hatten gut 70 Teilnehmer aus Politik, Verwaltungen, Vereinen und Verbänden sowie viele Ehrenamtler darüber diskutiert.

Ein wichtiges Thema war dabei die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. So forderten die Teilnehmer von der Lokalpolitik klarere Stellungnahmen bei rechtsextremistischen Vorfällen. „Da ist noch Luft nach oben“, schätzte Gabriele Schlamann vom Mobilen Beratungsteam Neuruppin ein. Deutlich gezielter als bisher müssten Gerüchte richtiggestellt werden. Defizite gebe es zudem offenbar bei der demokratischen Schulung sogar bei Pädagogen und in Verwaltungen. Zudem betonte Gabriele Schlamann: „Die Chance, die Zuwanderung bedeutet, wird nicht ausreichend dargestellt.“

Dabei gebe es dafür längst ganz alltägliche Beispiele, sagte unter anderem der Geschäftsführer des Kreissportbundes Thomas Kriegl­stein. „Wir haben Fälle, wo eine A-Jugend-Mannschaft erhalten werden kann, weil eben junge Flüchtlinge mitspielen.“ Die Integration über den Sport biete großes Potenzial und auch die Vereine könnten davon profitieren. Allerdings sei es dazu nötig, aktiv zu werden. Außerdem brauche es eine engere Zusammenarbeit von Vereinen, Kommunen, Willkommensinitiativen und Übergangswohnheimen. Auch seien einige Gruppen von Flüchtlingen kaum zu erreichen, weil sie weit ab untergebracht sind – in Luhme oder Karnzow beispielsweise. „Da sind unsere Ehrenamtler überfordert.“

Defizite konstatierte die Runde auch bei der allgemeinen Koordinierung von Integrationsangeboten. Sowohl die langfristige Aufrechterhaltung als auch die Gewinnung von Förderern seien ausbaufähig. Handlungsbedarf bestehe zudem auf dem weiten Feld der beruflichen Integration: sei es nun durch Anstellung bei einheimischen Firmen oder durch Selbstständigkeit. Das beginne bei der sprachlichen Bildung, setze sich über die Erfassung von Qualifikationen und die Fortbildung fort und sei bei den bürokratischen Hürden noch lange nicht erledigt.

„Der Bedarf, sich über solche Themen auszutauschen, ist groß“, konstatierte Angelika Thiel-Vigh von der Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“ auf Nachfrage zum Abschluss der Veranstaltung. „Das war heute eine sehr aktive Runde.“ Vor allem seien nicht nur die „üblichen Verdächtigen“, wie Willkommensinitiativen und Verwaltungen erschienen, sondern beispielsweise auch Vertreter des Kreisschülerrates, des DRK und des Kreissportbundes. „Das war wirklich eine Mischung aus allen Bereichen, die für das Thema wichtig sind.“ Man habe auf hohem Niveau diskutiert.

Diesen Prozess wolle die Koordinierungsstelle weiter begleiten. „Scheuen Sie sich nicht, Ideen zu entwickeln und Anträge bei uns zu stellen“, forderte Angelika Thiel-Vigh die Teilnehmer auf. „Wir haben keine Millionen, aber wir können doch den einen oder anderen Euro zur Verfügung stellen.“

Veranstaltungen wie die in Kyritz soll es bis zum Jahresende in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Brandenburgs gegeben haben.

Von Alexander Beckmann

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