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Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Paar heiratete vor 60 Jahren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritzer Paar heiratete vor 60 Jahren
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00:28 22.11.2015
Das diamantene Paar: Marianne und Emil Timm aus Kyritz. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Marianne und Emil Timm sind am Donnerstag, 19. November, auf den Tag genau 60 Jahre verheiratet. Nachbarn, Freunde und Bekannte wollen den beiden Kyritzern gratulieren. Marianne Timm war schon viele Tage vorher aufgeregt angesichts des bevorstehenden Jubiläums­tages. „Ich bin so glücklich, dass wir diesen Tag erleben dürfen, denn es gibt so viele Paare, die das Jubiläum nicht erreichen“, sagt die 82-Jährige.

Richtig feiern wollen Marianne und Emil Timm aber erst am Wochenende im Kreis der großen Familie. „Wenn alle kommen, sind es weit über 100 Leute“, sagt Emil Timm. Zum engsten Familienkreis zählt das diamantene Paar vier Töchter, neun Enkel und acht Urenkel. Kennengelernt haben sich Marianne und Emil Timm 1953 in Mechow. Dorthin ist die damals ­20-Jährige gezogen, um eine Stelle im Kindergarten als Erzieherin anzutreten.

Bald schon kreuzten sich die Wege der beiden, die rasch Gefallen aneinander fanden und ein Liebespaar wurden. Am 19. November 1955 gaben sich schließlich Marianne und Emil Timm im Mechower Standesamt das Ja-Wort. „Die Feier damals war riesengroß, denn wir hatten beide eine große Familie mit vielen Geschwistern“, erinnert sich Marianne Timm, die 1933 in Bad Charlottenbrunn in Schlesien zur Welt kam. 1945 wurde die Familie evakuiert und kam schließlich nach wochenlanger Odyssee im Prignitzdorf Falkenhagen an. Die Familie von Marianne Timm fand bei einem Bauern Unterkunft. „Dort wohnten wir einige Jahre in einem Verschlag über dem Hühnerstall“, erinnert sich Marianne Timm. In den Nachkriegsjahren besuchte sie die Dorfschule in Falkenhagen. Eigentlich wollte Marianne Timm Friseurin werden, doch dies erlaubten ihre Eltern nicht. So wurde sie Kindergärtnerin in Pritzwalk und bekam schließlich das Stellenangebot in Mechow.

Das Hochzeitspaar vor 60 Jahren in Mechow. Quelle: Privat

In dem Dorf lebte Emil Timm mit seiner Familie seit 1945. Geboren und aufgewachsen ist Emil Timm, Jahrgang 1933, in Lauban, einer Stadt in Schlesien im heutigen Polen. Dort betrieben seine Eltern eine Keramikwerkstatt. In Mechow knüpfen die ­Eltern von Emil Timm an die Berufstradition an. In der dortigen Ziegelei betrieben sie einige Jahre eine Töpferei und stellten sogar Dachziegel her. „Es gibt noch heute einige Häuser im Dorf, die mit unseren Dachsteinen gedeckt sind“, sagt Emil Timm, der nach der Schule eine Töpferlehre in Rheinsberg begann. Doch ­während seiner Ausbildungszeit musste sein Vater den Betrieb schließen und Emil Timm brach die Lehre ab.

Daraufhin trat er einen dreieinhalbjährigen Dienst bei der Kasernierten Volkspolizei, dem Vorläufer der Nationalen Volksarmee (NVA), in Prora auf der Insel Rügen an. Wieder zurück in Mechow, wurde Emil Timm Mitte der 1950er Jahre Bürgermeister des Dorfes. Doch dann wurde der damals 27-Jährige nach Kyritz beordert und Schöffe im Kreisgericht. Marianne und Emil Timm zogen nach Kyritz. Ab 1960 besuchte Emil Timm die Parteischule in Kleinmachnow. Anschließend arbeitete er in Kyritz als Kreissekretär in der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF), die zu DDR-Zeiten allein im Kreis Kyritz rund 12 000 Mitglieder zählte. Bei der DSF war Emil Timm bis zur politischen Wende tätig und organisierte beispielsweise Treffen zwischen Schülergruppen und sowjetischen Soldaten, zu denen Emil Timm teilweise heute noch Kontakt pflegt.

Marianne Timm arbeitete in Kyritz lange als Erzieherin im Kinderheim und für kurze Zeit im 1990 eröffneten Kindergarten in der Straße der Jugend. Dann brach auch für Marianne Timm die Rentenzeit an. Die Zeit nutzten Timms für ausgiebige Reisen. Auch ihre Freunde in der ehemaligen Sowjetunion besuchten sie häufig, berichtet Emil Timm. Verreisen können Marianne und Emil Timm heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Dafür blättern die beiden umso lieber in ihren Foto­alben.

Von André Reichel

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