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Kyritzer Schläger muss ins Gefängnis

40-Jähriger hat seine Ex-Freundin misshandelt Kyritzer Schläger muss ins Gefängnis

Ein 40-jähriger Mann, der seine Ex-Freundin im Schlafzimmer traktiert hatte, muss für ein Jahr und drei Monate ins Gefängnis. So urteilte das Neuruppiner Amtsgericht am Donnerstag. Die 33-Jährige hatte sich im Mai blutüberströmt zu Nachbarn retten können.

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Erst gemeinsam getrunken, dann geprügelt: Ein Mann schlägt auf seine Partnerin ein.

Quelle: dpa

Neuruppin. Mit dem Umzug nach Kyritz wollten Melanie M. und Rene S. einen Neuanfang wagen, weg vom Alkohol. Doch die Trinkerei, insbesondere von Rene S., wurde immer schlimmer. Die Situation eskalierte am 7. Mai.

Wegen Körperverletzung verurteilte das Neuruppiner Amtsgericht den 40-jährigen Rene S. am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Damit entsprach das Gericht dem Antrag des Staatsanwaltes. Strafmildernd berücksichtigten die Richter die beträchtliche Alkoholisierung des Angeklagten am Tattag.

Der hatte bereits am Morgen zu trinken begonnen. Gemeinsam feierte das Paar den fünften Geburtstag der Nachbarstochter, wo es auch Alkohol gab. „Da war noch alles in Ordnung“, sagte Melanie M. am Donnerstag im Gerichtssaal. Gegen 20 Uhr machten sich die Beiden auf den Weg zu einem Imbiss. Dort becherten sie mit einem Bekannten weiter. Irgendwann müssen sie sich aus den Augen verloren haben. Allein ging Melanie M. nach Hause und legte sich ins Bett. Sie wurde wach durch ein Klopfen an der Tür. Bevor sie öffnen konnte, war die Tür rausgeflogen. „Er griff mir sofort in die Haare und zog mich zu Boden“, wusste Melanie M. noch. Danach setzte ihre Erinnerung aus. Sie kam erst wieder zu sich, als der Krankenwagen vor Ort war. Wie sie es geschafft hat, sich noch blutüberströmt zu den Nachbarn zu schleppen, konnte die 33-Jährige nicht mehr sagen. Fünf Tage lag sie im Krankenhaus – mit einer Platzwunde, Prellungen und Hämatomen. Noch heute leidet sie unter Kopfschmerzen und nimmt Beruhigungsmittel.

„Unter Alkohol ist er ein anderer Mensch.“

Wie Melanie M. berichtete, gab es in den zwei Wochen in Kyritz einige Übergriffe von Rene S. „Unter Alkohol ist er ein komplett anderer Mensch. Er redet sich dann etwas ein und rastet aus“, sagte sie. So wie am Tattag, wo er glaubte, dass sie mit einem anderen Mann weggegangen sei. Seine krankhafte Eifersucht sei seit über einem Jahr immer wieder Thema gewesen, so Melanie M. Im ersten Jahr ihrer zweijährigen Beziehung sei es ganz gut gelaufen zwischen ihnen. Dann sei er von Bekannten zusammen geschlagen worden. „Danach wurde er mir gegenüber immer aggressiver und trank immer mehr Alkohol“, sagte Melanie M.

Im Gerichtssaal bot ihr der Angeklagte eine „kleine“ Wiedergutmachung von 500 Euro an. Was geschehen sei, könne er nicht mehr rückgängig machen. Melanie M. nahm das Angebot an und verließ sichtlich erleichtert den Gerichtssaal.

Nicht bestätigt hatte sich der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung. Die Anklage war davon ausgegangen, dass Rene S. seine Lebensgefährtin mit seiner beringten Hand mehrfach heftig gegen den Kopf und den Körper geschlagen hatte. Das hatten mehrere Tatzeugen jedoch nicht beobachtet. Rene S. hatte dazu am ersten Verhandlungstag gesagt, wenn er mit Ringen zugeschlagen hätte, hätte sie anders ausgesehen. Das sah das Gericht genauso.

Der Angeklagte saß schon mehrfach hinter Gitter

Viel Positives konnten die Richter nicht zu seinen Gunsten in die Waagschale werfen. Da war zum einen sein Geständnis, soweit er sich noch erinnern konnte, sein Angebot, den Schaden teilweise wieder gut zu machen und die alkoholbedingte verminderte Steuerungsfähigkeit. Dagegen standen aber seine erheblichen Vorbelastungen, die ihn bereits für Jahre hinter Gitter gebracht hatten.

Es sei seine Aufgabe, Rene S. besser dastehen zu lassen, sagte sein Verteidiger Steffen Kalauch. Sein Mandant habe zwischen 2006 und 2010 viermal wegen Körperverletzung vor Gericht gestanden. Seit fünfeinhalb Jahren habe er sich nichts mehr zuschulden kommen lassen – bis zum 7. Mai. Kalauch beantragte eine Bewährungsstrafe.

Die kam für das Gericht nicht infrage. Es sah keine günstige Sozialprognose. Rene S. habe keine Arbeit und keine sozialen Bindungen. Allerdings konnte er den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Drei Monate hatte er in Untersuchungshaft gesessen. Gestern hob das Gericht den Haftbefehl auf. Es sah keine Fluchtgefahr.

Von Dagmar Simons

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