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Kyritzer Schüler spielen die Zukunft

Theaterprojekt Kyritzer Schüler spielen die Zukunft

„Was wäre wenn ...?“ So heißt ein Theaterstück, dass derzeit von Kyritzer Fünft- und Sechstklässlern zusammen mit Theaterpädagogin Claudia Stricker und Sozialarbeiterin Sarah Reinecke entwickelt wird. Darin geht es um die Visionen der Schüler. Erste Szenen sind bei den Proben bereits entstanden und wurden zu Papier gebracht.

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„Was wäre, wenn du in der U-Bahn sitzt?“ Hin und her schaukeln, das war nur eine Bewegung, die den Schülern dazu einfiel.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Der Laufsteg ist nicht zu sehen. Die Mädchen und Jungen stellen ihn sich nur vor. Am Ende bleiben sie stehen, erstarren sozusagen in einer Pose. Es ist nicht zu übersehen, was sie darstellen: Sie müssen dringend aufs Klo. „Freeze“, ruft Theaterpädagogin Claudia Stricker den Kindern zu. Das heißt, sie sollen die Pose halten, sie einfrieren.

Das klappt schon richtig gut. Auch Schmerz und Freude lassen sich gut mit dem eigenen Körper darstellen. Bei Geborgenheit wird es schon schwieriger. „Wir sind ja hier, um das zu üben“, sagt Claudia Stricker. Zusammen mit Sozialarbeiterin Sarah Reinecke leitet sie das Theaterprojekt „Was wäre wenn ...?“ für Fünft- und Sechstklässler aus Kyritz. Dabei entsteht ein Theaterstück, dass am 30. Juni und 1. Juli in der Aula der Carl-Diercke-Schule aufgeführt werden soll.

Die Kennenlernphase ist beendet

Die Gruppe hat bei Null angefangen, sich zunächst einmal kennengelernt. Das ist jetzt schon ein paar Wochen her. „Inzwischen sind die ersten Szenen entstanden“, erzählt Claudia Stricker. Geprobt wurde auch schon einmal in der Aula der Carl-Diercke-Schule. Die Theaterpädagogin bedauert es, dass das nicht immer möglich ist. „Für die Kinder wäre das schöner, dann bekommen sie schon mal ein Gefühl für die Bühne“, sagt die Schauspielerin.

Die Schüler treffen sich einmal in der Woche, mittwochs im Mehrgenerationenhaus. Weil es keine feste Bühne gibt, werden die Schüler auch mit nur wenigen Requisiten arbeiten. Von einer Mutter haben sie bereits ein paar Laborkittel aus dem Krankenhaus bekommen. „Auch Brillen haben wir schon gebaut“, erzählt Claudia Stricker. Sie denkt, dass es eher kein Bühnenbild und wenn doch, dann nur ein kleines geben wird. „Schließlich muss alles mobil sein“, so die Theaterpädagogin. Deshalb will sie lieber mit Gemüsekisten arbeiten.

Zunächst wurde viel Improvisationstheater gespielt

Claudia Stricker hat mit den Kindern zunächst viel Improvisationstheater gespielt. So entstanden zum Beispiel Szenen zum Thema „Was wäre, wenn es keine Schule gebe?“ Aus den Szenen stellt Claudia Stricker den Rahmen für das Stück zusammen. Aus der Arbeit heraus ergab sich auch das Thema der jüngsten Probe, weil die Jungen immer maulten, dass es immer nach den Mädchen geht. So stand die Frage im Raum: „Was wäre, wenn ich ein Mädchen wäre?“ „Dann wäre ich nicht so zickig“, rief einer der Jungen in die Runde. „Schreib es auf deinen Zettel, damit du es nachher spielen kannst“, sagte Claudia Stricker. Die Mädchen sollten überlegen, was sie als Jungen gern machen würden.

Szenenbesprechung mit Theaterpädagogin Claudia Stricker (M)

Szenenbesprechung mit Theaterpädagogin Claudia Stricker (M.)

Quelle: Sandra Bels

Zum Projekt gehören auch Ausflüge. Erst kürzlich war die Theatergruppe in Berlin beim Atze-Musiktheater. Dort sahen sie das Stück „Die Ministerpräsidentin“. Es wurde nach dem gleichnamigen Kinder- und Jugendbuch von Tore Tungodden inszeniert. Erzählt wird, wie ein Mädchen an die Spitze des Staates gewählt wird und sich als minderjährige Regierungschefin behaupten muss. „Das Stück ist eine mitreißende und unterhaltsame Einführung in parlamentarische Demokratie und bearbeitet auch das Thema Kinderwahlrecht“, sagt Sarah Reinecke.

Den Projektteilnehmern hat es seh gut gefallen. Sophie zum Beispiel fand es „voll cool“. Die Schüler seien begeistert, vor allem aber inspiriert nach Hause gefahren. „Sie hatten viel Spaß daran, sich mit den Themen des Stückes und mit den künstlerischen Ausdrucksformen auseinanderzusetzen“, so Sarah Reinecke. Sie und Claudia Stricker freuen sich auf weitere kreative Wochen mit der Gruppe. Geplant ist noch ein Intensiv-Probenwochenende in Bendelin auf dem Storchenhof. Eine Tänzerin ist dabei und probt mit den Schülern.

Begleitausstellung zum Theaterstück

Zum Theaterstück entsteht eine Begleitausstellung. Darin zu sehen sind unter anderem Körperbilder der Kinder, aber auch von ihnen geschriebene Texte über Zukunftswünsche. Wie die Ausstellung aussehen soll, darüber denken die beiden Projektleiterinnen noch nach. Für Theaterpädagogin Claudia Stricker ist es nicht das erste Projekt dieser Art. Sie leitete in den Sommerferien ein Theatercamp in Gantikow, an dessen Ende das selbst entwickelte Stück „Peter Pan“ aufgeführt wurde.

Gefühle mit dem Körper auszudrücken, das ist gar nicht so einfach

Gefühle mit dem Körper auszudrücken, das ist gar nicht so einfach.

Quelle: Sandra Bels

Von Sandra Bels

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