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Kyritzer Serienbrandstifter bald vor Gericht

Feuerteufelprozess beginnt Kyritzer Serienbrandstifter bald vor Gericht

Gegen den mutmaßlichen Serienbrandstifter von Kyritz, der seit Herbst 2014 die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte, wurde jetzt Anklage erhoben. Bei dem Prozess vor dem Landgericht in Neuruppin geht es demnach maßgeblich um sieben Fälle. Über diese soll der frühere Feuerwehrmann bereits mit der Kripo gesprochen haben.

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Ein Bus, ein Lkw, mehrere Autos und die Abfallstation: Im Herbst 2014 begann die Brandserie.

Quelle: André Reichel,

Kyritz. Der 31-jährige Kyritzer, der mutmaßlich für eine Serie von Brandstiftungen seit dem Herbst 2014 im Stadtgebiet verantwortlich ist, muss sich demnächst vor dem Landgericht in Neuruppin erklären. Dabei wird es um maßgeblich sieben Fälle gehen, die ihm zur Last gelegt werden und zu denen er sich nach seiner Verhaftung im vergangenen August bei polizeilichen ­Vernehmungen bereits geäußert hat.

Laut Oberstaatsanwalt Detlef Hommes wurde nun im Dezember die entsprechende Anklage erhoben. Demnach ist eine der Taten als schwere Brandstiftung eingestuft: In der Nacht zum 3. Oktober 2014 ging auf dem Innenstadtparklatz „Wässering“ ein Bus in Flammen auf. Ein daneben stehender Lkw, der Gefahrgut geladen hatte und für Fachleute entsprechend markiert war, explodierte. Das Strafmaß dafür reicht bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Abfallstation stand in Flammen

„Schon bei einfacher Brandstiftung handelt es sich um ein Verbrechen und droht eine Freiheitsstrafe ab einem Jahr bis zu zehn Jahren“, erklärt Oberstaatsanwalt Hommes. Der erste dieser weiteren Fälle ereignete sich wenige Tage vor der Lkw-Explosion. Dabei wurden mehrere Fahrzeuge vor Autohäusern in Brand gesetzt. Wenig später stand die Abfallstation „Strüwe“ in Flammen.

Besonderes Aufsehen erregte die Festnahme des Mannes, weil dabei bekannt wurde, dass er bis dahin Mitglied bei der Kyritzer Feuerwehr war. Er soll an einigen der Einsätze beteiligt gewesen sein.

Zudem gehörte er nach MAZ-Recherchen nicht von Anbeginn zu den Kyritzer Feuerwehrleuten, sondern stammte aus dem benachbarten Wusterhausen. Dort dürfte er vor gut 15 Jahren den einstigen Feuerteufel der Dosse­stadt bestens gekannt haben: Beide besuchten damals gemeinsam die Jugendfeuerwehr.

Ein 15-jähriger Schüler aus der Dossestadt schlug im Oktober des Jahres 2000 insgesamt achtmal zu. Unter anderem brannte er die historischen Bootshäuser am Klempowsee nieder. Die Schadenshöhe erreichte dabei in Wusterhausen wie auch heute in Kyritz schnell die Millionengrenze. Zur Verhaftung führte unter anderem, dass ein immer gleicher Personenkreis mehrfach befragt wurde.

Der Prozess beginnt am 29. Februar

Inwiefern diese Parallele im anstehenden Prozess zur Sprache kommt, bleibt abzuwarten. Der Polizei gegenüber soll der heute mutmaßliche Täter angegeben haben, dass er im Gegensatz zu seinem damaligen Kameraden nicht aus Lust am Feuer an sich handelte, sondern aus persönlichem Frust heraus.

Wie Landgerichtssprecherin Iris le Claire der MAZ bestätigt, beginnt der Prozess gegen ihn Ende Februar. Drei Termine stehen zunächst an: der 29. Februar sowie der 4. und 8. März. „Als Erstes wird ein psychiatrischer Sachverständiger gehört“, informiert Richterin le Claire. Über Zeugenvorladungen indes könne sie noch nichts sagen.

Aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft geht zudem hervor, dass sich der Kyritzer als Alleintäter verantworten muss. „Weitere Verdächtige wurden nicht ermittelt“, erklärt Detlef Hommes dazu. Seit seiner Festnahme vor nunmehr knapp einem halben Jahr befindet sich der 31-Jährige in Untersuchungshaft.

Vor Autohäusern brannten mehrere Wagen

Vor Autohäusern brannten mehrere Wagen.

Quelle: Matthias Anke

Für die Kripo bleiben unterdessen viele weitere ältere Fälle, aber auch welche aus demselben Zeitraum noch ungelöst.

So begann die Kyritzer Brandserie schon vor Jahren. Zunächst traf es vor allem Müllcontainer. Kurzzeitig agierte deshalb schon einmal eine Ermittlergruppe. Mit diesen Fällen will der aktuelle mutmaßliche Täter aber nichts zu tun haben und ebenso nicht mit einem der Laubenbrände sowie den ungezählten Waldbränden rund um die Kyritzer Ortslage Karnzow im vergangenen Frühjahr. Auch die einst in der Stadt aufgetauchte handschriftliche Drohung „Kyritz wird brennen“ stamme nicht von ihm, hieß es zuletzt seitens der Polizei.

Von Matthias Anke

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