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Kyritzer erinnerten an Kriegsende

Kyritz Kyritzer erinnerten an Kriegsende

In Kyritz gedachten am Montag junge und ältere Menschen des Kriegsendes vor 72 Jahren. Auf Einladung der Stadtverordnetenversammlung und der Bürgermeisterin versammelten sich gut 30 Besucher erst auf dem kirchlichen Friedhof und dann am sowjetischen Soldatenfriedhof.

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Gut 30 Menschen folgten der Einladung zu Gedenken.

Quelle: Beckmann

Kyritz. Die Veranstaltungen zum Gedenken an das Kriegsende und an die Befreiung vom Naziregime am 8. Mai 1945 haben in Kyritz eine lange Tradition. Am Montag gab es allerdings ein bisschen was Neues. Gut 30 Menschen versammelten sich am Nachmittag auf dem Friedhof am Denkmal für die Opfer des zweiten Weltkrieges. Und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Thomas Settgast (SPD) stellte fest: „So eine große Runde mit Schülern hatten wir noch nie.“ In Klassenstärke beteiligten sich Schüler der Kyritzer Carl-Diercke-Schule an der Veranstaltung. Und das fand Settgast, der wie immer zusammen mit Bürgermeisterin Nora Görke zum Gedenken eingeladen hatte, offensichtlich sehr gut: „Es geht ja darum, die Idee des Gedenkens an junge Leute weiterzugeben.“

Thomas Settgast nannte das Kriegsende die tiefste Zäsur der deutschen Geschichte. „Aber es war eben auch das Ende eines Irrwegs.“ Und der sei keineswegs aus dem Nichts gekommen. „Die deutsche Gesellschaft – jedenfalls große Teile – muss ja dazu bereit gewesen sein, das mitzumachen.“ Misstrauen gegenüber westlicher Demokratie ebenso wie gegenüber dem sowjetischen System, weit verbreitete Ressentiments gegenüber Minderheiten, Obrigkeitsdenken und die Bereitschaft, wahnwitzigen Versprechen zu glauben – all dies habe seinen Anteil geleistet und habe am Ende Millionen Opfer gefordert. Die dahinterstehende Ideologie lebe bis heute fort. Eben deshalb dürfe man das Geschehen von damals nicht vergessen.

Pfarrerin Anna Hellmich erinnerte an den schmerzlichen Neuanfang: „Mit dem 8. Mai 1945 wurde die schreckliche Wunde gewahr, die Deutschland sich selbst und seinen Nachbarn geschlagen hatte.“ Das Erinnern daran biete die Chance, die alten Fehler hinter sich zu lassen.

Auf die Bedeutung der Kooperation mit den Nachbarn verwies Bürgermeisterin Nora Görke: „Das vereinte Europa war in den vergangenen Jahrzehnten ein Garant für Frieden.“ Und nur mit Frieden, Toleranz und gegenseitigem Respekt dürften kommende Generationen auf ein gutes Leben hoffen.

Natalie Schmidt von „Flämmchen“, dem Verein der Russlanddeutschen in Kyritz, fasste das Ziel der Veranstaltung so zusammen: „Wir können nicht zulassen, dass dieses Geschehen aus unserem Gedächtnis verschwindet.

Außer auf dem Friedhof wurden auch auf dem Soldatenfriedhof in der Pritzwalker Straße und am Denkmal für die Verfolgten des Naziregimes in der Bahnhofstraße Worte des Gedenkens gesprochen und Kränze niedergelegt.

Von Alexander Beckmann

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