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Kyritzer schreiben ans Bildungsministerium

Kampf um eine dritte 7. Klasse am Gymnasium Kyritzer schreiben ans Bildungsministerium

Bei 60 Anmeldungen sollen nur zwei neue 7. Klassen am Kyritzer Jahn-Gymnasium gebildet werden. Viel besser als diese zwei Klassen à 30 Schüler aber wären drei Klassen à 20 Schüler. Ansonsten könnte kurzfristig niemand weiter aufgenommen werden – auch keine Flüchtlinge. Das geht aus einem Schreiben der Stadt an das Bildungsministerium hervor.

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Für eine dritte 7. Klasse am Kyritzer Gymnasium hilft wohl nur noch ein Wunder.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Die Zeit rannte ihnen davon. Dennoch wollten die Lehrer des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums in Kyritz ihre Hoffnung nicht aufgeben. Sie forderten, dass nach den Sommerferien angesichts 60 Anmeldungen nicht nur zwei neue 7. Klassen à 30 Schüler eröffnet werden, sondern drei Klassen à 20 Schüler. Nur dann sei es noch möglich, „weiterhin qualitativ hochwertige Arbeit am Gymnasium leisten zu können“. So formuliert wurde das auch in einem von der Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke unterzeichneten Schreiben an das Bildungsministerium in Potsdam. Minister Günter Baaske wurde darin gebeten, „die Schule bei der Einrichtung der Dreizügigkeit zu unterstützen“. Seit einem Monat harrt die Stadt jedoch einer Reaktion.

Angeregt worden war der Brief im Juni von Hauptausschussmitgliedern. „Wir haben ihn noch in derselben Woche versendet“, sagt Nora Görke. „Wir haben schließlich ein Interesse daran, dass die Schüler in Kyritz vernünftig unterrichtet werden.“ Träger des Gymnasiums ist jedoch nicht die Stadt, sondern der Landkreis. Der Protest vor der Kreisverwaltung brachte allerdings nichts. Thomas Settgast, der Kyritzer SPD-Kreistagsabgeordnete, der Lehrer am Gymnasium ist, hatte dabei gesagt: „Es ist schlimm, dass die Grenze für die Zweizügigkeit bis zum Abwinken ausgereizt wird.“ Denn wenigstens ein weiterer Bewerber hätte gereicht für deutlich bessere Argumente für eine dritte 7. Klasse.

Kapazitäten in Neustadt

Von der Regionalstelle des Landesamtes für Schule und Lehrerbildung in Neuruppin wurde sich auch keine Hilfe mehr erhofft. Eine zwecklose Diskussion um eine dritte 7. Klasse erlebten schließlich die Perleberger schon mit der Behörde. Schulrat Karl-Heinz Kowalzik meinte dort jüngst vor dem Prignitzer Schulausschuss, er könne nicht Front gegen das Ministerium machen, er könne dort nur von der Diskussion um die dritte Klasse in Perleberg „Mitteilung” machen.

Mit Unverständnis reagierten die Betroffenen, dass Kowalzik auf finanzielle Umstände verwies und er das Haushaltsgesetz einhalten müsse. Sie wendeten sich deshalb ebenfalls mit einem Protestbrief direkt ans Ministerium. Nach Informationen aus dem Perleberger Rathaus traf dort am Donnerstag eine Antwort ein, über deren Inhalt jedoch noch nichts öffentlich ist. In Kyritz stirbt indes die Hoffnung für eine dritte 7. Klasse. „Ich rechne nicht mehr damit“, sagte Settgast am Donnerstag mit Verweis auf Schreiben aus der Landkreisverwaltung und dem Landesschulamt, die ihn zwischenzeitlich erreichten. Darin heißt es, dass bei Zuzug von Schülern auf Kapazitäten im benachbarten Neustadt verwiesen werde.

„Wir könnten angesichts zweier maximal gefüllter Klassen ja nicht ein einziges Flüchtlingskind aufnehmen“, sagte Settgast seinerzeit noch im Hauptausschuss. Jürgen Freier (CDU), auch Lehrer am Gymnasium, sprach von einem Skandal. „So viel also zur geforderten Integration.“ Im Schreiben des Rathauses wurde das Flüchtlingsthema schließlich schlagendes Argument. Die Stadt sei seitens des Landkreises Anfang Juni darüber informiert worden, dass auf sie entgegen aller bisher viel niedrigeren Zahlen nun insgesamt 86 Flüchtlinge entfallen sollen. „Vor dem Hintergrund der erhöhten Aufnahme von asylsuchenden Familien mit Kindern“ werde eine dritte 7. Klasse deshalb „ausdrücklich unterstützt“. Schließlich sei „die Beschulung am Wohnort ein ganz wesentlicher Aspekt bei der Integration“.

Von Matthias Anke

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