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Ostprignitz-Ruppin Kyritzer sind Meister im Standardtanz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritzer sind Meister im Standardtanz
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00:18 25.02.2016
Die Haltung zählt: Im heimischen Wohnzimmer trainieren Sabine und Frank Vogler aber eher selten. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Im Blaumann kennt man ihn in Kyritz. Frank Vogler ist zur Stelle, wenn die Heizung streikt. Auch seine Frau Sabine ist bekannt. Sie hat eine Zahnarztpraxis. Zusammen hat das Ehepaar ein zweites Leben. Es ist das Tanzen. Nur wenige Leute wissen davon. Wenn der Ehemann in den Frack steigt, ist er kaum wiederzuerkennen. Seine Gattin im neongrünen Tanzkleid sagt: „Allein kommt er da nicht wieder raus.“ Sie selbst braucht aber auch Hilfe beim Anziehen. Voglers tanzen Standardtänze und sind am Valentinstag bei der gemeinsamen Landesmeisterschaft Brandenburg-Berlin Sieger in der Leistungsklasse Senioren III B geworden.

Beim Tanzen in Kyritz kennengelernt

Es war im Sommer 1980, als Frank Vogler seine Sabine kennenlernte. Wo? Ganz klar, beim Tanz. Geschwoft wurde damals im Kyritzr „Waldfrieden“, dem heutigen Waldschlösschen zur Musik von der Siegfried-Feul-Combo. Ihre ersten Tanzschritte hatten die beiden damals wie viele andere Kyritzer bei Eva Batzing gelernt. Später besuchten Voglers die Tanzkurse von deren Tochter.

Nach der Wende wurden sie Mitglieder der Tanzschule Schier-Rösel in Wittenberge. Lehrerin war dort Sibylle Rösel. Edwin Rösel bot später Tanzstunden in Kyritz an. „Was unsere Entwicklung betrifft, haben wir ihm viel zu verdanken“, sagt Sabine Vogler. Er hat die beiden am längsten unterrichtet und bei ihnen die Grundlagen für den Turniertanz gelegt. „Noch heute begleitet er uns“, so Sabine Vogler.

Auf dem Treppchen: Bei den Landesmeisterschaften standen Voglers aus Kyritz ganz oben. Quelle: privat

Bei Edwin Rösel lernten die beiden auch Uwe Hoffmann und Ute Belik kennen. Sie tanzten bereits in Turnieren. „Durch sie sind wir 2013 auch dazu gekommen“, erzählt der Ehemann. Das befreundete Paar tanzt in Neuruppin beim TC Schwarz-Rot.

Im März 2013 sahen sich Voglers zum ersten Mal ein Turnier genauer an. Es waren die Landesmeisterschaften in Standard und Latein im Neuruppiner Stadtgarten. „Wir waren sofort begeistert“, sagt Frank Vogler. Bei den Schnupperstunden in Neuruppin trafen die beiden dann auch ehemalige Mitstreiter aus der Tanzschule Rösel wieder. Seit dem 1. April 2013 sind Voglers Mitglieder beim TC Schwarz-Rot. Ihre ersten Standard-Turnierfolgen lernten sie von Tanzlehrerin Debbie Seefeldt aus Berlin und mit der Unterstützung von Helmut Lindmair und Diana-Anne Stüber-Lindmair. Helmut Lindmair ist Vorsitzender des Neuruppiner Tanzclubs Schwarz-Rot.

Erstes Turnier vor drei Jahren getanzt

Ihr erstes Turnier tanzten die Kyritzer in Berlin-Pankow in der Klasse Senioren II D und kamen sofort auf den 3. Platz. „Es gab auch Niederlagen, von denen wir uns aber nicht abschrecken ließen und fleißig weiter trainierten“, erzählt Sabine Vogler. So freuten sich die beiden im Sommer 2014 über den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse, Senioren II C. Jetzt kam für Sabine Vogler das Tanzkleid ins Spiel. Vorher durfte sie nur im schwarzen Zweiteiler mit Rock tanzen. Ihr Mann ging weiterhin schlicht mit schwarzer Weste, Hose und weißem Hemd. Die Kleiderordnung beim Tanzen ist streng.

Nach einer fünfmonatigen Pause aus gesundheitlichen Gründen konnten die Kyritzer im März 2015 wieder voll durchstarten und holten sich unter anderem den Michelpokal in Hamburg und den Sachsenwaldpokal in ihrer Altersklasse. Die Krönung des Jahres 2015 war für die beiden aber der Aufstieg in die Senioren-B-Klasse mit dem Sieg in der Landesmeisterschaft. Ab jetzt durfte Frank Vogler im schwarzen Frack auf die Tanzfläche.

Aufstieg am Valentinstag 2016

Am 14. Februar verteidigten die beiden ihren Titel. Anschließend traten sie noch in der nächsthöheren Leistungsklasse, Senioren II A an und ertanzten sich dort den Vizelandesmeistertitel.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Es ist nicht verwunderlich, dass auch die Töchter von Frank und Sabine Vogler, Katharina und Juliane, begeisterte Tänzerinnen sind. Auch sie haben bereits etliche Medaillen geholt. Mutter Sabine führt über alles Buch. „Wir sind eine Familie, die mit Leib und Seele tanzt“, sagt Juliane Vogler.

Tochter Juliane ist ebenfalls eine begeisterte Tänzerin. Quelle: privat

Die Eltern verfolgen ein Ziel. Sie wollen tänzerisch immer besser werden und es bis in die Sonder-Klasse schaffen. Dann könnten sie an größeren Meisterschaften teilnehmen und auch weltweit mittanzen. „Unser Tanzlehrer hat gesagt, dass wir dahin kommen werden, das ließe sich gar nicht vermeiden“, so Sabine Vogler. Das Paar trainiert dienstags und freitags in Neuruppin und sonntags in Kyritz. Vor Meisterschaften gibt es auch einen vierten Trainingstag. Er ist wichtig für die Kyritzer. „Wenn du unten Mist tanzt, sieht man es oben“, sagt Frank Vogler und meint die Haltung.

Zunächst wollen Voglers am 5. und 6. März beim Michelpokal antreten. Eine Woche später geht es nach Radebeul. Er ganz in schwarz, sie in neongrün. „Man will ja schließlich gesehen werden von den Wertungsrichtern“, sagt Frank Vogler. Privat würde seine Frau eher eine dezentere Farbe wählen. Beim Tanzen ist das anders. Es ist eine andere Welt, in der manches ein wenig arrogant wirkt. Für Frank Vogler gehört das dazu. „Man muss eine gewisse Arroganz versprühen und der Frau einen Rahmen bieten“, sagt er.

Zwei Minuten vor der Jury

Im Turnier tanzen die Paare maximal zwei Minuten, mindestens aber eine Minute und 30 Sekunden vor den Wertungsrichtern, die dann ihre Punkte vergeben.

Zu den Standardtänzen
in der Senioren-B-Klasse gehören der langsame Walzer, der Tango, der Wiener Walzer, der Slowfoxtrott, auch Slowfox genannt, und schließlich noch der Quickstep.

Zwischen 55 und 65 Jahre sind die Tänzer in der Senioren-III-B-Klasse. Das Alter des älteren der beiden Tanzpartner zählt dabei.

Die Tanzpaare wissen im Turnier zwar wann sie in etwa an der Reihe sind mit ihrer Performance. Sie kennen hingegen aber nicht die Musik, zu der sie dann auf die Tanzfläche gehen müssen.

Von Sandra Bels

Er besaß das größte Bierzelt Berlins, ist aktives CDU-Mitglied und feste Größe beim Berliner Schaustellerverband. Seit 45 Jahren ist Kurt Schmock auch Mitglied im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga – der Berufsgenossenschaft der Gastronomen. Für sein langjähriges Engagement erhielt der Wahl-Ruppiner am Donnerstag eine Ehrenurkunde.

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