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Ostprignitz-Ruppin Kyritzer so abhängig vom Auto wie nie zuvor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritzer so abhängig vom Auto wie nie zuvor
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02:18 01.08.2015
In der Kyritzer Maxim-Gorki-Einbahnstraße sind beidseitig belegte Parkplatzreihen ein längst alltäglicher Anblick. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

In diesem Jahr 2015 sind auf den Straßen im Kyritzer Altkreisgebiet so viele Autos unterwegs wie nie zuvor. Und das, obwohl sich die Bevölkerungszahl beispielsweise in der Stadt Kyritz selbst weiter im Sinkflug befindet und sich bald wieder dem Niveau von der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg annähert. Denn aktuell gibt es noch etwas mehr als 9100 Kyritzer inklusive zugehöriger Dörfer. Das sind ungefähr 400 Einwohner weniger als noch 2010. Vor fünf Jahren lebten exakt 9537 Menschen hier. Trotzdem wurden bis heute nicht etwa weniger, sondern fast 100 Pkw mehr zugelassen. Mit Stand vom Jahresanfang sind es nun 5206 Autos. Im Jahr 2010 waren es 5114.

Diesen Trend lässt die aktuelle Statistik des Kraftfahrtbundesamtes erkennen. Demnach liegt auch die Pkw-Dichte in Kyritz über dem Brandenburger Durchschnitt. Der lag zuletzt bei 548, aber in Kyritz bei 565 Autos je 1000 Einwohner.

Die Zahlen werden im Kyritzer Eintrag des Internetlexikons Wikipedia so interpretiert: „Die örtliche Bevölkerung ist stärker auf das Auto angewiesen als im Landesdurchschnitt. Trotz des Bevölkerungsrückganges steigt die Zahl der Pkw. Die damit steigende Pkw-Dichte zeigt die zunehmende Abhängigkeit der Bevölkerung vom Auto.“

Einflussfaktoren könnten allgemein immer mehr und günstigere Gebrauchtwagen, aber auch der in den vergangenen Jahren ausgedünnte Bahnverkehr sein. Eine Folge ist neben dem zunehmenden Verkehr auch Parkplatzmangel. Ersichtlich wurde dieser in der Vergangenheit vor allem am Bahnhof Neustadt, wo immer mehr Berufspendler in den Zug umsteigen. Die Flächen wurden und werden dort deshalb Schritt für Schritt erweitert.

Weiterer Trend schwer vorausschaubar

Da mittlerweile beinahe mit einer Vollversorgung der Haushalte mit Kraftfahrzeugen auszugehen ist, ist der weitere Trend jedoch schwer einzuschätzen. Die Bevölkerungsentwicklung allerdings wurde vom Landesamt für Bauen bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Demnach wird dann mit nur noch knapp 7860 Kyritzern gerechnet. So wenige waren es in den Grenzen von heute zuletzt um das Jahr 1880 herum. Damals war das allerdings der Spitzenwert in dem Ort, der bereits 650 Jahre zuvor, also 1237, das Recht erhielt, sich Stadt nennen zu dürfen – und der als solche seither funktionierte.

Die meisten Menschen lebten kurzzeitig nach dem Zweiten Weltkrieg in der Stadt, zunächst bedingt durch den Flüchtlingsstrom und dann auch die Neubauern. Um 1950 herum wurden 13500 und 1971 dann 12500 Menschen in den Grenzen von heute gezählt. Seit diesem Jahr 1971 und nicht erst nach der Wende sinkt die Bevölkerung konstant, abgesehen von minimalen Schwankungen. Nach der Wende erfolgte das jedoch schneller. In den 20 Jahren zuvor verlor die Stadt mit Umgebung etwa 1000 Personen, in den 20 Jahren danach waren es 2000 weitere.

Pkw-Zulassungen in der Region

Laut Kraftfahrtbundesamt sind für dieses Jahr im Gemeindegebiet von Wusterhausen 3378 Pkw zugelassen.

Im Gemeindegebiet von Gumtow sind es 2125 Autos.

Der Bestand an zugelassenen Pkw in der Stadt Neustadt beläuft sich auf 1780.

673 Autos sind in der zum Neustädter Amtsgebiet gehörenden Gemeinde Dreetz zugelassen, 556 in Zernitz-Lohm, 350 in Stüdenitz-Schönermark und 505 in Breddin.

Von Matthias Anke

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