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Kyritzer streiten weiter ums Kloster

BI will Verzicht auf Bürgerentscheid Kyritzer streiten weiter ums Kloster

Die Kyritzer Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Klostergarten!“ hatte für Mittwoch Stadtverordnete aller Fraktionen zu einem Gespräch eingeladen, um sie dazu zu bewegen, ihren Beschluss zur teilweisen Bebauung des Gelände selbst zurückzuziehen. Zu einer Einigung kam es nicht.

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Darüber, was mit den Resten des Klosters in Kyritz geschehen soll, gehen die Meinungen nach wie vor weit auseinander.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. In einer öffentlichen Gesprächsrunde wandte sich die Kyritzer Bürgerinitiative „Rettet den Klostergarten“ am Mittwochabend an die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. Das Anliegen: Verzicht auf den für den 8. November geplanten Bürgerentscheid. Der soll darüber befinden, ob der Stadtverordnetenbeschluss vom April, der unter anderem die teilweise Bebauung des jetzigen Klostergartens vorsieht, weiter Bestand hat oder nicht.

Als Sprecher der Bürgerinitiative beklagte Manfred Haßfeld die „unwürdige Spaltung“ der Bürgerschaft und machte zugleich klar: „Wie immer der Bürgerentscheid ausfällt – er wird nicht zur Befriedung der Stadt beitragen, wenn er nicht die Bebauung des Klostergartens verhindert.“ Man werde in jedem Fall weiterhin die Erhaltung des Gartens fordern.

Die Bürgerinitiative hat sich beim Kulturministerium inzwischen selbst nach der denkmalpflegerischen Bewertung der Bebauung erkundigt. Aus Potsdam hieß es demnach, dass die Denkmalpflege der Bebauung zugestimmt habe. Sollte die Stadt die Immobilie wie angedacht für Stadtmuseum, Stadtarchiv, Heimatverein, Touristeninformation, Wechselausstellungen, Veranstaltungen und Theaterverein nutzen wollen, so sei eine „funktionelle Überfrachtung“ des historischen Klausurflügels dabei in jedem Fall zu vermeiden. Daher befürworte man die Errichtung der geplanten Neubauten.

Initiative stellt die Frage, ob so viel Nutzung überhaupt nötig ist

Die Bürgerinitiative stellt nun in einem aktuellen Papier infrage, ob so viel Nutzung für den Klosterbereich überhaupt nötig ist. Nach eingehender Prüfung komme man zu dem Ergebnis, „dass auf fast alles verzichtet werden kann“. Angesichts des Einwandes, dass sich beispielsweise ein Museumsfundus oder auch Wechselausstellungen kaum im Klausurflügel unterbringen ließen, verwies man auf die ehemalige Brennerei in der Nachbarschaft. Allerdings ist nach wie vor unklar, ob, wann und zu welchen Bedingungen die Stadt diese Immobilie erwerben kann.

Infrage gestellt wurde an dem Abend auch, ob sich überhaupt irgendein Verein die Mieten im Klosterviertel werde leisten können oder ob die Stadt das dann bezuschussen müsste. Die Gegenfrage, wofür man das Gelände denn sonst nutzen wolle, wenn nicht für Tourismus, Kultur und Kunst, blieb unbeantwortet.

Heinz Drewin als Vertrauensmann der Bürgerinitiative stellte klar, dass die Bebauung des Gartens abzulehnen sei. „Es würde ein Klosterhof entstehen.“ Und damit werde das Klosterviertel nicht attraktiv. Auch hält er es bereits für ausgeschlossen, dass die geplante gärtnerische Gestaltung des benachbarten Kirchhofs zu einem ansprechenden Ergebnis führt.

Die CDU-Fraktion will Antrag stellen

Diskutiert wurden am Mittwoch auch die rechtlichen Folgen der Aufhebung des Grundsatzbeschlusses der Stadtverordneten vom April. Falls der Bürgerentscheid entsprechend ausfällt – wäre dann in nächster Zeit überhaupt noch eine Gestaltung des Klosterviertels möglich? Schließlich betraf der infrage gestellte Beschluss nicht nur die Bebauung des Gartens, sondern die Entwicklung des Viertels insgesamt.

Wie das zu bewerten sei, darüber wurde man sich in der Runde ebenso wenig einig wie darüber, ob die Stadtverordneten ihren Beschluss zum Klosterkonzept selbst zurückziehen sollten, um den Bürgerentscheid zu vermeiden. Die CDU-Fraktion will zur nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch, 30. September, auf jeden Fall einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung stellen.

„Wir hatten heute eigentlich das Ziel, die beiden Lager näher zusammenzubringen. Das scheint uns nicht gelungen zu sein“, stellte Manfred Haßfeld als Sprecher der Bürgerinitiative abschließend fest. Angesichts der im Grunde auf Ja oder Nein hinauslaufenden Fragestellung, war das auch nicht leicht. Die wenigen anwesenden Befürworter der Bebauung hatten wenig Neigung gezeigt, die Forderungen der Bürgerinitiative einfach zu akzeptieren. Wirklich neue Argumente waren nicht zur Sprache gekommen.

Von Alexander Beckmann

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