Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Kyritzer streiten weiter ums Kloster
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritzer streiten weiter ums Kloster
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:36 27.09.2015
Darüber, was mit den Resten des Klosters in Kyritz geschehen soll, gehen die Meinungen nach wie vor weit auseinander. Quelle: Alexander Beckmann
Anzeige
Kyritz

In einer öffentlichen Gesprächsrunde wandte sich die Kyritzer Bürgerinitiative „Rettet den Klostergarten“ am Mittwochabend an die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. Das Anliegen: Verzicht auf den für den 8. November geplanten Bürgerentscheid. Der soll darüber befinden, ob der Stadtverordnetenbeschluss vom April, der unter anderem die teilweise Bebauung des jetzigen Klostergartens vorsieht, weiter Bestand hat oder nicht.

Als Sprecher der Bürgerinitiative beklagte Manfred Haßfeld die „unwürdige Spaltung“ der Bürgerschaft und machte zugleich klar: „Wie immer der Bürgerentscheid ausfällt – er wird nicht zur Befriedung der Stadt beitragen, wenn er nicht die Bebauung des Klostergartens verhindert.“ Man werde in jedem Fall weiterhin die Erhaltung des Gartens fordern.

Die Bürgerinitiative hat sich beim Kulturministerium inzwischen selbst nach der denkmalpflegerischen Bewertung der Bebauung erkundigt. Aus Potsdam hieß es demnach, dass die Denkmalpflege der Bebauung zugestimmt habe. Sollte die Stadt die Immobilie wie angedacht für Stadtmuseum, Stadtarchiv, Heimatverein, Touristeninformation, Wechselausstellungen, Veranstaltungen und Theaterverein nutzen wollen, so sei eine „funktionelle Überfrachtung“ des historischen Klausurflügels dabei in jedem Fall zu vermeiden. Daher befürworte man die Errichtung der geplanten Neubauten.

Initiative stellt die Frage, ob so viel Nutzung überhaupt nötig ist

Die Bürgerinitiative stellt nun in einem aktuellen Papier infrage, ob so viel Nutzung für den Klosterbereich überhaupt nötig ist. Nach eingehender Prüfung komme man zu dem Ergebnis, „dass auf fast alles verzichtet werden kann“. Angesichts des Einwandes, dass sich beispielsweise ein Museumsfundus oder auch Wechselausstellungen kaum im Klausurflügel unterbringen ließen, verwies man auf die ehemalige Brennerei in der Nachbarschaft. Allerdings ist nach wie vor unklar, ob, wann und zu welchen Bedingungen die Stadt diese Immobilie erwerben kann.

Infrage gestellt wurde an dem Abend auch, ob sich überhaupt irgendein Verein die Mieten im Klosterviertel werde leisten können oder ob die Stadt das dann bezuschussen müsste. Die Gegenfrage, wofür man das Gelände denn sonst nutzen wolle, wenn nicht für Tourismus, Kultur und Kunst, blieb unbeantwortet.

Heinz Drewin als Vertrauensmann der Bürgerinitiative stellte klar, dass die Bebauung des Gartens abzulehnen sei. „Es würde ein Klosterhof entstehen.“ Und damit werde das Klosterviertel nicht attraktiv. Auch hält er es bereits für ausgeschlossen, dass die geplante gärtnerische Gestaltung des benachbarten Kirchhofs zu einem ansprechenden Ergebnis führt.

Die CDU-Fraktion will Antrag stellen

Diskutiert wurden am Mittwoch auch die rechtlichen Folgen der Aufhebung des Grundsatzbeschlusses der Stadtverordneten vom April. Falls der Bürgerentscheid entsprechend ausfällt – wäre dann in nächster Zeit überhaupt noch eine Gestaltung des Klosterviertels möglich? Schließlich betraf der infrage gestellte Beschluss nicht nur die Bebauung des Gartens, sondern die Entwicklung des Viertels insgesamt.

Wie das zu bewerten sei, darüber wurde man sich in der Runde ebenso wenig einig wie darüber, ob die Stadtverordneten ihren Beschluss zum Klosterkonzept selbst zurückziehen sollten, um den Bürgerentscheid zu vermeiden. Die CDU-Fraktion will zur nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch, 30. September, auf jeden Fall einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung stellen.

„Wir hatten heute eigentlich das Ziel, die beiden Lager näher zusammenzubringen. Das scheint uns nicht gelungen zu sein“, stellte Manfred Haßfeld als Sprecher der Bürgerinitiative abschließend fest. Angesichts der im Grunde auf Ja oder Nein hinauslaufenden Fragestellung, war das auch nicht leicht. Die wenigen anwesenden Befürworter der Bebauung hatten wenig Neigung gezeigt, die Forderungen der Bürgerinitiative einfach zu akzeptieren. Wirklich neue Argumente waren nicht zur Sprache gekommen.

Von Alexander Beckmann

Ostprignitz-Ruppin Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 24. September - Cannabis im Aquarium bei Fehrbellin

Nach einem handfesten Streit zwischen einem 28-Jährigen und seiner Ex-Freundin in einem Fehrbelliner Ortsteil haben Polizisten in einem Aquarium in der Wohnung 14 Cannabis-Pflanzen entdeckt. Der Mann hatte seine frühere Lebensgefährtin eine Treppe hinuntergestoßen. Nun laufen Anzeigen wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

24.09.2015
Ostprignitz-Ruppin Einführungsgottesdienst für Juliane Felsch-Grunow - Neue Kantorin in Rheinsberg

Der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin ist ihr Heimatkirchenkreis. Dort wurde Juliane Felsch-Grunow getauft, konfirmiert und kirchlich getraut. Dass sich die 30-jährige Neuruppiner Kirchenmusikerin für die Kantorenstelle in Rheinsberg bewarb, fühlte sich nur selbstverständlich an.

27.09.2015

In Neustadt an der Dosse kocht die Gerüchteküche. Der Grund: Im Schloss Spiegelberg sollen demnächst Flüchtlinge untergebracht werden. Im Schloss leben Internatsschüler der nahegelegenen Reitschule. Die könnten in eine gleich teure Alternativunterkunft umziehen. Am Donnerstag soll es nun eine Einwohnerversammlung geben.

24.09.2015
Anzeige