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LPDG bilanziert ausgeglichene Ernte

Biesen LPDG bilanziert ausgeglichene Ernte

Landwirte wie in der LPDG in Biesen entpuppen sich Jahr für Jahr als Jongleure. Sie müssen ihre Produktion den Witterungsbedingungen anpassen. Sind die Böden nass wie in diesem Sommer, werden kurzfristig die Anbaupläne für das nächste Jahr umgestellt. Dank der Vielfalt im Kulturanbau erwarten die Biesener eine ausgeglichene Erntebilanz.

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Die Sonnenblumen wurden vergangene Woche gedroschen und kommen als Vogelfutter auf den regionalen Markt.

Quelle: Christamaria Ruch

Biesen. Das acht Hektar große Sonnenblumenfeld bei Blandikow ist Geschichte. Vor gut einer Woche fuhr Peter Kohlmetz die Ernte auf diesem Acker ein. Doch schon bald wird diese Ausbeute wieder dem regionalen Kreislauf zugeführt. Denn die Sonnenblumenkerne kommen als Vogelfutter den heimischen Piepmätzen zugute.

Vorstand Peter Kohlmetz (l) und Vorstandsvorsitzender Burkhard Schultz erwarten eine ausgeglichene Erntebilanz

Vorstand Peter Kohlmetz (l.) und Vorstandsvorsitzender Burkhard Schultz erwarten eine ausgeglichene Erntebilanz.

Quelle: Christamaria Ruch

Burkhard Schultz und Peter Kohlmetz von der Landwirtschaftlichen Produktions- und Dienstleistungsgenossenschaft (LPDG) in Biesen befinden sich derzeit im Erntestress. Der Vorstandsvorsitzende Schultz, sein Vorstand Kohlmetz und alle Mitarbeiter haben sprichwörtlich alle Hände voll zu tun. „Diese akute Erntephase läuft noch eine Woche“, sagt Burkhard Schultz. Dabei ist der gesamte Feldbau zwei Wochen im Verzug gegenüber anderen Jahren. Doch im Vergleich zu den sehr trockenen Jahren 2000, 2003 und 2006 wirkt sich dieses nasse Jahr „nicht so verheerend aus“, bilanziert Burkhard Schultz. „Von Anfang an war dieses Jahr schwierig, aber Schwankungen sind in der Landwirtschaft bekannt und wir kommen damit auch zurecht“, sagt er. Damit meint Schultz die Frosttage Ende April sowie die verregneten Monate Juni und Juli.

Noch eine Woche läuft die Ernte bei der LPDG in Biesen auf Hochtouren

Noch eine Woche läuft die Ernte bei der LPDG in Biesen auf Hochtouren.

Quelle: Christamaria Ruch

„Wir hatten kein durchgängiges Hochdruckgebiet im Sommer, nur immer zwei bis drei Tage am Stück Erntewetter“, sagt Schultz. Das wirkte sich nachteilig auf die Getreidefeuchte und deren Qualität aus. Die Spitzenqualitäten A und E beim Weizen fallen nun geringer aus. „Bei der Getreideernte liegen wir gut zwölf Prozent unter dem langjährigen Mittel“, sagt Burkhard Schultz. Dem gegenüber steht aber ein sehr hoher Ertrag beim Mais: 25 Prozent mehr Ertrag erwartet die LPDG in Biesen. Der Mais auf 320 Hektar Fläche profitierte am meisten von den hohen Niederschlägen. „Mit den Maiserträgen können wir einiges kompensieren, und wir erwarten ein ausgeglichenes Betriebsergebnis“, sagt Burkhard Schultz. Dabei schaut er eher mit Sorge zu seinen Berufskollegen im Rhinluch oder dem Havelland: „Dort herrscht eine viel höhere Nässe auf den Böden und dadurch konnte dort auch nicht durchgängig geerntet werden.“

Der Mais profitierte am meisten vom Niederschlag

Der Mais profitierte am meisten vom Niederschlag.

Quelle: Christamaria Ruch

Vor allem die Bodennässe machte den Landwirten in Biesen und anderswo einen Strich durch die Rechnung. „Die Anbauplanung mussten wir im Laufe dieses Jahres umstellen“, so Burkhard Schultz. Der Raps stand in diesem Jahr auf 96 Hektar Fläche – im kommenden Jahr wird er nur auf zwölf Hektar wachsen. Denn Raps muss zwischen dem 15. und 25. August in die Erde gebracht werden. „Das war in diesem Jahr nicht möglich. Denn Raps gedeiht auf den besseren Böden und dort war es zu dieser Zeit einfach noch zu nass zum Drillen“, sagt Schultz. Somit sind die Anbaupläne umgestellt: Weizen, Gerste und Leguminosen wie Erbse oder Lupine kommen nun in größerem Umfang auf die Felder. Die Leguminosen fließen dann als regional erzeugtes Eiweiß und Rohprotein den 300 Milchkühen in der LPDG zugute. „Damit entfällt im kommenden Jahr fast der Zukauf an Soja“, sagt Burkhard Schultz.

Von Christamaria Ruch

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