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Land bleibt bei Plänen für kleineren Kreisel

Umstrittenes Millionenprojekt in Neuruppin Land bleibt bei Plänen für kleineren Kreisel

Der Landesstraßenbetrieb hält an seinen umstrittenen Plänen für die Verkleinerung des Kreisverkehrs in der Neustädter Straße an der B 167 fest. Der Kreisel sei so marode, dass eine Sanierung im Prinzip einem Neubau gleich komme, heißt es in einer Antwort der Landesregierung an der CDU. Und bei einem Neubau gibt es nur eine Lösung.

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Der 70 Meter große Kreisverkehr an der Neustädter Straße in Neuruppin soll verkleinert werden.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Diskussion über den geplanten Neubau des Kreisverkehrs an der Neustädter Straße in Neuruppin geht weiter. Die CDU-Fraktion im Landtag hat nach wie vor Zweifel, den Kreisel mit einem Durchmesser von 70 Metern abzureißen und durch einen deutlich kleineren zu ersetzen. Mehrere Landtagsabgeordnete hatten vor Kurzem dazu eine offizielle Anfrage an die Landesregierung gestellt (die MAZ berichtete).

Jetzt liegt die Antwort vor. Doch die kann Fraktionsgeschäftsführer Jan Redmann nicht beruhigen. Er ist auch Vorsitzender der CDU Ostprignitz-Ruppin und zweifelt nach wie vor am Sinn des Umbaus: „Mir ist noch immer nicht klar, warum das notwendig ist.“

Neuruppin baute vor 13 Jahren den größten Kreisel im Land

In seiner jetzigen Form ist der Kreisverkehr an der Kreuzung von B 167, Heinrich-Rau-Straße und Westachse vor 13 Jahren von Neuruppin gebaut worden. Mit 70 Metern Außendurchmesser war er damals der größte Kreisel im Land Brandenburg. 2007 hatte der heutige Landesbetrieb für Straßenwesen den Kreisverkehr von der Stadt übernommen. Fachleute dort gehen davon aus, dass der Kreisverkehr jetzt so marode ist, dass er nicht mehr saniert werden kann.

Rund 1,2 Million Euro soll das kosten. Voraussichtlich im August soll der Bau beginnen. „Wahrscheinlich Ende August, Anfang September“, sagt Frank Schmidt, Chefplaner des Landesstraßenbetriebs.

Ex-Tiefbauamtsleiter Krell: Sanieren wäre viel billiger als ein Neubau

Neuruppins früherer Tiefbauamtsleiter Manfred Krell setzt indes alles daran, eine Verkleinerung des Kreisverkehrs zu verhindern. Er hat von einem Planungsbüro berechnen lassen, dass eine Sanierung der Fahrbahn viel billiger wäre als ein Neubau. Am Montag soll sich der Neuruppiner Hauptausschuss mit dem Thema beschäftigen. Auch wenn die Stadt für das Bauvorhaben gar nicht zuständig ist, weil es sich vor allem um eine Kreuzung von Bundes- und Landesstraße handelt.

Frank Schmidt kommt trotzdem, um den Neuruppinern das Vorhaben zu erklären. Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass es ihn verwundert, wie heftig die Diskussion in Neuruppin geführt wird. „Das habe ich in 30 Jahren noch nicht erlebt“, sagt er. „Da wird gestritten, ohne dass man sich die Untersuchungsergebnisse angesehen hätte.“

Kleinerer Kreisel hätte Vorteile für Fußgänger und Radfahrer

Die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung belegen aus Sicht des Landesstraßenbetriebs, dass „eine vollständige und grundhafte Erneuerung des gesamten Fahrbahnausbaus von Kreisfahrbahn und Zufahrten notwendig“ ist. So steht es in der Antwort an die CDU-Fraktion. Eine Sanierung des Kreisels wäre gleichbedeutend mit einem Neubau.

Rund 15 000 Fahrzuege fahren pro Tag in Ost-West-Richtung durch den Kreisel, etwa 17 000 Autos sind es in Nord-Süd-Richtung. Das belegen Zählungen aus dem Februar vergangenen Jahres. Die Richtlinie des Bundes sieht bei einer solchen Verkehrsbelastung nur einen Kreisverkehr mit 40 Metern Durchmesser vor, argumentiert Schmidt. Ein kleinerer Kreisel bedeute zudem weniger Wege für Fußgänger und Radfahrer. Die Kosten für neue Fuß- und Radwege übernimmt der Landesbetrieb.

CDU-Mann Jan Redmann bleibt weiter skeptisch: „Ich frage mich vor allem, warum ein Kreisverkehr nach so kurzer Zeit schon so marode ist, dass er neu gebaut werden muss.“ Stecke das Land etwa zu wenig Geld in den Erhalt von Straßen?

Von Reyk Grunow

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