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Ostprignitz-Ruppin Land unter im Luch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Land unter im Luch
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02:15 03.07.2017
In Fehrbellin ist die Pumpe im Abwasserpumpwerk kaputtgegangen, weil zu viel Regen ins System gelangt ist. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin/Fehrbellin

Rund um Fehrbellin hat der Starkregen der vergangenen Tage das Luch unter Wasser gesetzt. Bis zu 180 Liter pro Quadratmeter sind dort gefallen. Normal sind für Juni 61 Liter – im Monat. Die zehn Mitarbeiter des Fehrbelliner Wasserverbands versuchen, im Akkord das Wasser von überfluteten Wiesen und Äckern wegzukriegen. Sie werden das Wochenende durcharbeiten, sagt Verbandsgeschäftsführer Helmut-René Philipp. Das Problem: Philipp weiß nicht wohin mit dem Wasser. „Wir können nur so viel von den Äckern ablassen, wie der Rhinkanal aufnehmen kann.“ Richtung Oranienburg, wohin es sonst hinfließt, geht nichts mehr. Dort war der Regen noch heftiger.

Im Dauereinsatz ist auch die Fehrbelliner Feuerwehr: Sie musste Wasser aus vielen Kellern pumpen. Am schlimmsten hat es wohl die Firma ATR Landhandel im Gewerbegebiet erwischt, sagt Gemeindewehrführer Bernd Gericke. Dort stand im Bürogebäude das Wasser im Keller bis zur Oberkante. Viele Menschen haben sich aber selbst geholfen haben, so Gericke: „Im Baumarkt soll es jedenfalls keine Tauchpumpen mehr geben.“

Die Fehrbelliner Feuerwehr musste etliche Keller auspumpen, unter anderem im Fehrbelliner Gewerbegebiet. Quelle: Peter Geisler

Auch für Landwirte im Luch haben die Regengüsse verheerende Folgen. Noch Tage oder gar wochenlang werden die Mitarbeiter der Rhinmilch nicht die überschwemmten Grünlandflächen und Felder erreichen können, befürchtet Prokurist Jens Winter. „Wir sitzen mit den Stiefeln im Sumpf.“ Doch selbst wenn die Erntemaschinen den Acker erreichen, rechnet Winter mit Qualitätseinbußen und dadurch bedingten Preisabschlägen durch das Unwetter.

So heftig sind die Unwetterfolgen nicht überall. In Neuruppin und Rheinsberg musste die Feuerwehr wegen des Regens zu keinem einzigen Einsatz ausrücken. Selbst der Tunnel am Certaldoring in Neuruppin blieb trocken; sonst stand die Eisenbahnüberführung regelmäßig unter Wasser.

Dabei hat es auch in Neuruppin heftig geregnet. Die Wetterstation meldete von Donnerstag 8 Uhr bis Freitagmittag 95 Liter pro Quadratmeter. „Das war an einem Tag so viel, wie sonst etwa in anderthalb Monaten fallen“, sagt Doris Neß vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam.

Mehrere Veranstalter sagen Feste am Wochenende ab

Regenwasser und Abwasser aus Haushalten laufen in Neuruppin durch unterschiedliche Rohre. Das meiste Regenwasser läuft in den See. Im Klärwerk landet nur, was durch die Gullydeckel unbeabsichtigt in die Abwasserleitungen gelangt. Freitagfrüh meldete das Klärwerk trotzdem dreimal so viel Wasser wie sonst: 17 000 Kubikmeter statt der üblichen 5000. Für Stadtwerkechef Joachim Zindler kein Grund zur Sorge: „Unsere Regenwasserleitungen schaffen das.“

Wegen des Dauerregens haben Veranstalter am Wochenende vorsorglich mehrere Feste abgesagt: das Dorffest in Manker, das Sommerfest in Wustrau, Tanz und Theater im Neuruppiner Tempelgarten und auch das Wasserfest in Nietwerder. Die Neuruppiner haben das Certaldofest vom Schulplatz ins Alte Gymnasium verlegt. Lindow will sein Stadtfest auf jeden Fall feiern. „Wir ziehen das durch“, sagt Tourismusmanagerin Andrina Loewe. Schließlich hat der Wetterdienst vorhergesagt, dass der Regen nachlässt.

Von Celina Aniol und Reyk Grunow

Die Stadt Neuruppin ist dabei, das Konzept für einen teil des Sanierungsgebietes in der Innenstadt zu überarbeiten. Damit soll unter anderem ermöglicht werden, dass die Stephanus-Stiftung ihre Kita am Bullenwinkel umbauen kann. Betroffen sind alle Grundstücke zwischen Rudolf-Breitscheid-Straße und Stadtmauer.

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