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Landespolitiker wollen Neuruppin als Kreisstadt

„Wir müssen die Kräfte bündeln“ Landespolitiker wollen Neuruppin als Kreisstadt

Erstmals haben sich zwei Landtagsabgeordnete öffentlich für Neuruppin als Kreisstadt in einem Großkreis Prignitz-Ruppin ausgesprochen. Stärken müssten gestärkt werden, sagten am Mittwoch Ina Muhß aus Wittstock und Ulrike Liedtke aus Rheinsberg. Die beiden SPD-Politikerinnen kritisierten zudem die CDU.

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Ulrike Liedtke (l.) und Ina Muhß.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Erstmals haben sich zwei Landtagsabgeordnete öffentlich dafür ausgesprochen, dass Neuruppin die Kreisstadt des neuen Großkreises Prignitz-Ruppin werden soll. „Es ist für den neuen Kreis besser, die stärkste Stadt auch zur Kreisstadt zu machen“, sagte Ina Muhß (SPD) am Mittwoch. „Wir müssen die Kräfte bündeln.“ Das bringe dem neuen Gebilde mehr, als wenn der Kreisstadt-Status nach Perleberg ginge. Zugleich sprach sich Muhß dafür aus, dass die Prignitz an den wirtschaftlichen Erfolgen im Ruppiner Land teilhaben müsse. „Dafür müssen wir sorgen.“

So würden die „super ausgebauten Gebäude“ der Kreisverwaltung in Perleberg „natürlich“ auch nach der vom Land gewollten Fusion genutzt. Darüber hinaus seien weitere Bürgerbüros der Kreisverwaltung in der Fläche notwendig.

Die Prignitz wird wieder eins

Das deutliche Bekenntnis von Muhß für Neuruppin ist nicht selbstverständlich. Stammt die Politikerin doch aus Wittstock. „Für mich ist der Weg nach Perleberg etwa genau so weit wie der nach Neuruppin.“ Hinzu kommt, dass Muhß einen geteilten Wahlkreis hat und ihr Bekenntnis wohl längst nicht alle ihrer Wähler begrüßen werden. Das schreckte Muhß am Mittwoch nicht. „Ich bin Prignitzerin und freue mich, dass die Prignitz wieder eins wird.“ Das dürfe aber nicht bedeuten, dass vehement Dinge verteidigt werden, die bei der Kreisgebietsreform vor 20 Jahren niemand haben wollte. Wohl deshalb knirsche es noch heute häufig zwischen Pritzwalk, Perleberg und Wittenberge, so Muhß. Dabei gelte es jetzt, die positiven Dinge der Prignitz herauszukehren.

Dem stimmte Ulrike Liedtke zu. Die Landtagsabgeordnete aus Rheinsberg (ebenfalls SPD) bestritt zudem, dass die Politiker die Entscheidung für die neuen Kreisstädte aus einem Bauchgefühl heraus treffen würden. Vielmehr gehe es nach einem Kriterienkatalog, der abgefragt werde. Ziel sei dabei auch, dass es für die Bürger keine weiteren Wege als bisher geben dürfe. „Neuruppin wird die Kriterien erfüllen“, zeigte sich Liedtke überzeugt.

Muhß: Die CDU schürt Ängste

Das glaubt ebenfalls Ina Muhß. Sie verwies darauf, dass die Wittstocker seit Kurzem ihr Auto in der Dossestadt zulassen können und deshalb nicht nach Neuruppin fahren müssen. Denn weil sich die Stadt und der Landkreis darauf geeinigt haben, gibt es in Wittstock nun auch eine KfZ-Zulassungsstelle. Dieses Beispiel könnte Schule machen, so Muhß. Notwendig dafür sei aber, dass die Verwaltungen miteinander reden. Die Prignitz ignoriert jedoch bislang nahezu sämtliche Gesprächsangebote. „Es ist immer schwierig, wenn sich ein Partner benachteiligt fühlt“, sagte Liedtke. Das helfe aber nicht weiter. Vielmehr müssten die Weichen für das Zusammengehen gestellt werden. Je eher das passiere, desto schneller könnten Probleme ausgeräumt werden.

Einig waren sich Liedtke und Muhß in ihrer Kritik an der CDU. Diese unterstützt das Volksbegehren gegen die Kreisgebietsreform. „Die CDU schürt Ängste und spricht von Heimatverlust“, so Muhß. Dabei sei die Heimat nicht davon abhängig, wo die Kreisverwaltung sitzt, sondern wo man lebe und seine Freunde habe. Der Wittstocker Jan Redmann (CDU) will, dass beide Landkreise erhalten bleiben – und damit auch die beiden Kreisstädte Neuruppin und Perleberg.

Von Andreas Vogel

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