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Ostprignitz-Ruppin Wirbel um gefällte Bäume an der B 122
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wirbel um gefällte Bäume an der B 122
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19:00 02.06.2014
Schilder weisen an den Waldwegen auf das Naturschutzgebiet hin. Quelle: Peter Geisler
Köpernitz

Des bestätigte Frank Schmidt als zuständiger Dezernent des Landesstraßenbetriebs auf Nachfrage der MAZ. Eine Firma hatte in der vergangenen Woche begonnen, einen mehrere hundert Meter langen und über zehn Meter breiten Streifen entlang der B 122 bei Köpernitz abzuholzen. Naturschützer waren entsetzt, als sie von den Arbeiten erfuhren. Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sorgte dafür, dass die Arbeiten sofort gestoppt wurden. Er ist davon überzeugt, dass das Land den sensiblen alten Buchenbestand ohne Erlaubnis abholzen lässt - und das noch dazu in einem Naturschutzgebiet und mitten in der Brutzeit vieler geschützter Vögel.

Dezernent Schmidt kann die Kritik des Nabu schwer nachvollziehen. "Ich gehe davon aus, dass wir eine Genehmigung für die Arbeiten haben", sagt er. "Wir haben die Zustimmung zu den Fällarbeiten von der Unteren Naturschutzbehörde bekommen." In dem Verfahren sei der Nabu einbezogen worden, so Schmidt.

Nach wie vor umstritten ist jedoch, für welche Flächen der Landesbetrieb Fällgenehmigungen erhalten hat. Nabu-Chef Miller geht davon aus, dass die Erlaubnis nur für Flächen im Landschaftsschutzgebiet gilt - keinesfalls aber für das Naturschutzgebiet Stechlin, in dem die dicken alte Buchen gefällt wurden.

Laut dem Datenportal des Landes, das jeder Bürger im Internet einsehen kann, reicht das Naturschutzgebiet Stechlin bis unmittelbar an die Fahrbahn der B 122 heran. Das Areal ist außerdem als Fauna-Flora-Habitat nach EU-Recht geschützt, wenige Meter weiter beginnt ein Vogelschutzgebiet.

Frank Schmidt räumt ein, dass die Lage bei Köpernitz nicht ganz eindeutig sei, reicht die Verantwortung aber an die Kreisverwaltung in Neuruppin weiter: "Sollte die Fläche dort im Naturschutzgebiet liegen, dann hätte uns die Untere Naturschutzbehörde darauf hinweisen müssen."

An den Waldwegen, die dort von der B 122 abzweigen, stehen deutlich sichtbar Schilder, die deutlich sichtbar auf das Naturschutzgebiet hinweisen. Allerdings markieren solche Schilder meist nicht exakt die Grenze eines Schutzgebietes. Wo genau die verläuft, könnte die Untere Naturschutzbehörde sagen; von dort war am Montag keine Auskunft zu bekommen.

Derweil stehen die Fällungen entlang der B 122 erst am Anfang. Im Sommer will das Land die Straße um etwa 20 Zentimeter verbreitern und auf den aktuellen Standard einer Bundesstraße ausbauen lassen. Dafür müssen Leitungen verlegt werden, die bisher im Bereich der Straße liegen. Nicht für die Fahrbahn wurden die Bäume bei Köpernitz gefällt, sondern um Platz für die Leitungen zu schaffen. Und dafür sind noch weit mehr Fällungen vorgesehen, bestätigt Schmidt: "Da ist noch ein bisschen was zu tun." Vorerst bleiben die Arbeiten aber gestoppt. Der Landesbetriebe wolle den Streit mit dem Nabu nicht unnötig anheizen, sagt Schmidt: "Ich bin über die ganze Angelegenheit auch nicht glücklich."

Miller ist sauer: Mit der bisher schon abgeholzten Fläche hat das Land vollendete Tatsachen geschaffen. Der Nabu-Chef fragt sich, ob das absichtlich geschah.

Von Reyk Grunow

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