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Landgericht will abgehörte Telefonate hören

Geplatztes Kokain-Geschäft Landgericht will abgehörte Telefonate hören

Im Prozess um den Handel mit Kokain will das Landgericht Neuruppin am Mittwoch die von der Polizei mitgeschnittenen Telefonate zwischen dem Hauptangeklagten Frank G. und dem Kronzeugen der Anklage hören. Die Verteidigung geht davon aus, dass der Kronzeuge ihren Mandanten angestiftet hat. Frank G. kennt sich mit Drogen aus: Er war Mitglied der Neuruppiner XY-Bande.

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Das Gericht unter Vorsitz von Udo Lechtermann (2. v. l.) verhandelt am Mittwoch wieder über das geplatzte Kokain-Geschäft.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Im Drogenprozess gegen Frank G. (48) und seinen mutmaßlichen Komplizen Torsten S. (34) will das Landgericht Neuruppin am Mittwoch die von den Ermittlern mitgeschnittenen Telefonate zwischen Frank G. und dem Kronzeugen der Anklage, Tommy M., hören. Die Verteidigung ist überzeugt, dass Tommy M. den Hauptangeklagten Frank G. dazu gedrängt hat, mehrere Kilo Kokain zu besorgen. Dabei habe Frank G., einst einer der führenden Köpfe der Neuruppiner XY-Bande, zuletzt nur noch mit kleineren Mengen Kokain gehandelt. Die Bedenken, die Frank G. wegen des Geschäfts wiederholt geäußert habe, soll der Kronzeuge der Anklage mit den Worten „Wir machen doch alles für unsere Kinder“ zerstreut haben. Tommy M. hat eine dreijährige Tochter, das Kind von Frank G. und seiner Verlobten war zu dem Zeitpunkt noch nicht geboren.

Die Polizei wartete vor einem Berliner Hotel

Gleichwohl hatte der Hauptangeklagte Frank G. statt der vereinbarten drei Kilo Kokain, die für einen Preis von 41 000 Euro je Kilo den Besitzer wechseln sollten, im März lediglich 500 Gramm beschafft. Das Rauschgift war laut den Ermittlern allerdings von höchster Qualität und hätte für den Straßenverkauf problemlos auf die dreifache Menge gestreckt werden können. Die Polizei hatte bei der Übergabe der 500 Gramm vor einem Berliner Hotel zugeschlagen: Tommy M. hatte sie von Anfang an über das mögliche Drogengeschäft informiert, weil er dadurch einer Haftstrafe bei einem anderen Delikt entgehen will (die MAZ berichtete).

Die mitgeschnittenen Telefonate wollte das Gericht eigentlich bereits am Freitag hören. Da die Mitschnitte jedoch noch nicht vorlagen, fiel die Verhandlung aus. Offen ist, wann der Mitangeklagte Torsten S. in dem Prozess aussagen will. Der Neuruppiner hatte über seine Anwälte erklären lassen, dass dies „zeitnah“ geschehen soll, bisher jedoch geschwiegen. Das Gericht will am Mittwoch auf jeden Fall noch mal eine Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) in Eberswalde befragen. Der 41-Jährige war bei der Vernehmung des Kronzeugen Tommy M. in der JVA Aachen dabei. Dort saß der 34-Jährige wegen des Verdachts einer räuberischen Erpressung. Wegen so einer Straftat hatte er bereits eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt. Gleichwohl war Tommy M. Ende Februar aus der Untersuchungshaft in Aachen entlassen worden und hatte dann, in Abstimmung mit den Ermittlern, das Kokaingeschäft mit Frank G. eingefädelt.

Von Andreas Vogel

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