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Unbekannter schießt auf Schwäne – einer stirbt

Tierfrevel in der Prignitz Unbekannter schießt auf Schwäne – einer stirbt

Singschwäne sind streng geschützt. Dennoch durchschlugen am Wochenende bei Laaske in der Prignitz Projektile die Körper dieser majestätischen Vögel. Noch ist nicht klar, wer die Geschosse abgefeuert hat, doch es gibt Vermutungen.

Laaske prignitz 53.1959207 12.0613034
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Wer schießt auf diese schönen Tiere? Diese Frage beschäftigt auch die Polizei. Einer der beiden verletzten Singschwäne überlebte nicht.

Quelle: Privat

Ponitz/Laaske. Zwei Singschwäne wurden am vergangenen Wochenende in der Prignitz beschossen. Einer von ihnen erlag am Montagvormittag trotz tierärztlicher Hilfe seinen Verletzungen. Immerhin aber hat der andere offenbar gute Chancen, es zu schaffen. „Er sieht recht fit aus“, sagt Angie Löblich von der Tierauffangstation in Struck. Sie geht davon aus, dass sich beide Tiere kannten. „Denn sie fauchten sich nicht an, als wir sie zusammensetzten.“ Außerdem sei dem überlebenden Singschwan am Montag seine Trauer über den Tod des Artgenossen anzusehen gewesen, berichtet Angie Löblich. „Er schaute irgendwie verdattert, als er so neben dem toten Schwan saß.“ Sie wollte noch am Montag Strafanzeige erstatten, obwohl das Auto der Station eingefroren war. „Aber das mache ich auf jeden Fall, und wenn ich mit dem Bus zur Polizeiwache fahren muss.“

Abstriche der Wunden wurden genommen

Abstriche der Wunden wurden genommen.

Quelle: Privat

Singschwäne sind streng geschützte Vögel. Das erste angeschossene Tier wurde der Station am Sonnabendvormittag gemeldet. Der Schwan saß auf einem Feld bei Laaske. Der Schuss durchschlug den Hals von der linken Seite und trat an der rechten Flanke wieder heraus. Die Verletzungen seien frisch gewesen. Der zweite Vogel wurde am Sonntagvormittag auf einer Wiese an der B 5 bei Ponitz im Raum Perleberg gefunden – gemeldet von der Polizei. Ihn traf das Geschoss in den Rücken, zwischen den Flügeln und trat hinter dem rechten Oberschenkel wieder aus. „Seine Verletzung war älter als 24 Stunden“, sagt Angie Löblich. Gefunden habe ihn ein junger Mann, der ihn schon am Samstag auf der Wiese hatte sitzen sehen, aber glaubte, er würde dort nur rasten. Erst als der Schwan am Sonntagfrüh immer noch an der selben Stelle saß, habe der Mann nachgeschaut, weil er Blut am Gefieder erkannte. Er informierte die Polizei. „Das ist genau richtig. So muss man handeln“, lobt Ornithologe Jürgen Kaatz. Er vermutet, ebenso wie Angie Löblich, dass beide Vögel bei Laaske nahezu gleichzeitig die Schüsse trafen, nämlich am Sonnabend zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr. Offenbar habe jener Vogel, der bei Ponitz gefunden wurde, noch versucht, zu den Plattenburger Teichen bei Bad Wilsnack zu fliegen. Denn dort befinde sich ein großer Schlafplatz von Singschwänen. Da das aber viel Kraft kostete und er erst später gefunden wurde, standen seine Überlebenschancen schlechter. So war es denn auch der Ponitzer Schwan, den am Montag der Tod ereilte.

Der Singschwan trauert um seinen gestorbenen gefiederten Freund

Der Singschwan trauert um seinen gestorbenen gefiederten Freund.

Quelle: Privat

Wer schießt auf Singschwäne? Diese Frage beschäftigt inzwischen nicht nur Tierschützer, sondern auch die Polizei. Jürgen Kaatz „will nicht recht daran glauben“, dass es Fehlschüsse eines Jägers sein sollen. Zwar sei es schon vorgekommen, dass Jäger aus Versehen auf geschützte Tierarten schossen, aber so wenig Artenkenntnis, gepaart mit der „Dummheit“ durch eine solche Tat nicht nur seine Jagdlizenz aufs Spiel zu setzen, sondern auch eine Strafanzeige zu riskieren, sei doch eher unwahrscheinlich, so Kaatz. Er glaubt daher eher, dass es sich um jemanden handelt , der mit einem Kleinkaliber-Gewehr auf Singschwäne feuert – entweder von einer bestimmen Stelle aus, oder „er fährt herum“. An den Ein- und Austrittswunden sei erkennbar, dass die Schwäne am Boden saßen, als sie die Schüsse trafen. Angie Löblich bestätigt, dass Abstriche von den Wunden gemacht worden seien. Das lasse Rückschlüsse auf die verwendete Munition zu.

Jürgen Kaatz will „die Jäger ins Boot holen. Sie sollten mehr denn je die Augen offen halten. Denn sie müssten ganz besonders daran interessiert sein, „so etwas nicht in ihren Revieren zu haben“. Sollte sich herausstellen, dass es doch ein Jäger war, sei das „fatal“ für den Ruf der gesamten Jägerschaft.

Von Björn Wagener

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